DENTTABS-Zahnputztabletten: Das totgesagte Pferd auf der Zielgeraden

Durchzuhalten entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Nicht immer, aber in den meisten Fällen. Manchmal muss ein Gründer jedoch länger als sehr lange durchhalten und sich sehr oft verzweifelt fragen: „Reite ich ein totes Pferd? Sollte ich besser absteigen und mit einem normalen Job Geld verdienen?“ Oder wie in diesem Fall: !Soll ich weiter das Geld verbrennen, das ich anderswo verdiene oder verdiente?“

Ich bin sowohl Autorin dieses Beitrags und Interviewerin als auch langjährige Weggefährtin des Unternehmens, zudem seit langem Überzeugungstäterin bei der Produktnutzung.

Die DENTTABS innovative Zahnpflegegesellschaft ist kein Startup im klassischen Sinne – jedoch ein Unternehmen, das Mut macht dranzubleiben.

Axel Kaiser: Es wurde weder in einer Garage gegründet noch stand ursprünglich eine Gründungsidee im Raum. Es ging lediglich um die Gefälligkeit des Berliner Dentallabors der Brüder Axel und Matthias Kaiser mit Namen proDentum Dentaltechnik gegenüber einem Kunden, dem Zahnarzt, Dr. Eifler, der an seiner Promotion arbeitete. Er sollte im Auftrag von Herrn Prof. Dr. Peter Gängler, damals Dekan der Privatuniversität Witten-Herdecke, herausfinden, ob ein Zahnpflegemittel, das ohne Wasser hergestellt wird, eine Wirkung hat, die der von Zahnpasta entspricht. Axel Kaiser nahm sich der Sache an und unterstützte ihn rein praktisch. Das Resultat: Das hergestellte Granulat stand der Pflegewirkung von Zahnpasta in nichts nach.

Soweit so gut, die Doktorarbeit wurde erfolgreich abgeschlossen. Doktorvater und Doktorand waren zufrieden. Das war 1998. Ende Gelände. Doch einer blieb dran: Axel Kaiser. Um die Geschichte abzukürzen: Es brauchte viele Jahre des Experimentierens, bis aus dem Granulat eine marktfähige Zahnputztablette entstand und noch mehr Jahre bis zum finanziellen Durchbruch. Der Erfolg kam tatsächlich erst mit der Umstellung auf plastikfreie Verpackung im Frühjahr 2019. Das Produkt als solches war ohnehin stets plastikfrei.

Lieber Herr Kaiser, was waren die drei größten Meilensteine?

Axel Kaiser: 2003 gab es anstelle des ursprünglich fabrizierten Granulats die erste anwendungstaugliche Zahnputztablette, die sich in nahezu gleichbleibender Qualität herstellen ließ.

Im Sommer 2009 wurde die Rezeptur der DENTTABS vom BDHI, dem Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel, als Naturkosmetik zertifiziert. Das sorgte für noch mehr Vertrauen und Reputation bei den Kunden und den Einstieg in die Biowelt.

Im Februar 2019 wurde das Produkt bei Deutschlands führender Drogeriemarktkette, dem dm-Drogeriemarkt, gelistet. Das Entree verschaffte die Plastikfreiheit von Produkt und Verpackung. Ein absoluter Glücksfall. Sie war förmlich getragen von der immer größer werdenden Unverpackt- und Plastikfrei-Welle. Schon kurz nach der Einführung bei dm explodierten die Verkaufszahlen. Sie erreichten in immer kürzer werdenden Zeiträumen Dimensionen, die zuvor Jahresumsätzen entsprachen. Plötzlich war ich, Axel Kaiser, der Underdog, der jahrelang von allen – mit Ausnahme der verschworenen Fangemeinde – belächelte Automechaniker ein Held. Viele Skeptiker wandelten sich über Nacht vom Saulus zum Paulus, also in solche, die es schon immer „gewusst“ haben, dass die DENTTABS ein Erfolg werden.

Was war der größte Fehler beziehungsweise was würden Sie heute anders mache?

Axel Kaiser: Mein Bruder Matthias und ich sind völlig planlos gestartet aus Hilfsbereitschaft und sind aus reiner Neugier und Interesse an der Produktidee drangeblieben. Es gab keine Gründungsidee in klassischem Sinne, sondern viel Eigendynamik beim Tun. Man muss erkennen, ab wann man einen Plan braucht. 

Ich selbst habe als Federführender zu oft auf vermeintliche Fachleute gehört, insbesondere Leute, die meinen, dass sie etwas vom Markt und vom Marketing verstehen, die jedoch dem Unternehmer oder Gründer nicht einmal zuhören können.

Man braucht Zahlen, nicht nur eine tolle Idee. Ohne aussagefähige Zahlen, die kontinuierliches Wachstum erkennen lassen, geht bei den Banken nichts, selbst wenn sie das Produkt verstehen. Wir haben unterschätzt, dass das umso mehr bei einem erklärungsbedürftigen Produkt wie den DENTTABS gilt.

Welches sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse für Gründer?

Es ist wichtig, immer authentisch zu bleiben, dazuzulernen, aber nie von der eigenen Haltung abzuweichen. So entstand mein Slogan: „Wenn richtig schon immer falsch war“. Damit meine ich, dass Zahnpflege, wie wir sie erlernt haben, nie die beste Lösung war. Jede Zahnpasta ist ein hochkomplexes Produkt mit vielen Inhaltsstoffen, deren Zusammenspiel vorsichtig formuliert nicht ausschließlich von Vorteil sein kann. Hierzu haben wir erstaunliches Kundenfeedback, jedoch keine Belege durch eine breit angelegte Studie, die  konnten wir uns nicht leisten. DENTTABS folgt demgegenüber dem Prinzip: „Reduced to the max“. Weniger ist mehr, es sind weniger als 10 Inhaltsstoffe, ein Bruchteil dessen, was in jeder Zahnpasta an unterschiedlichen Inhalten steckt. Also möglichst wenige Inhaltsstoffe und die auch ausführlich erklärt.

Zudem hat seinerzeit niemand mitbedacht, was für eine Abfallmenge an Plastik die Zahnpastanutzung verursachen würde. Es sind pro Jahr allein in Deutschland rund 200 Millionen Plastiktuben, die auf dem Müll oder gar in den Meeren landen. Ein Wahnsinn.

Man sollte die Erfahrungen anderer nicht fürchten, sondern sie sich zu Nutze machen. Man muss nicht alle Fehler selbst machen.

Planen, planen, planen. Ein Plan lässt sich ändern. Aber ohne Plan ist alles zu diffus, zu zufällig. Das kostet Zeit und Geld durch überflüssige Umwege. Ohne roten Faden keine Weitsicht, keine klare Ausrichtung.

Mehr Informationen erhalten Sie

über DENTTABS über www.denttabs.de

über proDentum über www.prodentum.de

Hinweis der Redaktion: Die DENTTABS-Zahnputztabletten werden vom Startup Valley Magazine in der Ausgabe November 2019 unter Lifestyle empfohlen – der hausinterne Produkttest wird für einen detaillierten Bericht fortgesetzt.

Fotograf Michael Hagedorn

Martina Haas ist Expertin für Networking & Business Kommunikation, Rednerin, Bestsellerautorin und Dozentin. Sie unterstützt Führungskräfte, Selbständige und Unternehmen beim Auf- und Ausbau von Netzwerken. Ihre Karriere begann sie als Rechtsanwältin in einer renommierten Freiburger Wirtschafts- und Steuerrechtskanzlei. Martina Haas war danach u. a. langjährig Führungskraft und Geschäftsführerin in einem internationalen Banken- und Immobilienkonzern.

Als Vortragsrednerin begeistert sie mit neuen Ideen zur professionellen Vernetzung und Karrierestrategien und ist zudem ein eingefragter Gesprächspartner der Medien. Der Ratgeber „Crashkurs Networking – In 7 Schritten zu starken Netzwerken“ ist ein Bestseller. Zur Frankfurter Buchmesse 2019 erschien das fünfte Buch von Martina Haas: „Vergesst Networking – oder macht es richtig! … sonst sind 90% der Kontakte für den Müll.“

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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