Organisation, Mut und den willen jeden Tag das Geschäftsmodell kritisch zu betrachten!

CUNA biobasierte, ökologische und individuelle Becher

Stellen Sie sich und das Startup CUNA Products doch kurz unseren Lesern vor!

CUNA hat sich vorgenommen das Plastik-Becher Problem zu lösen – und zwar ganzheitlich. Wir sind ein junges Team mit Wurzeln in der Werbewelt und Wissenschaft und kooperieren mit zwei Hochschulen an unseren Konzepten. Aktuell sind wir ein 8-köpfiges Team und seit einigen Monaten haben wir unsere Büros in Ratingen bezogen.

Wie ist die Idee zu  CUNA Products entstanden?

In Deutschland werden stündlich (!) etwa 320.000 Becher verbraucht. Meistens landen sie im Müll oder schlimmer noch – irgendwo in der Natur. Pfandsysteme gibt es schon – aber wir wollten nicht nur Becher produzieren, die eine hohe Qualität besitzen und mehrfach benutzbar sind, sondern auch ökologisch hergestellt werden. Dazu gibt es Ansätze beim Material aus Pflanzen und es gibt auch kompostierbare oder recycelbare Lösungen. Einer unserer Gründer kommt aus der Wissenschaft, der andere aus der Marketingwelt. Wir sahen die Möglichkeit das Wissen um das Material und das Verständnis für Produktdesign zu verknüpfen. So entstand CUNA.

Welche Vision steckt hinter CUNA Products?

Geschäftsideen, die auf nachhaltigen Konzepten basieren sind gefragter denn je, aber wir haben uns vorgenommen transparent zu sein und keine Fantasieprodukte zu bewerben. Täglich sehen wir biologisch abbaubare Wunderprodukte die aber mit der Realität wenig zu tun haben. Zweitens: Lösungen um CO2 bei der Produktion zu reduzieren, Ansätze der Kreiswirtschaft, Mehrwegbecher – einzeln gibt es diese Dinge vielleicht schon. Aber wir wollen unseren Kunden eine ganzheitliche Lösungen anbieten.

Unsere Kunden sind Großabnehmer im Bereich Events, Festivals, Messen und Gastronomie. Hier möchte man einerseits eine umweltfreundliche Produktion, aber auch Mehrweglösungen sind irgendwann „verbraucht“ und wohin damit? Unser Material ist recycelbar und wir wollen das dann auch für unsere Kunden selbst übernehmen. So gewinnt jeder: Der Endverbraucher hat einen nachhaltigen Becher in der Hand, unser Kunde braucht weniger Becher (da mehrwegtauglich) und bekommt zudem einen Anreiz von uns die Becher zurück zu geben. Am Ende bekommen wir ja so Material zurück und alle gewinnen.

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Mit einem kleinen Team haben wir bereits viel bewegt: Kooperationen, erste Produktionen, unser erster Messeauftritt auf der größten Kunsstoffmesse der Welt (diesen Okt. in Düsseldorf)… da CUNA eine selbstfinanzierte GmbH ist, ist dies alles andere als leicht. Wir bewältigen aber unsere Herausforderungen ganz gut bisher. Der Markt hat ein großes Potenzial aber wir merken jeden Tag, dass wir Aufklärungsarbeit leisten müssen über Biokunststoffe, Kreisläufe und Nachhaltigkeit. Es gibt viel zu tun!

CUNA biobasierte, ökologische und individuelle Becher

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?

Die Kickstarter Kampagne ist eine Antwort auf immer häufigere, kleinere Anfragen nach unseren Bechern. Da wir sonst in sehr großen Mengen produzieren müssen und uns eigentlich auf den B2B markt konzentrieren, können wir mit dem Crowdfunding den Endverbraucher direkt ansprechen und auch dort unsere Erfahrungen machen. Wir sollen Interessierten und Kleinabnehmern die Möglichkeit geben unsere Idee voranzutreiben. Aber als Startup können wir keine Produktionen auf „gut Glück“ starten, also war der Kickstarter eine gute Möglichkeit.

Wo sehen Sie die Vorteile für sich?

Die Produktion benötigt Rohstoffe, Anlagen und Prüfungen. Das Risiko hält sich für uns in Grenzen wenn wir genügend Unterstützer erreichen. Kommt die Summe zustande, können wir sofort loslegen.

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Wir werden den ersten CUNA to-go Becher mit Deckel produzieren, den wir nicht nur produzieren, sondern auch diversen Tests unterziehen müssen. Eine erfolgreiche Kampagne wird uns ermöglichen diese Becher somit auch später nach zu produzieren und kleine Webshops, Unternehmen und sogar Endverbraucher zu beliefern.

Wer ist die Zielgruppe von CUNA Products?

Ursprünglich und nach wie vor Großabnehmer, die viele viele Becher über die Ladentheke bewegen. So genannte „geschlossene Systeme“ in denen die Becher im Prinzip auch bleiben: Festivals, Sport-Events, Hallen, Hotels – aber auch Bäckereien und Cafes. Mit dem Crowdfunding weiten wir das aus. Jeder der sich für Nachhaltigkeit interessiert und entweder für die Party zuhause eine robusten Mehrwegbecher haben möchte, oder unterwegs als Student oder im Auto gerne seinen Kaffee mitnimmt. Eigentlich sollte jeder nachhaltige Produkte unterstützen.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Becher sind nahezu vollständig aus Biomasse. Dadurch entsteht in der Produktion deutlich weniger CO2 als bei vergleichbaren Kunststoffen aus Öl. Sie überleben auch extreme Temperaturen und können gespült werden. Außerdem sind die Becher ultraleicht und werden am Ende Ihrer Lebenszeit von uns zum Recyceln selbst zurück genommen. Keine intransparenten Drittverwerter dazwischen. Eine CUNA Kreiswirtschaft!

CUNA Products , wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur ein nachhaltiges Produkt zu produzieren. Wir möchten dafür Sorgen, dass Arbeitsplätze entstehen. Deswegen bilden wir sogar als Startup schon aus. Wenn wir in fünf Jahren dreißig Menschen einen stabilen Arbeitsplatz geschaffen haben, dann sind wir glücklich. Erfolg muss nicht immer ein gefülltes Konto bedeuten. Wir wollen etwas verändern und gut davon leben können.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Drei Dinge braucht man: Organisation, Mut und den willen jeden Tag das Geschäftsmodell kritisch zu betrachten. Ein bisschen muss man immer schauen ob das was man da eigentlich vor hat auch ankommt. Einfach mit dem Kopf durch die Wand seine Idee durchziehen ist immer problematisch. Natürlich sollte man an seine Idee glauben, aber auch bereit sein ein klein wenig nach rechts und ein bisschen nach links zu schrauben – bis der ideale Weg gefunden wurde.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Rafael Dyll für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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