Samstag, August 13, 2022

Lerne möglichst früh zu delegieren und abzugeben!

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Digitales Beziehungscoaching von Dearest – individuelle Beratung durch ausgebildete Coaches – alles per Smartphone

Stellen Sie sich und das Startup Dearest doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Katharina Wäschenbach und ich bin Mitgründerin von Dearest. Dearest ist eine digitale Lösung, die ohne große Hürden professionellen und schnellen Zugang zu Beziehungscoaching bietet – sowohl für Paare, als auch für Singles.


Partner:innen und Beziehungen über Dating-Apps zu finden, war nie leichter als heute. Ein paar mal swipen, die richtigen Worte finden und mit etwas Glück läuft die Sache. Doch niemand zeigt uns, wie wir diese Beziehungen auf eine gesunde Weise führen können. Bei all den Informationen, die das Internet bietet, gibt es nur wenige Möglichkeiten, schnellen und unkomplizierten Zugang zu Beziehungsfragen, die professionelle Beratung benötigen, zu bekommen. 

Klassische Paartherapie und Coaching sind mit langen Wartezeiten und hohen Kosten verbunden und damit nur für eine kleine Zielgruppe zugänglich. Dearest bietet einen einfachen und niedrigschwelligen Zugang zu Antworten auf Beziehungsfragen und zur individuellen Beratung durch ausgebildete Coaches – alles per Smartphone.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe schon früh danach gestrebt, irgendwann mein eigenes Ding zu machen, selbst zu gründen. Das liegt sicher auch daran, dass meine Eltern Unternehmer sind. Ich bin also mit dem Thema Selbstständigkeit und Unternehmertum aufgewachsen. Ich habe Media Management, Global Governance & Management mit Schwerpunkt auf Human Resources studiert und dann eine Weiterbildung zur Paartherapeutin gemacht. Schon damals, als ich noch in diesem Beruf praktizierte, fiel mir auf, dass es keine guten digitalen Lösungen für den Umgang mit Beziehungsfragen und -problemen gibt. Während der Corona-Pandemie hat das Thema dann zusätzlich an Relevanz gewonnen. Ich habe festgestellt, wie alle um mich herum – Freunde, Familie, Kolleg:innen – sich mit dem Thema Beziehungen auseinandergesetzt haben und welche Auswirkungen die Pandemie auf Beziehungen hatte, nicht nur auf die romantischen, sondern auch auf Beziehungen in der Familie und am Arbeitsplatz.

Das hat mir und meinem Mitgründer Lukas dann den letzten Anstoß gegeben, um Dearest zu gründen und so den Zugang zu Beziehungscoaching zu demokratisieren und darüber aufzuklären, welche Wege es gibt, an Beziehungen zu arbeiten und ihre Qualität zu verbessern.

Was war bei der Gründung von Dearest die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung auf unserem bisherigen Weg war – und ist noch immer – die Entstigmatisierung von Beziehungsproblemen. Im Schnitt warten Paare sechs Jahre, bis sie sich dazu entschließen, gemeinsam in Therapie oder zum Coaching zu gehen. Oft sind die Probleme dann leider schon sehr verhärtet. Wir wollen ein Umdenken erreichen und bewirken, dass Menschen sich präventiv um die Gesundheit und Qualität ihrer Beziehungen kümmern, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Mit einer Idee los zu legen, wenn noch nicht alles klar definiert und perfekt ist, ist doch eigentlich gerade das Spannende! Man legt mit einer Hypothese los und testet, ob die Lösung hunderte oder eher hunderttausende von Nutzer:innen anspricht. Sie Schritt für Schritt kennenzulernen macht unheimlich viel Spaß. Mit Hilfe von User-Testing entwickelt man die Lösung dann immer weiter und lernt auf diese Weise unheimlich viel Neues über das eigene Herzensthema. 

Welche Vision steckt hinter Dearest?

Wir wollen dazu beitragen eine Welt zu schaffen, die Menschen ermutigt, Beziehungen auf der Grundlage von Authentizität und Selbstfürsorge aufzubauen und dabei Ganzheit mit sich selbst und anderen zu finden. Unser Ansatz ist wissenschaftlich fundiert: wir arbeiten mit Methoden aus der Kognitiven Verhaltenstherapie, systemischem Coaching und der Emotion focussed Therapy (EFT). Langfristig wollen wir der erste Ansprechpartner für alle Fragen rund um soziale Beziehungen werden – jedoch nicht als Paarlösung, sondern für Einzelnutzer:innen. 

In meiner Zeit als Paartherapeutin habe ich immer wieder erlebt, wie zwei Menschen versuchen, das Trauma des einzelnen gemeinsam zu lösen und das funktioniert einfach nicht.

Wer ist die Zielgruppe von Dearest?

Dearest richtet sich an Menschen jeden Alters, die offen gegenüber digitalen Lösungen sind und präventiv etwas für die Gesundheit und die Qualität ihrer Beziehungen tun wollen. Aktuell liegt die Altersspanne unserer Nutzer:innen zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Die Mitte-20-Jährigen von heute haben einen viel ausgeprägteren Zugang zu sich selbst viel präsenter und auch die Offenheit gegenüber digitalen Gesundheitslösungen ist groß. 74% der Millennials können es sich vorstellen, digitale Unterstützung zur Verbesserung ihrer mentalen Gesundheit in Anspruch zu nehmen. Wir wollen diese Chance nutzen und proaktiv der jungen Generation dabei helfen, gesunde Beziehungen zu führen und damit ihre Lebenszufriedenheit zu steigern.

Wie funktioniert Dearest?

Dearest nimmt Nutzer:innen auf eine digitale Lernreise mit, in deren Verlauf sie lernen, ihre Beziehungen Schritt für Schritt zu verbessern. Während des Onboarding-Prozesses helfen wir ihnen dabei, zu identifizieren, welche Beziehungsthemen sie gerade umtreiben. Im Bereich “Grow” erhalten sie Übungen, Tests und weiterführende Artikel, die auf genau diese Bedürfnisse zugeschnitten sind. Im Bereich “Talk” geht es dann in den Austausch mit unseren Coaches. In einem kostenfreien Erstgespräch evaluieren sie die konkrete Problemstellung, damit ein fachgerechtes, individuelles Coaching erfolgen kann. Im Bereich “Reflection” geht es dann darum, das Gelernte zu reflektieren und im Alltag anwenden zu können.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Auf dem deutschen Markt gibt es bislang keine andere digitale Lösung, die weiterführende Inhalte zum Thema Beziehungen und persönliche Coaching-Sessions mit professionellen Paartherapeut:innen kombiniert. In der Regel findet Beziehungsberatung noch immer in einer Praxis statt und das ist einfach nicht mehr zeitgemäß: Spätestens seit der Corona-Pandemie hat das Interesse der Menschen an der digitalen Arztkonsultation stark zugenommen. Außerdem ist es oft hilfreicher, erst einmal alleine mit einem Coach zu sprechen, anstatt in der Paarkonstellation. Darüber hinaus gibt es kaum eine Beziehungsberatung, die auch Singles anspricht. Dabei kann es gerade auch für Singles sehr hilfreich sein, sich bewusst zu machen, was sie eigentlich von einer potentiellen Beziehung erwarten und wie sie das am besten kommunizieren können. 

Dearest, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir die führende Lösung für digitales Beziehungscoaching sein. Dearest wird dazu beitragen, das Beziehungscoaching gesellschaftsfähig wird und Menschen sich ohne Scham darüber austauschen können. Das Demokratisieren und Normalisieren von Herausforderungen und Problemen in Beziehungen wird ihre Qualität verbessern – egal ob in Form von Partnerschaften, Freundschaften, Familien oder am Arbeitsplatz. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

In meinem Netzwerk mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Frauen viele Selbstzweifel haben und Misserfolge und Kritik sehr zu Herzen nehmen, das gilt auch für mich persönlich. Es gehört dazu, mit Zurückweisung zurechtzukommen, man darf sich davon allerdings nicht bremsen lassen. Das muss man unbedingt lernen, sonst ist das Leben als Gründer:in sehr herausfordernd. 

Was mir auf meinem bisherigen Weg unheimlich geholfen hat: Ein “Sounding Board”, also eine Gruppe vertrauter Gründer:innen, mit denen ich mich offen über diese Herausforderungen austauschen kann und die auch ihre persönlichen  Erfahrungen teilen. Zu wissen, dass ich mit meinen Sorgen und Ängsten nicht alleine bin, hilft ungemein und gibt mir Kraft.

Mein dritter Tipp: Lerne möglichst früh zu delegieren und abzugeben! Das ist gerade als Gründer:in schwer, schließlich startet man meist allein oder zu zweit und hat zunächst die Kontrolle über so gut wie alle Bereiche und Belange des Unternehmens. Auch wenn das Unternehmen wächst, fühlt man sich in der Verantwortung und will die Kontrolle behalten, aber auf Dauer funktioniert das natürlich nicht. Die Thema Team und Unternehmenskultur spielen da eine wichtige Rolle: Wenn ich weiß, dass die Leute zu hundert Prozent hinter meiner Idee stehen, kann ich auch leichter Aufgaben abgeben.

Wir bedanken uns bei Katharina Wäschenbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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