Daniel Höpfner: It’s all about passion and focus

Treffen Sie Daniel Höpfner Co Founder von b10 auf dem Startup Camp am 12 und 13 April in Berlin

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern kurz!
Daniel Höpfner: Ich bin Gründer und Managing Director von b10. Ich investiere in Early-Stage Startups und unterstütze diese mit unserem operativen Team auf dem Weg eine Industrie erfolgreich aufzumischen. Nachdem ich als Consultant in der Old Economy nicht glücklich wurde, arbeitete ich für verschiedene Startups im Silicon Valley und gründete später in Berlin selbst PressMatrix, die Plattform für smartes Publishing.

Stellen Sie uns doch kurz das Unternehmen b10 vor?
Daniel Höpfner: b10 ist ein Early-Stage-Fund mit Fokus auf B2B-Startups, die das Potential zum „Category Killer” haben. Heißt, sie können ihre Marktnische dominieren und aus dieser heraus weiter erfolgreich wachsen. Wir unterstützen unser Portfolio nicht nur mit Geld, sondern agieren als Operational Investor an der Seite der Gründer und unterstützen aktiv mit einem Team von Spezialisten in den Bereichen Recruitment, UX/UI, Content/Kommunikation, Finance, Fundraising, Legal etc. beim Firmenaufbau.

Welche Vision steckt hinter b10?
Daniel Höpfner: „Beat the System” – Henri und ich waren selbst einmal Gründer und wollen unserem Portfolio das bieten, was wir als Gründer gerne von einem Investor bekommen hätten: Operative Unterstützung. Zusammen mit der Fokussierung auf eher wenige Investments (insgesamt 10) glauben wir ein anderes, nachhaltigeres Venture Capital Modell aufbauen zu können. So können wir signifikant höhere Exits für die Gründer und bessere Returns für b10 erreichen als der typische Venture Capital Investor.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Daniel Höpfner aus?
Daniel Höpfner: Typischerweise stehe ich um 6.30 Uhr mit dem Klingeln meines Weckers auf – meist schafft es jedoch meine kleine Tochter mich bereits früher aus dem Bett zu „hauen”. Eine besondere Morgenroutine habe ich nicht, meist werden gleich in der Früh E-Mails gecheckt, News gelesen und kurz Social Media durchkämmt. Danach geht es zum Sport oder gemeinsamen Frühstück mit der Familie. Spätestens um 10 Uhr bin ich im Office.

Dort erwarten mich den Tag über Pitches von interessanten Startups und Gespräche mit unseren Portfolio-CEOs. Beim Mittagessen werden andere Investoren getroffen, die Interesse an einer unserer Portfolio-Companies haben. Danach geht es weiter mit Diskussionen zu aktuellen Projekten unseres Operational-Teams und weiteren Pitches, von interessanten Startups. Am Abend geht es oft zu Startup-Veranstaltungen wie unserem Venture-Capital-Meetup und danach zum Abendessen mit einem Gründerteam, um sie auch in privater Umgebung kennenzulernen. Meist komme ich gegen 22 Uhr nach Hause und verbringe die restliche Zeit mit meiner Frau oder erledige andere Verpflichtungen.

Über welche Themen werden Sie auf dem Startup Camp in Berlin referieren?
Wir organisieren den Fundraising-Track des Startup Camp Berlin. Unser Fokus liegt komplett auf dem Thema Startup-Finanzierung. Woher kommt das Geld, wenn das Startup wächst? Welche Arten der Finanzierung gibt es? Was sind ICO’s und sind sie wirklich ein valider Weg für die Finanzierung? Wir beschäftigen uns thematisch von Venture Capital über Crowdfunding bis hin zu klassischen Fördermitteln.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Die Szene ist größer und insgesamt professioneller geworden. So abgedroschen es mittlerweile klingen mag: Berlin wird dem Silicon Valley immer ähnlicher, zeigt dabei aber weiterhin seinen eigenen, besonderen Charakter. Wir treffen immer mehr Leute mit den verschiedensten Hintergründen, die ernsthaft erwägen ein eigenes Startup zu gründen. Der inoffizielle Austausch zwischen den Gründern wird stärker und offener. Und der Wettbewerb um die besten Gründerteams und Talente wird stärker. Berlin ist den Kinderschuhen entwachsen und zum Teenager geworden: verantwortungsbewusster, manchmal etwas zickig, aber auf jeden Fall auf dem guten Weg.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Die Klassiker: 1.) der Fokus auf ein echtes, signifikantes Problem ist zu schwach 2.) der Gründer fokussiert sich auf viele Projekte und nicht allein auf das Startup 3.) der Aufwand zum Aufbau der Firma und für Fundraising unterschätzen – denn grundlegend gilt: es dauert doppelt so lange und kostet doppelt so viel wie im Businessplan vorgesehen

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Ein wirklich schönes Buch von John Strelecky: “Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben”. Das Buch hat mir einer unserer Portfolio-CEO’s empfohlen, Gründer sollten es auf jeden Fall lesen. Das Buch beschreibt sehr gut, warum jedes Unternehmen für sich den ZDE (Zweck der Existenz) definieren sollte und nach diesem handeln sollte. Auch persönlich sollte jeder für sich ZDEs bzw. seine Big Five for Life definieren – fünf Erlebnisse oder Dinge, die ich tun oder erleben möchte, bevor ich sterbe.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Das Venture Ökosystem hat sich in Europa noch stärker in Berlin zentriert, alle Beteiligten sind noch professioneller geworden, es wird mehr von einem VC erwarten – ein echter Mehrwert der über Geld hinausgeht. Operative Unterstützung wie wir sie bieten wird in der frühen Phase immer wichtiger. Dabei wird es nicht bleiben, wir als b10 werden uns als Early-Stage-Investor stetig weiterentwickeln und dabei die im Venture-Capital-Ökosystem notwendige Weiterentwicklung vorantreiben.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
Im Grunde ist es ganz einfach:
1. It’s all about speed and execution
2. It’s all about passion and focus
3. It’s all about culture and people
Wichtig ist, dass diese drei Grundsätze nicht nur auf die Wand geschrieben werden, sondern tatsächlich Teil des Lebens der Gründer werden.

Wir bedanken uns bei Daniel Höpfner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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