Der Ablauf des Fundraisings bei Startups

Nur sehr wenige Startup Unternehmen verfügen über die finanziellen Mittel um ohne einen Investor das Wachstum des Unternehmens finanzieren zu können. Viele Startups müssen sich an Investoren wenden und Kapital einwerben.

Der Prozess des Fundraisings (Einwerben von Kapital) und worauf Gründer dabei achten sollten, wird nachfolgend dargestellt.

1. Den passenden Venture Capital Investor kontaktieren
Bevor ein Investor vom Gründer angesprochen wird sollte überlegt werden, welcher Investor der richtige für das Startup Unternehmen ist. Dies erhöht auch die Chancen auf eine Einladung zu einem ersten Gespräch. Wer der passende Investor ist, kommt auf verschiedene Dinge an. Möchte ein Startup zum Beispiel international expandieren ist es angebracht ein Investor anzusprechen, der ebenfalls international aufgestellt ist und bereits über Erfahrungen in den jeweiligen Ländern verfügt. Außerdem sollte der Investor bereits Erfahrung mit der Branche indem das Startup tätig ist, gemacht haben.
Bei der Ansprache des passenden Investors ist Networking gefragt. Die Ansprache per Standard E-Mail ist selten erfolgreich. Gründer können zum Beispiel durch Konferenzen direkt an Investoren gelangen oder Personen kennenlernen, die den Gründer beim Investor vorstellen können. Ein Gründer, der zum Beispiel über Empfehlung an einem Investor vermittelt wird, zeigt dass er ein gutes Netzwerk hat beziehungsweise aufbauen kann. Dies ist auch bei dem erfolgreichen Führen eines Unternehmens absolut unerlässlich.

2. Den Investor überzeugen (Pitch-Präsentation)
Wird der Gründer zu einem Meeting eingeladen, gilt es den Investor zu überzeugen (Pitch-Präsentation). Für die erste Pitch-Präsentation erhält der Gründer nicht viel Zeit, in der Regel eine halbe bis eine Stunde. In der Pitch-Präsentation sollte das Unternehmen und die Idee verständlich dargestellt werden. Auch auf die Wachstumsmöglichkeiten muss eingegangen werden. Ein Venture Capital Investor wird nur investieren wenn er in circa drei bis fünf Jahren sein investiertes Kapital um circa das fünf- bis Zehnfache vermehren kann. Dass das Startup in dieser Höhe wachsen kann muss aus der Präsentation hervorgehen.
Bei der Pitch-Präsentation müssen die Schwierigkeiten, die auf das Startup zukommen könnten, ebenfalls genannt werden. Damit zeigt der Gründer, dass er kein „Traumtänzer“ ist und potenzielle Probleme erkennen kann. Eventuelle Lösungsansätze für die Schwierigkeiten dürfen natürlich nicht fehlen. Nach erfolgreichen ersten Pitch wird der Gründer noch zu weiteren Gesprächen mit dem Investor eingeladen. Hierbei werden das Unternehmen und die Idee in weiterer Tiefe besprochen.

3. Beteiligungsvertrag
Hat der Gründer den Investor überzeugt, kommt es zu den Besprechungen über den Beteiligungsvertrag. Bei diesem Vertrag geht es im Wesentlichen um den Preis, den der Investor für seine Anteile zahlt sowie um die Rechte, die er erhält. Zu den Rechten gehört zum Beispiel die Anzahl der Sitze im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kontrolliert die Geschäftsführung und bestimmt über die wesentlichen Entscheidungen (zum Beispiel Erwerb eines Konkurrenzunternehmens oder Entlassung des Geschäftsführers). Der Gründer ist in der Regel auch Mitglied im Aufsichtsrat, jedoch kann ein Investor sich je nach Beteiligungsvertrag mehr Stimmrechte im Aufsichtsrat zusichern lassen. Dadurch kann es auch vorkommen, dass der Gründer als Geschäftsführer entlassen wird, wenn der Investor unzufrieden ist.

Der Preis, den ein Gründer für Anteile an seinem Startup erhält, ist somit nicht der einzig entscheidende. Auch die Aufteilung der Rechte zwischen dem Gründer und Investor sind wichtig.

Über den Autor
Daniel Burmester absolviert zurzeit sein Masterstudium an der Maastricht University sowie der Nova SBE in den Studiengängen Financial Economics und Finance. Er wird mit einem Double-Degree abschließen. Während des Bachelors im Studiengang „Internationales Finanzmanagement“ sammelte er Erfahrung in einem Startup Unternehmen. Außerdem arbeitete er in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie einer Bank, in der er internationalen Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen half. Im Masterstudium beriet er eine NGO beim Fundraising.
Linkedin www.linkedin.com/in/daniel-burmester

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