CROWDDAY 2016 Ein Tag für die Crowd

CrowdDay 2016 in Köln das Event für Crowdfunding Interessierte

Herr Schenkel, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Dennis Schenkel, ich bin Gründer von CrowdXperts, einem Beratungsunternehmen für Crowdfunding, Crowdsourcing und Crowdmarketing. Außerdem bin ich Vorstandsmitglied des Deutschen Crowdsourcing Verbands und des German Crowdfunding Networks und ich bin Initiator des CrowdDay, einer eintägigen Konferenz zu Crowdfunding und Crowdinvesting.

Dieses Jahr wir es mehr als einen CrowdDay geben, wo werden diese stattfinden?
Auch in den vergangenen zwei Jahren hatten wie zwei Veranstaltungen pro Jahr. Dieses Jahr werden wir aber sogar drei Veranstaltungen in Deutschland haben. Diese finden am 27.4. in Köln, am 13.7. in der Rhein-Main-Region und am 6.9. in Hamburg statt.
Wir entwickeln damit unseren regionalen Ansatz weiter und wollen so auch vermehrt die Marktteilnehmer in den einzelnen Regionen aktivieren. Und das Feedback, welches wir erhalten, gibt uns mit diesem Ansatz auch recht.

Was hat Sie dazu bewogen, den CrowdDay ins Leben zu rufen?
Crowdfunding bieten eine super Möglichkeit Projekte zu realisieren, die sonst niemals das Tageslicht erblicken würden. Leider wissen aber zu wenig Menschen von den Möglichkeiten. Außerdem ist häufig nicht das notwendige Wissen vorhanden, um eine Kampagne erfolgreich zu machen. Ich sah den Bedarf nach der Aufklärung in diesem Bereich und wollte mit dem CrowdDay meinen Teil zu dieser Aufklärung beitragen.

Hat sich das Programm gegenüber letztem Jahr geändert und wenn ja wie?
Wir haben zunehmend gemerkt, dass der Markt sich weiterentwickelt und Crowdfunding nicht mehr isoliert betrachtet werden kann, so wie wir es die vergangenen Jahre getan haben. Auch Crowd-basierte Innovation und Marketing spielt eine immer größere Rolle und diesen Entwicklungen wollen wir nicht nachstehen. Daher wird es bei den CrowdDays in diesem Jahr ein Programm geben, was sowohl die Innovation und Produktentwicklung durch die Crowd, die Finanzierung und Vermarktung durch Crowdfunding, und das Marketing mit und durch die Crowd behandelt. Aber auch welche Einflüsse Crowdsourcing auf die Zukunft der Arbeit haben wird, wollen wir uns etwas genauer angucken.
Das Themenfeld wird also etwas breiter, wir wollen aber dennoch unserem Anspruch treu bleiben und wirklich relevantes Wissen vermitteln. Nur wer sich informiert kann in der Crowd Economy erfolgreich teilnehmen und wir wollen dafür die passende Veranstaltung bieten.

Welche Workshops wird es geben?
Uns sind die Workshops beim CrowdDay immer sehr wichtig. Sie gehen nochmal verstärkt in die Tiefe und bauen darauf auf, was man bei den Vorträgen auf der Hauptbühne mitgenommen hat.
Wir wollen in den Workshops Hands-on Tipps und Ratschläge vermitteln, die auch direkt umgesetzt werden können. So sind wieder Workshops zur Vorbereitung und dem Marketing einer Crowdfunding-Kampagne mit dabei. Aber auch ein Workshop in dem es darum geht, wie Produkte durch eine Community von Grund auf entwickelt und umgesetzt werden können. Dieser Ansatz der Crowdinnovation kann sowohl für kleine Startups, als auch für Mittelständler und Konzerne geeignet sein.
Und zusätzlich wollen wir etwas mehr das Grundwissen für erfolgreiches Unternehmertum fördern. So werden wir beispielsweise auch einen Workshop zur Lean-Startup-Methode anbieten, um angehenden Unternehmen den Start in der Crowd Economy noch etwas zu vereinfachen.

Die Crowdfunding Szene wächst, wie hat sich deiner Meinung die Szene in den letzten 24 Monaten entwickelt?
Die Entwicklungen die ich beobachten konnte sind sehr positiv. Der Markt hat sich stark professionalisiert und die allgemeine Qualität der Marktteilnehmer wird immer höher.
Sehr erfreulich ist zu sehen, wie es allerorts zu Expansionen kommt und auch neue Marktteilnehmer immer größere Anteile am Markt gewinnen können. Zudem sehe ich das erobern der verschiedensten Nischen als sehr spannend an.
Auch hat sich Crowdfunding als reines Instrument der Startup-Finanzierung weiterentwickelt. Vermehrt schauen Konzerne nun auf das Thema und Beispiele wie Sony in Japan zeigen, dass wir wirklich Teil eines Trends sind, der nicht mehr wegzudenken ist.

Was erwartet die Teilnehmer dieses Jahr auf dem CrowdDay?
Wie bei jeder Veranstaltung ein volles Programm und noch vollere Köpfe. Auch wenn ich oft höre, dass es doch ganz schön viele Informationen an einem Tag sind, so ist genau dies mein Ziel. Die Teilnehmer zahlen für das Ticket und sollen diesen Wert gleich mehrfach zurückbekommen. Auf dem CrowdDay wollen wir einen wirklichen Mehrwert bieten. Wir wollen Praxis-Beispiele zeigen und deren Learnings vermitteln. Niemand sollte den Fehler eines anderen CrowdDay-Teilnehmers wiederholen müssen und daher ist der Wissensaustausch für uns so wichtig. Die Vergangenen Veranstaltungen haben uns auch gezeigt, dass wir diesen Job recht gut machen. Schon mehrere erfolgreiche Kampagnen wie Kerbholz und Lucky Cheeks wurden nach einem CrowdDay gestartet und zum Erfolg geführt.

Wer sind die Sprecher die du für den CrowdDay gewinnen konntest?
Ganz besonders freue ich mich auf die Teilnahme von Florian Feise von Local Motors. Ein US-amerikanisches Startups, dass mit seiner Community durch Crowdsourcing ganze Autos und Motorräder neu entwickelt und baut. Eine solche Leistung ist wirklich bewundernswert. Besonders wenn man sich die Komplexität eines solchen Vorhabens vor Augen führt und welcher Aufwand bei der Koordination der Crowd betrieben werden muss.
Zudem freue ich mich, dass auch Dr. Michael Gebert wieder mit dabei ist. Obwohl er auch das dritte Jahr mit dabei ist, wird es nicht langweilig. Nach seinen Erfolgreichen Veranstaltungen Crowd Dialog und Crowd Dialog Europe kann er uns einen guten Blick über den Tellerrand liefern. Es ist sehr spannend, was sich außerhalb der DACH-Region tut und ich freu mich mehr dazu zu hören.
Aber das eigentliche Highlight sind nicht die großen Namen der Branche, sondern die Teilnehmer und deren Projekte. Der Austausch steht an erster Stelle und diesen wollen wir fördern. Das ist der Grund, weshalb wir den CrowdDay überhaupt veranstalten.

Letztes Jahr ein großes Thema Kleinanlegerschutz gesetzt wie hat sich die neue Regulierung im Crowdfunding bemerkbar gemacht?
Das Kleinanlegerschutzgesetzt hat der Branche einen kleinen Dämpfer versetzt. Und das bereits bevor es eingeführt wurde. Mit Inkrafttreten müssen einige Plattformen nun an ihren Beteiligungsmodellen nachbessern und das ist kosten-, aber auch zeitintensiv. Für einige Plattformen kann das schon das Aus bedeuten, da sie selber meist Startups sind und die eigene Finanzierung dann knapp werden kann. Im Allgemeinen sehe ich es aber doch als eine harte Prüfung, aus der die Szene durchaus gestärkt hervorgegangen ist. Nun gilt es wieder in die Zukunft zu schauen und weiter für die gemeinsamen Ziele zu arbeiten.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Crowdfunding in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
Crowdfunding wird immer bekannter und der Markt wird sich zunehmend professionalisieren. Dienstleistungen wie wir sie bei CrowdXperts anbieten sind noch die Ausnahme, werden jedoch immer gefragter. Zudem werden immer mehr Nischen bespielt und es werden sich dort zunehmend neue Plattformen etablieren. Der Trend hat mit Plattformen im Medizin-Sektor und im Sport bereits eingesetzt und wird sich weiter entwickeln.

Hat Crowdfunding im Bereich der Energiewende, des Umweltschutzes und im kommunalen staatlichen Bereich eine Zukunft und welche Hindernisse müssen überbrückt werden?
Ich sehe eine große Chance für die angesprochenen Bereiche. Besonders für die Energiewende und den Umweltschutz. Aus diesem Grunde widmen wir diesem Thema auch auf dem CrowdDay Zeit. Auch für die kommunale und staatliche Ebene sehe ich großes Potenzial. Ich spreche gerne von einer Demokratisierung durch Crowdfunding. Das Volk kann mitentscheiden wo Gelder hin fließen und welche Projekte gefördert werden. Hindernisse sind hierbei noch etwas die Skepsis der zuständigen Politiker. Die Entwicklungen werden mit Interesse betrachtet, doch traut sich noch niemand so richtig den ersten Schritt zu machen. Das wird sich jedoch mit Sicherheit in der nahen Zukunft ändern.

Werden auch im Crowdfunding Global Player demnächst den Markt beherrschen?
Mit Indiegogo und Kickstarter sind schon zwei dieser Player am Markt. Jedoch handelt es sich hier nur um Crowdfunding und nicht um Crowdinvesting. Crowdinvesting wird global sehr stark reguliert, da es eine sehr starke Anlehnung an die Kapitalmärkte hat. Diese Kapitalmärkte sind aber in jedem Land anders geregelt und somit muss jedes Land fast schon als eigener Markt betrachtet werden. Eine globale Crowdinvesting-Plattform halte ich daher in naher Zukunft eher für schwierig. Außer die Findigkeit der Startups, wie ich sie schon beschrieben habe, schlägt wieder zu und es werden Wege und Möglichkeiten gefunden.

Wir bedanken uns bei Denis Schenkel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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