Gebe nicht auf!

Cutetips sind bunte Wattestäbchen aus Bambus

Stellen Sie sich und das Startup Cutetips doch kurz unseren Lesern vor! 

In einem Satz: Cutetips sind bunte Wattestäbchen aus Bambus. Unser Team besteht aus uns zwei Brüdern Markus und Marius. Wir haben Cutetips Ende 2018 gegründet und möchten Plastikwattestäbchen schon vor den neuen EU-Gesetzen ab 2021 von dem Markt verdrängen. 

Wie ist die Idee zu Cutetips entstanden? 

Wir beide sind interessiert an umweltbezogenen Themen. So haben wir auch die Entscheidung des europäischen Parlaments für ein Verbot von Einwegplastik ab 2021 begrüßt – ein riesiger Erfolg für den Naturschutz. Daraufhin kam Marius die Idee: „Warum so lange warten?“ Die Gesellschaft will nachhaltigere Produkte, es besteht eine große Nachfrage und es gibt schon jetzt vernünftige Alternativen für viele Plastikprodukte.

Marius kam dann auf Wattestäbchen und Bambus-Wattestäbchen als nachhaltiges Substitut. Wattestäbchen werden einmal verwendet und dann weggeworfen, sie machen leider einen schwerwiegenden Anteil der Plastikverschmutzung in den Weltmeeren aus. Von Anfang an sollten Cutetips aber auch Spaß an Nachhaltigkeit vermitteln. Cutetips sind „cute“, bunt und sollten allein schon deswegen attraktiver sein als die herkömmlichen und eher langweiligen Wattestäbchen. 

Welche Vision steckt hinter Cutetips? 

Unsere Überzeugung ist es, dass Produkte, die nach ihrer Nutzung desaströse Verschmutzung anrichten durch Innovationen abgelöst werden können. Wir wollen die Idee von Circular Economy ein Stück weiterbringen. Ein Produkt, dass nur einmal verwendet wird und dann für Jahrhunderte in den Ökosystemen bleibt ist nicht mehr tragbar. Der Vorteil an Cutetips aus Bambus ist, dass sie in kürzester Zeit kompostiert werden können. Auf diesem Weg werden sie der Natur wieder zugefügt, das ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit.

So möchten wir den Menschen also zeigen, dass man bei Wattestäbchen gut und gerne auf Plastik verzichten kann und gleichzeitig auch persönlich davon profitiert. In erster Linie erhoffen wir uns, die Menschen mit dem ansprechenden Design unserer Cutetips zu nachhaltigem Verhalten motivieren zu können. Neben dem Aspekt Umweltverträglichkeit wollten wir aber auch ein verbessertes Produkt auf den Markt bringen. Bei anspruchsvollen Kosmetikanwendungen ist die hochwertige Verarbeitung und Stabilität unserer Cutetips klar von Vorteil. 

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Die größte Herausforderung war es einen geeigneten Lieferanten zu finden, der neben guter Qualität und Einhaltung der Hygienevorschriften, kurzen Lieferzeiten, guten Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter auch ein zu 100% nachhaltiges Produkt produzieren kann. Auf der Suche hatten wir es mit einigen dubiosen Geschäften zu tun und sind deshalb sehr froh unseren derzeitigen Geschäftspartner gefunden zu haben. 

Darüber hinaus wollten wir das Projekt mit Bootstrapping angehen. Dafür bräuchte man aber natürlich auch etwas Kapital. Bis zu einem gewissen Maß konnten wir unsere Reserven nutzen, da wir beide noch Studenten sind, sind diese leider nicht allzu groß, was uns vor einige Schwierigkeiten gestellt hat und noch immer stellt. 

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden? 

Eigenkapital von Dritten war uns zu teuer. Außerdem müssten wir viel zu viel Kontrolle aufgeben, um Investoren überzeugen zu können, wir wollen unsere Entscheidungen selbst treffen. Das Projekt sollte auch eine Lernerfahrung sein, bei der wir auf uns allein gestellt sind. Fremdkapital hätten wir nur zu sehr schlechten Konditionen erhalten können. So haben wir uns für eine Finanzierung durch Crowdfunding entschieden. Crowdfunding war für uns eigentlich die einzig sinnvolle Variante der Finanzierung. Da es sich bei Cutetips um ein verhältnismäßig günstiges und unkompliziertes Produkt handelt, das mit relativ niedrigen Kosten hergstellt wird wollen uns aus eigener Kraft finanzieren. Durch die Crowdfunding-Plattform können unsere Kunden vorweg bestellen und wir müssen unsere eigenen Finanzen nicht strapazieren um in Vorkasse zu gehen. 

Wo sehen Sie die Vorteile für sich? 

Neben den klaren Vorteilen des Produktes, haben wir mit Cutetips eine ansprechende Marke erschaffen. Der Name geht ins Ohr, das Logo ist einprägsam und sticht zwischen den Wettbewerbern hervor. Das wollen wir nutzen. Durch die bunte Aufmachung kombinieren wir Spaß und Nachhaltigkeit, was uns von der Konkurrenz abhebt. Wir wollen nicht nur die ökologische Kundengruppe überzeugen. Diese Gruppe ist nämlich sowieso schon umweltbewusst und nachhaltig in ihrem Konsum, bzw. entscheidet sich tendenziell gegen schädliche Produkte.

Viel interessanter ist es für uns daher, mit unserer starken Marke auch andere Gruppen anzusprechen, die bisher nicht umweltbewusst konsumiert haben. So kann man noch mehr Menschen und neue Konsumentengruppen zu nachhaltigem Verhalten bewegen. Heutzutage wird der Eindruck erweckt, dass Klima- und Umweltschutz nur mittels Verzichtes erreicht werden kann. Cutetips haben das Potential zu verdeutlichen das Klima- und Umweltschutz auch ohne Verbot per Gesetz, sondern durch Innovative Lösungen möglich ist. 

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen? 

Cutetips sind bunte Wattestäbchen aus Bambus

Bei erfolgreicher Finanzierung wollen wir die Gesellschaftsform wechseln und eine Unternehmergesellschaft (UG) werden. Auf dieser Grundlage wollen wir unsere Geschäfte in Zukunft führen, da wir auch einige Planungen für den b2b-Bereich haben. In diesem Geschäftsbereich wollen wir noch professioneller als Kapitalgesellschaft auftreten. 

Viel wichtiger ist aber die Umsetzung einer intensiven Marketing-Kampagne um Cutetips einer breiteren Masse bekannt zu machen. Im selben Zug wollen wir einen ausreichenden Bestand am Cutetips aufbauen um immer lieferbar zu sein. 

Sollten wir unser zweites Finanzierungsziel erreichen, gehen wir davon aus, dass eine hohe Nachfrage für Cutetips besteht. In dem Fall wollen wir eine eigene Produktion aufbauen. Warum? Unabhängigkeit und vor allem eine noch nachhaltigere, lokale Produktionsstätte. Mit einer kleinen Anlage können wir ausreichen Cutetips produzieren und gleichzeitig auf CO2-intensive verzichten.

Unser Plan ist es, die Materialien von innereuropäischen Quellen zu beziehen. Bambus-Anbau ist vielerlei Hinsicht umweltfreundlich. Bambus speichert große Mengen an CO2 und wächst extrem schnell nach. Außerdem ist Bambus sehr robust und einige Sorten können sogar noch in unseren Breitengraden problemlos wachsen. Es ist also möglich eine umweltverträgliche Produktion im Herzen von Europa aufzubauen. 

Wer ist die Zielgruppe von Cutetips? 

Wir möchten Leute ansprechen, die bewusster und nachhaltiger leben wollen. Cutetips eignen sich durch ihre hochwertige Verarbeitung hervorragend zum. Alle Frauen, Männer und Diverse, die höhere Qualität bei Kosmetikanwendungen suchen, um bessere Ergebnisse zu erzielen, gehören daher auch zu unserem potentiellen Kundenkreis. 

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Der große Vorteil unserer Bambuswattestäbchen liegt nicht nur in der Nachhaltigkeit, sondern auch in ihrer Stabilität, besonders gegenüber Wattestäbchen, deren Schaft aus Papier gewickelt ist. Unser Ziel ist es Cutetips lokal herzustellen. Die meisten Anbieter von Bambuswattestäbchen produzieren in Fern-Ost, oftmals China, damit ist zwar das Material nachhaltig, nicht aber die gesamte Logistik hinter dem Produkt. Obwohl wir derzeit auch aus diesen Regionen importieren, handelt es sich dabei nur um eine Zwischenlösung und nicht um einen Dauerzustand. Wir haben detaillierte Pläne, um die Produktion nach Deutschland zu holen. 

Cutetips, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

In den nächsten 5 Jahren möchten wir alle Hersteller von Plastikwattestäbchen vom Markt verdrängen und im Markt für Bambuswattestäbchen eine führende Rolle einnehmen. Dazu möchten wir in 5 Jahren gezeigt haben, dass es möglich ist ein ehemaliges Single-Use Produkt in ein nachhaltiges und lokal produziertes Äquivalent umzuwandeln. Wir möchten der Gesellschaft eine Alternative bieten. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

In unserer kurzen zeit als Gründer sind wir auf einige Probleme gestoßen, haben manche Fragestellung gut, andere etwas schwerer lösen können. Dem Projekt Cutetips versuchen wir all unsere verfügbare Zeit zu widmen, aber manchmal muss man sich auch noch um seine universitären Verpflichtungen kümmern. Es ist ein kleineres Projekt und wir sind keine Entrepreneurship-Gurus. Wir sind zwei Brüder aus Düsseldorf die sich an eine interessante Aufgabe wagen. Wir haben viel zusammen gesessen und ge-„brainstormed“, gearbeitet, geflucht und uns auch über kleine Erfolge sehr gefreut. Zusammenfassend kommen wir zu den folgenden Tipps: 

Das Gefühl der Angst vor dem Scheitern wird immer da sein, konzentriert euch nicht darauf, sondern versucht eure Vision weiter nach vorne zu bringen 

Gebe nicht auf

Es geht nicht um die Idee, sondern um die Umsetzung

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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