Glaubt an eure Idee, aber seid offen für Kritik und bereit, auch neue Wege zu denken

COUPIES ist der Marktplatz für mobile Coupons

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen COUPIES doch kurz vor!
Mit der COUPIES-App ist es FMCG-Herstellern und Marken möglich, händlerunabhängig mit Coupons mobil zu werben. Mobile Cashback-Couponing nennt sich diese Marketing-Variante, die ohne die sonst notwendigen Absprachen mit dem Einzelhandel (LEH) realisiert wird. Da jede Einlösung nachvollziehbar ist (der fotografierte Kassenbon dient als Beleg), ist eine genaue Auswertung der Kampagne vom ersten Kontakt mit dem Werbemittel bis zum Kauf am POS möglich und Marktforschungsdaten sowie Warenkorbanalysen können für zukünftige Kampagnen ausgewertet werden.

COUPIES ist der Marktplatz für mobile Coupons. Hierzu haben wir ein Netzwerk aus werbenden Unternehmen und Konsumenten aufgebaut, was hohe Marketingsynergien ermöglicht. Die werbenden Unternehmen zahlen dafür, für Konsumenten ist die Nutzung komplett kostenlos. Darüber hinaus bieten wir ein Couponing-Partnerprogramm, worüber auch andere Apps wie z.B. Vodafone Wallet oder MobilePocket unsere Coupons zur Anzeige bringen, was unsere Reichweite erhöht sowie unsere Userschaft diversifiziert. Hierüber erreicht COUPIES etwa 1,5 Mio. mobile Nutzer und ist die größte mobile Couponing-Plattform in D-A-CH.

Die intensive Nutzung des COUPIES-Systems durch die verschiedensten Branchen zeigt die Leistungsfähigkeit dieses Mobile-Marketing-Tools – von der Systemgastronomie über Fashion bis hin zu Lebensmittel und Drogerie wurden bisher weit über 1.000 Couponing-Kampagnen realisiert. So ist COUPIES u.a. für McDonald’s, Nivea (Beiersdorf), CocaCola, L’Oreal, Unilever, ColgatePalmolive, Radeberger, Nestlé, DriveNow, Johnson & Johnson, Pepsico, Ferrero oder Mondelez tätig. Ich selbst (Thomas Engel) bin einer der Gründer von COUPIES und für die Bereiche Vertrieb und Marketing zuständig.

Wie ist die Idee zu COUPIES entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammen gefunden?
Das Team besteht aus dem Diplom-Wirtschaftsinformatiker Felix Gillen, aus Frank Schleimer und Thomas Engel, welche über langjährige Berufserfahrung in der Unternehmensberatung bzw. Kommunikationsbranche verfügen, sowie Marc Eisleben, der über 15 Jahre Berufserfahrung im Bereich Entwicklung und Beratung Neue Medien gesammelt hat. Ursprünglich stammt die Idee zu Mobile Couponing aus einer Seminararbeit an der Uni zu Köln von Felix Gillen zum Thema Entrepreneurship. Mit dieser Idee konnte 2009 unser heutiger CEO Frank Schleimer begeistert werden. Diese suchten dann jemanden für die Kommunikation, was zum Start eines Startups ganz wichtig ist. Nachdem wir als Kernteam dann die GmbH 2010 gegründet und einen Seed-Investor gefunden hatten, haben wir das Gründerteam mit Marc Eisleben nochmal erweitert, der die benötigte technische Expertise mitbrachte.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Finanzierung stand in den ersten Jahren natürlich neben dem Produkt im Vordergrund – 1,5 Personen waren sicher dauerhaft mit diesem Thema beschäftigt. Das belastet das Unternehmen natürlich und man darf die eigentlichen Aufgaben – ein tolles Produkt zu bauen und stetig weiter zu entwickeln – nicht aus den Augen lassen. Bis zur Seed-Finanzierung haben wir privates Geld in die Entwicklung gesteckt und auch danach bedeutete es für die Gründer ein hohes Investment, COUPIES voran zu treiben – zeitlich wie finanziell. Das änderte sich 2012, als wir mit CologneInvest unsern Runde A-Investor fanden, der siebenstellig in COUPIES investierte und bis heute an unserer Seite steht. Inzwischen stehen wir finanziell auf eigenen Beinen.

Die größte Herausforderung war es Ende 2012 nach 2,5 Jahren Mobile Couponing für Einzelhändler und Filialisten zu erkennen, dass unser Geschäftsmodell so nicht tragfähig ist. Entweder wir überdenken unsere Strategie und ändern grundlegende Dinge oder wir fahren COUPIES an die Wand. Hier im Team den Mut zu haben, liebgewonnenes los zu lassen und mit einem neuen Geschäftsmodell nochmal volles Risiko zu gehen, sehe ich rückwirkend als die größte Herausforderung.

Wie funktioniert COUPIES?
Mit COUPIES kann der Nutzer Rabatte von bis zu 100% geltend machen – völlig gratis! Um COUPIES zu nutzen, lädt er lediglich die App auf sein Handy und kann sofort mit dem Sparen loslegen. Dazu kauft der User die in der COUPIES-App beworbenen Produkte zum vollen Preis, fotografiert mit der App den Kassenbon als Kaufnachweis und erhält den ausgelobten Rabatt gutgeschrieben – wieder über die App. Ab 5€ Guthaben kann er sich das Geld via Banküberweisung oder PayPal auszahlen lassen.

Wer ist die Zielgruppe?
COUPIES nutzen vornehmlich junge, urban lebende Smartphone-User. Darunter finden sich junge Familien, Studenten und Schnäppchenjäger aber auch Young Professionals und Leute, die mit beiden Beinen im Beruf stehen. Aktuell wachsen wir in diesem Bereich 35+ überproportional. Waren 2010 vornehmlich junge Männer mit iPhone unsere Nutzer, so sind wir in den Download-Zahlen inzwischen 50/50, die Nutzung unserer App dominieren aber inzwischen die (haushaltsführenden) Frauen.

Aktuell liegen wir bei etwas mehr als 850.000 Usern und wachsen mit bis zu 1.000 Usern pro Tag. Unser Ziel ist es, zum Ende des Jahres die 1 Mio. Marke zu knacken. Dafür investieren wir in Werbung, u.a. in TV-Spots.

COUPIES, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Neben Mobile Couponing als Marketing-Tool für FMCG-Hersteller ist ein zweites Thema Ende letzten Jahres hinzugekommen: COUPIES-Analytics. Wir sind inzwischen in der Lage, mithilfe unserer selbst programmierten Kassenbon-Analysesoftware (OCR), den gesamten Kassenbon auszulesen und hiermit Produktpreise im Zeitverlauf zu beobachten oder personalisierte Käufergruppen anzusprechen, die sich für bestimmte Produkte interessieren.
Auf dieses Thema sind neben den Marktforschern jetzt auch Werbe- und Mediaagenturen aufmerksam geworden, die versuchen den Sales Cycle ihrer Kunden zu schließen bzw. bis zum Regal im POS zu verlängern. Das ist ein spannendes Thema!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
# Glaubt an eure Idee, aber seid offen für Kritik und bereit, auch neue Wege zu denken.
Wir haben seit 2009 COUPIES 3x komplett umgebaut – vom mobile Couponing-Anbieter für den kleinen Einzelhändler (Longtail) hin zum Anbieter für mobile Marketing für gr. Filialisten – und als das auch nicht den Durchbruch brachte haben wir unser System erneut umgestellt auf Markenhersteller ohne eigene Filialen. Wir machen immer noch MOBILE COUPONING, aber völlig anders als 2009.

# Schafft eine vertrauensvolle Basis im Gründerteam – zur Not auch mit einer Vesting-Klausel.
Nichts lähmt ein Team mehr als die (begründete oder auch unbegründete) Angst, dass wichtige Teammitglieder das Team verlassen und damit das gesamte Projekt in Frage stellen. Schafft Freiräume für Teambuilding-Events abseits vom Startup-Trubel und Daily Business!

# Verlasst Euch nicht zu sehr auf Andere.
Am Ende ist das was man selbst schafft, entscheidet oder managed, das Beste und führt zum Erfolg. Das ist oftmals der schwierigste und arbeitsreichste Weg, aber dann auch der Erfolgsversprechendste.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thomas Engel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X