Nigeria braucht Unternehmer, auch aus dem Ausland

Daystar Power komplette Energielösungen mit Solarstrom

Stellen Sie sich und das Startup Daystar Power kurz unseren Lesern vor!

Daystar Power ist ein westafrikanischer Solarenergieversorger, das afrikanischen Unternehmen und Institutionen, darunter Banken, Industrieunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe, komplette Energielösungen mit Solarstrom anbietet. Die Lösungen bieten den Unternehmenskunden von Daystar Power eine zuverlässige Energiequelle, reduzieren gleichzeitig die Betriebskosten und minimieren den Einsatz von Dieselgeneratoren für den Betrieb. Daystar Power wurde 2017 von mir und Jasper Graf von Hardenberg in Lagos gegründet und durch den afrikanischen Venture Builder Sunray Ventures entwickelt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich lebe schon seit etwa 15 Jahren in Afrika, davon allein 10 Jahre in Nigeria. Ursprünglich war ich in Afrika als Direktor bei der Barclays Bank tätig. Ich habe sehr schnell festgestellt, dass Nigeria nicht nur ein erstaunliches Entwicklungspotential für Investoren bietet; sondern dass es in der Bevölkerung sehr gut ausgebildete und hochmotivierte Leute gibt, die alles geben, um etwas zu erreichen. Ein Beispiel: In Nigeria können Sie sich mit wichtigen Geschäftspartnern, wenn es wichtig ist, auch mal an einem Sonntag um 7 Uhr verabreden. Versuchen Sie das mal in Frankfurt.

Welche Vision steckt hinter Daystar Power?

Nigeria hat wie viele Länder Afrikas ein Stromproblem. Und ich rede hier nicht nur von Stromausfällen; ich rede davon, dass Sie, wenn Sie hier eine Fertigungsanlage bauen wollen, ohne irgendein Stromnetz planen müssen. Das führt zu einer parallelen Infrastruktur an Dieselgeneratoren, die nicht nur einen Höllenlärm verursachen, sondern auch gesundheitsschädigend sind und die Umwelt massiv belasten.

Zum Glück ist die Solartechnologie mittlerweile schon so weit fortgeschritten, dass die Photovoltaikmodule, die wir installieren, auch für afrikanische Unternehmer bezahlbar sind. Hinzu kommt, dass wir unsere Kunden nach der Montage nicht im Regen stehen lassen, sondern als nigerianisches Unternehmen einen vollumfänglichen Wartungsservice anbieten können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die nigerianische Wirtschaft ist stark unterfinanziert. Es ist nicht einfach, ausländische Investoren von den Chancen in Nigeria zu überzeugen. Für viele ist Afrika noch ein weißer Fleck. Dabei bieten sich gerade hier – vor der Haustür Europas – herausragende Entwicklungsmöglichkeiten. Letztendlich haben wir mit Verod einen nigerianischen Investor und mit Persistent Energy einen Solarenergiespezialisten gefunden, die den hiesigen Markt gut verstehen.

Wer ist die Zielgruppe von Daystar Power?

Zu unseren Kunden zählen Industrieunternehmen ebenso wie Banken und landwirtschaftliche Betriebe. Auch medizinische und Ausbildungseinrichtungen, die die Bundeswehr in hier gemeinsam mit der nigerianischen Armee betreibt, zählen zu unseren Kunden. Ihnen ist gemein, dass Sie zwischen 20 bis 30 Prozent Kosten einsparen wollen, indem sie ihre Stromversorgung auf Solarenergie umstellen.

Wie funktioniert Daystar Power? Wo liegen die Vorteile?

Daystar Power liefert Solarstromsysteme von 20 KWp bis zu 5 MWp. Wir bieten unseren Kunden eine monatliche Zahlungsmöglichkeit, die den Investitionsaufwand reduziert und so den Wechsel zu einer saubereren Energielösung erleichtert. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von Daystar Power ist die Fokussierung auf eine hohe Servicequalität unter Verwendung von erstklassigen Geräten mit langfristigen Garantien und einem starken lokalen technischen Support-Team.

Wie ist das Feedback?

Zunächst einmal haben wir sehr positives Feedback von unseren Mitarbeitern vor Ort erhalten. Wir beschäftigen Nigerianerinnen und Nigerianer – vom hochqualifizierten Ingenieur bis zum ungelernten Hilfsarbeiter. Ihnen allen bieten wir Arbeitsbedingungen nach deutschen Standards. Wir zahlen über dem Durchschnitt und bieten allen Beschäftigten eine vollumfängliche Krankenversicherung. Dies ist ein absolutes Novum in Nigeria. Dafür haben wir Mitarbeiter, die hochmotiviert sind und zu 100 Prozent auf unserer Seite stehen. Auch bei den Kunden sehen wir, dass die Nachfrage ständig wächst. Die Auftragsbücher sind voll und wir planen bereits weiterführende Konzepte.

Daystar Power, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen auf jeden Fall expandieren. Dazu werden wir demnächst eine Niederlassung im benachbarten Ghana eröffnen. Auch planen wir ein Franchise-System, um das große Potential auch in der Fläche umsetzen zu können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

I.              Nigeria braucht Unternehmer, auch aus dem Ausland. Jeder Unternehmer, der ernsthaft etwas erreichen will, ist hier hochwillkommen. Dazu benötigt man jedoch ein Commitment zum Standort: Wer Montags einfliegt und Freitags wieder zurück, verliert die Nähe zum Kunden und kann so auf Dauer nicht erfolgreich sein

II.            Die Zeiten der generösen Entwicklungshilfe sind vorbei. Wer mit Nigerianern Geschäfte machen will, muss ihnen auf Augenhöhe begegnen. Nur als gleichwertiger Geschäftspartner gewinnt man hierzulande das Vertrauen.

III.           Nigeria hat im Vergleich zu Deutschland geringere Arbeitskosten. Das ist ein Standortvorteil. Den sollte man jedoch nicht ausnutzen, und Löhne und Leistungen drücken. Wer jedoch in Afrika europäische Standards setzt, kann sich langfristig behaupten und sichert sich langfristig gute Mitarbeiter und treue Kunden.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian Wessels für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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