Donnerstag, Mai 26, 2022

Cut the Bullshit: 6 Lebensregeln, mit denen du unbedingt brechen musst

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Jeder möchte im Leben erfolgreich sein. Leider stehen uns oftmals zahlreiche Regeln und manifestierte Glaubenssätze im Weg. Diese zu erkennen und zu brechen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Welcher Fähigkeiten es bedarf, ein echter Rulebreaker zu werden, hast du in den letzten Kapiteln erfahren. Jetzt geht es darum, limitierende Lebensregeln gezielt zu brechen. Auf den nächsten Seiten stelle ich dir fünfzehn Lebensregeln vor, die du unbedingt brechen solltest, um in deinem Leben weiterzukommen und den nächsten Schritt zu machen. Es sind auch gesellschaftliche Normen darunter, denn auch es geht um dein Leben. Da darfst du schon überlegen, ob du nach deinen oder den Regeln anderer leben möchtest.

Cut the Bullshit #1: Bleibe realistisch 

Wir können froh sein, dass es in der Vergangenheit viele Menschen gab, die diese Regel gebrochen haben. Hätte sich stets jeder an sie gehalten, hätte es keine Entwicklung gegeben.
Was ist realistisch?
Was ist unrealistisch?
Und was wird als Bewertungsgrundlage genommen?
Dürfen wir uns jetzt nur noch Ziele setzen, die andere bereits erreicht haben?
Oder nur Ziele, die unseren aktuellen Fähigkeiten gerecht werden?


Wer dieser Regel folgt, limitiert sich auf allen Ebenen seines Lebens. Ein Vorhaben gilt so lange als unrealistisch, bis es jemand gemacht hat und bewiesen hat, dass es realistisch ist. Jeder hat ein Recht darauf, seine eigene Vorstellung und Definition von Realismus zu haben. Es galt als unrealistisch eine Meile unter vier Minuten zu laufen, Roger Bannister hat es gemacht. Weltraumtourismus war unvorstellbar. Für Richard Branson war er vor zwanzig Jahren schon realistisch. Am 11. Juli 2021 brachte das Raumschiff Virgin Galactic seinen Gründer, Richard Branson, als ersten Nicht-Astronauten an den Rand des Universums. 

Unsere Fähigkeiten sind für Realismus keinerlei Bewertungsgrundlage. Fähigkeiten kann man entwickeln. Wir können jeden Tag neue Dinge lernen und besser werden. Was für uns heute unrealistisch ist, kann in einem Jahr schon realistisch sein. Wir müssen nur offen für das Unmögliche sein, ohne das Logische außer Acht zu lassen. 

Cut the Bullshit #2: Das kann man nicht sagen

Früh haben wir gelernt, uns verbal zurückzunehmen und die Wahrheit nett zu verpacken. Eine Regel, die zu Heuchelei und dem Beschönigen von Sachverhalten führt. Schmeckt einem kleinen Kind auf einer Geburtstagsfeier der Tante der Kuchen nicht, ist die Gefahr sehr groß, dass es die brutale Wahrheit ausspricht. Die Wahrheit, die alle im Raum kennen, sich aber niemand auszusprechen wagt: »Der Kuchen schmeckt nicht!«

Vor lauter Angst, andere Menschen zu verletzen, lügen wir sie an und verstecken uns hinter der Wahrheit. Für persönlichen und unternehmerischen Erfolg ein wahrer Erfolgskiller. Was schlecht läuft, muss auf den Punkt gebracht werden, auch wenn die Wahrheit unbequem ist – und das ist sie, deswegen wird sie so selten ausgesprochen. Spricht sie niemand aus, findet auch keine Verbesserung statt. Wird die Tante stets mit »Was für ein leckerer Kuchen« angelogen, wird sie glauben, der Kuchen sei lecker – und macht immer den gleichen Kuchen. Es manifestieren sich Glaubenssätze, die schädlich für sie sind.

Es ist paradox, dass wir immerzu aufgefordert werden, die Wahrheit zu sagen. Kommt man der Aufforderung nach, ist man oftmals nicht mehr gesellschaftstauglich. Wer sagt, was niemand hören möchte, wird verstoßen.
Wer die »Das kann man nicht sagen«-Regel bricht, sorgt für Entwicklung, und zwar auf allen Ebenen. Bevor Rulebreaker Unternehmen umkrempeln, sprechen sie die Wahrheit aus und sagen knallhart, was die Kernprobleme sind. Probleme, die jeder kennt, aber noch nie jemand gewagt hat auszusprechen.

Cut the Bullshit #3: Sag immer die Wahrheit

Den Lebenslauf etwas verdrehen, um seinen Traumjob zu bekommen?
Beim Date etwas flunkern, um den Herzenspartner zu beeindrucken?
Sich durch eine kleine Lüge einen Vorteil verschaffen? Nein! Dann verzichten wir lieber auf den Erfolg. Ehrlichkeit währt immerhin am Längsten. Gleichzeitig lügen wir unseren Mitmenschen tagtäglich ins Gesicht, siehe Rule #4. »Nettigkeitslügen« wie es so schön genannt wird. Wir lügen, wenn die Wahrheit angebracht wäre und sagen die Wahrheit, wenn eine kleine Lüge vorteilhafter wäre. Sinn ergibt das nicht. Du siehst, Regel #4 ist paradox zu Regel #5. Wir messen bei der Wahrheit mit zweierlei Maß. Wenn »Nettigkeitslügen« erlaubt sind, dann sind es auch »Vorteilslügen«.

Richard Branson hat aus einer Telefonzelle die berühmtesten Menschen der damaligen Zeit angerufen, um sie als Kooperationspartner zu gewinnen. Er erzählte ihnen, dass er grad aus seinem Büro anruft und eine Sekretärin hat. Er hatte weder ein Büro noch eine Sekretärin. Deswegen rief er ja aus einer Telefonzelle an. Aber glaubst du, er hätte auch nur einen Cent an Spendengelder bekommen, wenn er die Wahrheit gesagt hätte?

Cut the Bullshit #4: Ein unbeschwertes Leben macht glücklich

Ein unbeschwertes Leben ist der Schlüssel zum Glück?
Das klingt auf den ersten Blick nach einer vernünftigen und verlockenden Lebensregel. Auf den zweiten Blick entpuppt sie sich als falsch, denn diese Regel hat einen Denkfehler: »Unbeschwert« ist nicht gleichzusetzen mit »glücklich«. Viel wichtiger ist es, mit Problemen und unerwünschten Ereignissen umgehen zu können. Diese Fähigkeit legt überhaupt erst den Grundstein für ein glückliches und erfülltes Leben.

Hier liegt ein gesellschaftliches Verständnisproblem vor: Glücklich sein bedeutet nicht, keine schmerzvollen Erfahrungen zu machen. Sie sind ein Teil des Lebens, die jeder von uns macht. Wer allerdings überzeugt ist, das ändern und beeinflussen zu können, was das Leben für einen bereit hält, sein Leben selbst aktiv in die Hand zu nehmen und stets das Beste aus allem zu machen, der wird sich entgegen widriger Umstände gut fühlen und glücklich sein. Du kannst nicht darauf warten, bis das Leben nicht mehr hart ist, bevor du entscheidet glücklich zu sein.

Cut the Bullshit #5: Sei zufrieden mit dem, was du hast

Wenn es eine Regel gibt, die geradewegs zum Misserfolg führt, dann diese. Warum soll man mit dem zufrieden sein, was man hat? Das entbehrt sich für mich jeglicher Grundlage und ist gleichbedeutend mit: »Entwickle dich nicht weiter.«
Zufriedenheit ist Gift für den Erfolg. Man darf sich nie zufriedengeben. In dem Moment, wo wir zufrieden sind, setzt das Unterbewusstsein den Schongang ein. Das Resultat sind durchschnittliche bis schlechte Leistungen. Ein Mitarbeiter, der Mitte des Jahres schon das Jahresziel erreicht hat, kann sich zufrieden zurücklehnen und die Füße hochlegen. Leistung ist von ihm nicht mehr zu erwarten, denn Zufriedenheit weiß sie zu verhindern. Warum sollen wir Leistung erbringen und unser Bestes geben, wenn wir zufrieden sind?


Das kann nicht funktionieren. Auch hier liegt wieder eine Verwechslung vor: »Zufrieden sein« bedeutet nicht »glücklich sein«. Du kannst zufrieden, aber unglücklich und unzufrieden, aber glücklich sein. Fakt ist: Wer zufrieden ist, hat nichts, wonach es sich zu streben lohnt und das führt selten zu Lebensglück.
Freue dich über das, was du bisher erreicht hast, aber gebe dich damit niemals zufrieden. 

Cut the Bullshit #6: Ich bin zu alt dafür

Mit 70 Jahren noch einmal ganz neu anfangen?
Sich vom Lebenspartner trennen, weil man unglücklich ist? Vielleicht noch ein Studium beginnen?
Oder sich seinen Lebenstraum erfüllen?

Was verlockend klingt, ist in der Realität nicht möglich, denn man ist einfach zu alt dafür. Vor 30 Jahren wäre es eine Überlegung wert gewesen, aber jetzt?
Oft haben wir eine klare Vorstellung davon, was zu welchem Alter passt und was nicht. Diese Regel sorgt für erhebliche Einschränkungen, limitiert das Leben und reduziert die qualitative Lebenszeit.

Das Leben ist nicht mit Beginn der Rente vorbei. Auch nicht mit Beginn des 70. Lebensjahres. Nur weil wir meinen, für etwas zu alt zu sein, heißt das nicht, das wir auch zu alt sind. Es ist nicht mehr als ein Glaubenssatz und eine ungeschriebene gesellschaftliche Regel. Das Leben ist mit dem Tod vorbei, vorher nicht. Vielleicht ist man gesundheitlich eigeschränkt und kann nicht alles machen, aber darum geht es nicht: Für Veränderungen, welcher Art auch immer, ist niemand zu alt.

Richard Branson ist kurz vor seinem 71. Geburtstag ins Weltall geflogen. Hiromu Inada hat mit 87 Jahren den Ironman auf Hawaii ins Ziel gebracht (seinen ersten Ironman bestritt er erst mit 77 Jahren). Bernie Ecclestone ist mit 89 Jahren noch Vater geworden. Udo Jürgens gab mit 80 Jahren noch ein Bühnenkonzert vor ausverkaufter Stadthalle in Zürich. Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber wir können den Tagen mehr Leben geben.

Was hältst du von dieser Regel?

Autor:

Markus Czerner ist Keynote Speaker, Buchautor und Coach für den Themenbereich Persönlichkeitsentwicklung. Als Schülercoach coacht er seit mehreren Jahren auch Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Zudem hat er als Hauptredner auf einem der größten Kongresse in Deutschland, dem deutschen Schulleiterkongress gesprochen.

Weitere Beiträge von Markus Czerner finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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