Die Bedeutung von Vertrieb nicht unterschätzen

Dennis Schenkel Initiator und Gründer des digital Misfits Festivals

Stellen dich doch bitte kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Dennis Schenkel und seit 2012 bin ich mit verschiedenen Themen in der Startup-Szene unterwegs. 2016 hat mich dieser Hintergrund und meine Erfahrungen dann zu einer digitalen Strategieberatung in Köln geführt. Durch die Erfahrungen aus meiner Vergangenheit und die Erlebnisse aus den zahlreichen Gesprächen mit den Kunden ist der Antrieb zur Gründung von Digital Misfits entstanden.

Welche Idee steckt hinter Digital Misfits?

Deutsche Unternehmen klagen seit Jahren über einen Mangel an Fachkräften und mit zunehmender Digitalisierung ist ein noch größerer Mangel abzusehen. Gleichzeitig nutzen insbesondere mittelständische Unternehmen noch Auswahlkriterien bei der Bewerberauswahl wie vor 30 Jahren. Der Lebenslauf steht häufig noch im Zentrum des Auswahlprozesses und Punkte wie abgebrochene oder lange Studien, autodidaktisches Aneignen von Fähigkeiten, Gründen von Startups oder ähnliches werden häufig nicht als die Vorteile gesehen, die sie wirklich sind. Unternehmen können diese Punkte häufig nicht greifen. Folglich sind ungradlinige Lebensläufe meist die ersten, die aussortiert werden.

Mit Digital Misfits wollen wir Unternehmen dafür sensibilisieren, dass sie bei der Personalauswahl mal über den Tellerrand hinausschauen. Häufig sind die besten digitalen Talente jene, die nicht dem althergebrachten Vorzeigebild eines Bewerbers entsprechen. Dies ist eine große Veränderung für HR-Entscheider und wir wollen ihnen helfen dies zu verstehen.

Gleichzeitig wollen wir diesen Menschen ohne gradlinigen Lebenslauf und ohne Aktenordner voller überbewerteter Zertifikate den Rücken stärken. Wir wollen diesen Misfits deutlich machen, dass sie ihre Fähigkeiten in einer digitalen Welt durchaus anders entwickeln können und sie mit diesen Fähigkeiten sehr wertvoll für viele Unternehmen sind. Sie sollen sich nicht einschüchtern lassen von verkrusteten Strukturen und Denkmustern in Unternehmen und stolz auf ihr eigenes Misfit-Dasein sein.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was waren die größten Herausforderungen?

Wir sehen uns weniger als Unternehmen, sondern eher als Initiatoren einer Bewegung. Wir wollen Aufmerksamkeit auf ein Problem lenken und bei der Lösung behilflich sein. Doch können wir nicht alleine die Arbeitswelt der Zukunft für digitale Talente verändern. Das ist eine Anstrengung von vielen Organisationen und Individuen.

Gegenwärtig konzentrieren wir uns sehr auf die Umsetzung unseres ersten Digital Misfits Festival und andere Events. Mit einem solchen Konzept ist man in großem Maße abhängig von Sponsoren, um die entstehenden Kosten zu decken. Leider sind wir jedoch erst bei unserem ersten größeren Event und potenzielle Sponsoren sind noch sehr zurückhaltend. Es ist für diese Unternehmen schwer den Erfolg der Events abzuschätzen und somit ist es für uns schwer zu Beginn die nötigen Gelder zu sammeln.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag im Digital Misfits Team aus?

Das Team rund um Digital Misfits besteht zur Zeit aus vier Menschen, die ihr Engagement neben ihren Alltagsjobs einbringen. Von einem normalen Tagesablauf kann daher nicht die Rede sein. Die Organisationsarbeit und Abstimmung im Team läuft zumeist nach Feierabend oder am Wochenende. So werden viele Gespräche mit potenziellen Partnern und Sponsoren geführt und zahlreiche organisatorische Aufgaben abgearbeitet. Dabei wird im Team immer spontan geguckt, wer grade zeitliche Kapazitäten frei hat und sich um Themen kümmern kann. Besonders von Vorteil ist dabei, dass alle Teammitglieder Allrounder sind und fast alle Aufgaben selber unabhängig voneinander lösen können.

Über welches Themen werden Sie auf dem Digital Misfits Festival referieren?

Ich selber werden auf dem Digital Misfits Festival nicht referieren, aber wir haben viele tolle Referenten vor Ort. Referenten wie Ali Mahlodji und Coskun Tuna werden ihre eigenen Geschichten als Misfit mit den Teilnehmern teilen und jeden Menschen vor Ort dazu anstiften den eigenen inneren Misfit rauszulassen. Gleichzeitig wollen wir mit Formaten wie einem Corporate Fishbowl auch Unternehmen mit ins Boot holen und ihnen zeigen, wie sie digitale Talente heute finden können und auch Digital Misfits für ihr Unternehmen begeistern können.

Und war wichtig, dass wir keine weitere Standard Digital Konferenz produzieren, sondern etwas Besonderes. Wir werden im Laufe des Tages sehr viel Raum dafür schaffen, dass sich jeder Mensch vor Ort selber mit einbringen kann. Selbst wie Organisatoren wissen nicht, was es final beim Festival alles geben wird. Wir selber lassen uns von der Kreativität und der Energie der Teilnehmenden überraschen und freuen uns sehr darüber.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?

Die Szene und die neuen Startups sind ernsthafter geworden. Vor einigen Jahren galt Gründen noch als cool und es ging mehr darum CEO auf der Visitenkarte stehen zu haben, als wirklich etwas zu bewegen. Traumschlösser waren das meiste was zu der Zeit gebaut wurde. Inzwischen geht es aber mehr darum wirkliche Probleme zu lösen und auch nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Aus meiner Sicht ist das eine sehr gute Entwicklung.

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?

Das kann sehr vielfältig sein. Von der mangelnden Marktvalidierung, über schädlichen Perfektionismus und Selbstzweifel ist vieles möglich. Häufig mache ich jedoch die Erfahrung, dass Gründer die eigene Lösung und die Potenziale überschätzen.

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?

Homo Deus von Yuval Noah Harari

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Wir wollen insbesondere das Digital Misfits Festival in den nächsten Jahren zu einem großen Event für die digitalen Querdenker, Revolverhelden und Sonderlinge der deutschen Wirtschaft entwickeln. Wir wollen die Events zu einer Plattform entwickeln, in der die Talente im Fokus stehen und Unternehmen sich deren Bedürfnisse und Wünsche für die Arbeitswelt der Zukunft ernsthaft annehmen.

 Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Nicht langweilig und 0815 sein, sondern auch mal polarisieren.

Einfach loslegen und wenig Wert auf Perfektionismus legen.

Die Bedeutung von Vertrieb nicht unterschätzen.

Wir bedanken uns bei Dennis Schenkel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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