Der CEO im Fokus

Die Strahlkraft des CEO beeinflusst den Erfolg

Wer denkt, dass nur der Pressesprecher den Kommunikationsjob des Unternehmens erledigt, der täuscht sich. Jeder, der in einem Unternehmen arbeitet und mit der Öffentlichkeit bestehend aus Lieferanten, Dienstleistern oder Geschäftspartner, wird automatisch mit seinem Unternehmen in Verbindung gebracht. Sich dies bewusst zu machen hilft, sein eigenes Verhalten nicht nur im persönlichen sondern auch im beruflichen Kontext zu betrachten.

Der CEO, Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzende ist einer dieser Personen, aber zusätzlich ist er oder sie unter besonderer Beobachtung. Daher hilft es – auch als Startup – bewusst mit der Rolle des CEO umzugehen und ihn gezielt in die Kommunikation einzubinden.

Die Aufgaben des CEO konzentrieren sich vornehmlich auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens und operative Geschäftsleitung. Der CEO eines Startups ist manchmal auch der Gründer und Eigentümer des Unternehmens. In dieser Situation konzentrieren sich jede Menge Aufgaben in einer Person. Damit dann die Kommunikation, das Image und der öffentliche Auftritt nicht auf der Strecke bleibt heute ein paar Tipps, wann es sinnvoll ist, den CEO aktiv in die Kommunikation nach außen oder innen einzubinden. In allen anderen Fällen steht der Pressesprecher in der vorderen Kommunikationsreihe.

Hin und wieder muss jeder CEO aus der Werkshalle und dem Büro raus und vor seine Mitarbeiter, Investoren oder die Öffentlichkeit treten, um Gutes oder weniger Gutes zu verkünden. Übliche Situationen sind:

1. Amtsantritt
Ein CEO startet in seiner neuen Rolle. So ein Schritt wird in der Regel von den unterschiedlichen Stakeholdern mit Interesse aber auch Skepsis aufgenommen, denn man weiß im ersten Moment nicht, was dies für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und alle Beteiligten bedeutet.
+++ Tipp +++
Nutzen sie dieses Gelegenheit für eine Pressemitteilung, Mitarbeiterversammlung oder eine Roadshow durch die Niederlassungen und zu den wichtigsten Partnern. So beherrschen Sie die Neugierde und bleiben Herr der Informationslage.

2. Bilanz (Rückblick & Ausblick)
Da der CEO der Kopf und das Gesicht eines Unternehmens ist, steht es ihm zu, wenigstens ein Mal pro Jahr die Öffentlichkeit über die Lage des Unternehmens zu informieren. Wie aktiv oder inaktiv Ihre Kommunikation auch ist. Die Jahresbilanz zum Zeitpunkt des Geschäftsjahresabschlusses sollte ein fester Termin im Kalender sein.
+++ Tipp +++
Veranstalten Sie eine Jahrespressekonferenz und laden sowohl lokale, nationale vielleicht auch internationalen und Ihren Fachmedien ein. Zusätzlich informieren Sie alle Ihre Lieferanten, Dienstleister, Partner und Banken mit einem Jahresbrief über den Geschäftserfolg.

3. Personal
Alle Themen, die mit der Erhöhung oder Reduzierung der Anzahl von Mitarbeitern einhergehen, sind Chefsache. Hinter diesen Entscheidungen stecken grundsätzliche Überlegungen und strategische Entscheidungen, die mit Erfolg oder Misserfolg verbunden sind. Dieser Bereich ist hochsensibel und sehr emotional, da unter Umständen persönliche Einzel- und Familienschicksale damit verbunden sind.
+++ Tipp +++
Halten Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig aber mindestens ein Mal pro Jahr über den Status des Geschäfts und wirtschaftliche Lage des Unternehmens auf dem Laufenden. Ziel sollte sein, unangenehme Entscheidungen nicht überraschend zu verkünden sondern als logische Folge einer Ereigniskette zu begreifen.

4. Strategie (Expansion & Fusion)
Eine strategische Entscheidung hat immer interne und externe Auswirkungen und soll im besten Falle dem Fortbestand und dem Erfolg des Unternehmens dienen. Gerade in einem erfolgreichen Startup werden am laufenden Band strategische Entscheidungen getroffen. Da gilt es abzuwägen, welche dieser Entscheidungen eine interne und eine externe Relevanz hat.
+++ Tipp +++
Die Art wie eine Strategie kommuniziert wird, sollte frühzeitig und am besten als Teil der Strategieentscheidung vorbereitet werden. Denn nach der Entscheidung bleiben bis zur Verkündung manchmal nur Stunden.

5. Krise
In der Ruhe liegt die Kraft – und dass gerade in der Krise. Damit der CEO in der Krise souverän kommunizieren und agieren kann ist er auf eine Menge kompetente Unterstützer in seinem Krisenstab angewiesen. Sie verschaffen ihm einen Überblick über die Situation, eröffnen Handlungswege und bereiten die Umsetzung von Entscheidungen vor.
+++ Tipp +++
In Krisensituationen leitet der Pressesprecher das operative Kommunikationsgeschäft. Die Mitteilung von Entscheidungen des Unternehmens mit großer Tragweite übernimmt der CEO.

CEO = Sympathieträger?!
Ob Startup oder Weltkonzern eines haben beide gemeinsam: Der CEO ist das Aushängeschild des Unternehmens, mit dem die Öffentlichkeit, Politik, Nachbarn, Banker, Lieferanten, Mitarbeiter und auch Investoren das Image des Unternehmens gleichsetzen. Das heißt für einen CEO nicht, ab sofort keine Privatsphäre mehr zu haben. Es heißt aber, dass sowohl das berufliche und als auch private Auftreten durchdacht sein sollten. Gerade in Zeiten, in denen dank der Medien und der Technologien nichts mehr privat ist, kann Unüberlegtes schnell gravierende Folgen haben.

Fazit
Die Rolle des CEO in der Kommunikation kann – geschickt eingesetzt – positiv und kompetent auf das Image einwirken. Zusätzlich zeigt sich hier deutlich, wie Wertsteigerung durch Kommunikation funktioniert. Jedoch ist die Sprecherrolle nicht nur eine Funktion sondern auch eine Charakterfrage.

Bildquelle Pixabay.com

Annett Oeding

Annett Oeding berät seit 22 Jahren Geschäftsführer und Vorstände in Kommunikationsfragen. Sie leitete Kommunikationsabteilungen von Konzernen und arbeitete als Pressesprecherin. 2013 gründete sie ihre eigene Strategieberatung für Kommunikation AOSK und unterstützt neben etablierten Unternehmen immer mehr Startups, die sie in unterschiedlichen Phasen kommunikativ berät, trainiert, coacht und begleitet. Alle Informationen finden Sie auch auf http://aosk.de/

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