Netzwerk: Das Netzwerk ist das A und O eines effektiven Startups

CrowdTV bietet YouTube- und Instagram-Influencern die Möglichkeit, ihre Social-Media-Kanäle auf einer Plattform zu bündeln

Stellen Sie sich und das Startup CrowdTV doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Hannes Mehring, ich bin einer der zwei Gründer von CrowdTV. Wir sind eine mobile Plattform, welche die Beziehung zwischen Social Media Stars, sog. Influencern, und deren Fans auf eine neue Ebene hebt. Das tun wir in dem wir nicht nur auf die bloßen Abonnenten- und Like-Zahlen achten, sondern indem wir gezielt die Influencer unterstützen, die ganz besonders aktive und treue Communities haben. Diese Influencer bekommen von uns ihre eigene Fan-App, in der Fans den Social Media Content und viele weitere Infos ihres Idols an einem Ort finden, aber vor allem auch mit anderen Fans in Kontakt kommen. Das ist super für Fantreffen oder für viele Tipps und Talks für die Fans untereinander.

Dadurch, dass wir mit sehr vielen Influencern arbeiten, können sich diese auch untereinander helfen, um erfolgreich zu sein. Das generiert viel mehr Wissen, als wir es alleine erstellen könnten und spart uns darüber auch noch Zeit und Kapazitäten.

Wie ist die Idee zu CrowdTV entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mein Mitgründer und ich sind beide Medienwissenschaftler und wir beschäftigen uns schon sehr lange mit sich verändernden Medienmärkten und den wandelnden Konsumgewohnheiten der Menschen. Der Wunsch mit YouTubern zusammenzuarbeiten entstand vor ein paar Jahren auf einer BarCamp-Veranstaltung, auf der wir mal wieder von dem Phänomen der überaus erfolgreichen Unboxing-Videos auf YouTube erfuhren. Leute packen ihr neues Spielzeug aus, filmen dies und erhalten dafür Millionen von Klicks! Dieses Phänomen hat uns gepackt und wir wussten, dass wir mit dieser Art von Menschen zusammenarbeiten wollen. Die konkrete Idee zu CrowdTV kam wiederum daher, dass es schon länger kein Geheimnis mehr ist, dass man sich Fans, Likes und Abonnenten kaufen kann, um seinen Kanal künstlich größer wirken zu lassen. Wir tun was dagegen und honorieren diejenigen, die ihre Reichweite ehrlich und nachhaltig aufbauen und tolle, loyale Communities haben.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Für mich war es die einzige Möglichkeit den Medienwandel aktiv mitgestalten zu können. Ich bin ein Macher und der Überzeugung, dass ich viel effektiver wirken kann, wenn ich es im eigenen Unternehmen tue. Außerdem liebe ich die Herausforderung unter Beweis zu stellen, dass mein Businessplan funktioniert!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die beiden größten Herausforderungen sind Finanzierung und geeignetes Personal. Wir haben die ersten Euro selbst investiert und mit einem Prototypen versucht, die ersten Investoren zu überzeugen. Das hat nach langer Arbeit auch funktioniert. Inzwischen arbeiten wir an einer neuen Finanzierungsrunde, um wachsen zu können. Falls das hier also jemand liest, der in den lukrativen Medienwandel investieren möchte, sollte unbedingt mit uns sprechen.

Beim Personal war vor allem die Schwierigkeit für den Anfang qualifizierte Leute mit Gründergeist zu finden. Heute kommen viele Absolventen ins Team, die schnell lernen und sich bei uns zu Professionals entwickeln.

Wer ist die Zielgruppe von CrowdTV?
Als Kunden: Social Influencer, also Social Media Stars mit einer werberelevanten Reichweite und einer aktiven Community und natürlich deren Fans.
Als Partner: Mediaagenturen, die auf der Suche nach Influencern mit super positiven Communities sind.

Wie funktioniert CrowdTV?
Heute bekommen ausgewählte Influencer von uns ihre eigene gebrandete CrowdTV Fan-App. Die ist nach nur kurzer Zeit online und wird dann vom Influencer über dessen Social Media Kanäle promoted. Die Fans finden in der App viele spannende Inhalte rund um ihren Star und seine Welt und treffen sich häufig zum ersten Mal in der App. Dort beginnt ein reger Austausch zwischen ihnen – mit und ohne ihren Star. Mit jeder App und jedem Fan wird unser System schlauer und wir können die Plattform für die Communities noch interessanter gestalten.

Zukünftig werden wir unsere Plattform dahingehend öffnen, dass kleinere Influencer, für die eine App heute noch nicht interessant ist, CrowdTV dafür nutzen zu können, um ihre Community zu präsentieren und damit der Welt zu zeigen „Hey! Ich bin interessant, auch wenn ich „nur“ 10.000 Fans habe.“.

Welche Vorteile bietet CrowdTV?
Durch uns wird die Bindung zwischen Fans und ihren Idolen enger und authentischer, ohne dass man sich hierfür unbedingt im realen Leben treffen muss. Außerdem machen wir Schluss mit der Notwendigkeit sich Fans zu kaufen, um seine Relevanz beweisen zu können.
Für Werbekunden schaffen wir eine authentische und nachhaltige Plattform für Werbekooperationen mit Influencern.

CrowdTV, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen Partner aller Influencer werden, egal ob sie auf YouTube, Instagram oder welchem dann relevanten Network groß sind. Wer bei CrowdTV ist, hat etwas zu erzählen und eine begeisterungsfähige Community. An diesem Ziel arbeiten wir zur Zeit im deutschsprachigen Raum und ab nächstem Jahr dann hoffentlich auch international.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Netzwerk: Das Netzwerk ist das A und O eines effektiven Startups. Über gute Kontakte kann man viele Wege abkürzen und weitere interessante Leute kennenlernen. Man sollte schon vor der Gründung damit anfangen sich ein möglichst großes Netzwerk aufzubauen.

Personal: Man sollte sich immer Leute suchen, die etwas besser können als man selbst und ihnen auch möglichst viel Gestaltungsspielraum in ihrer Arbeit einräumen. So kommt man schneller voran und die Motivation bleibt erhalten

Ziele: Frühzeitig kurz- und mittelfristige Ziele aufstellen, die man mit dem Team erreichen kann. Wenn es sich abzeichnet, dass ein Ziel nicht erreicht werden kann: sofort nach den Ursachen suchen und Änderungen einleiten, bevor die Arbeit zum Rohrkrepierer wird.

Foto: Jacob Schröter

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Hannes Mehring für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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