Nicht unterkriegen lassen!

Coole Socken Brillensocke: Deutschland-Fansocke für die Brille oder Sonnenbrille!

Stellen Sie sich und das Startup Coole Socken kurz unseren Lesern vor!
Wir sind ein 2-Personen- und 1-Produkt-Unternehmen. Gegründet haben wir uns 2016. Wir sind beide weiterhin Angestellte und betreiben unsere kleine GmbH nebenher. Ich bin Dipl.-Betriebswirtin, Christian ist Dipl.-Informatiker. Die Produktidee hatte ich 2014 zur Fußball-WM: da hatte ich mir aus schwarz-rot-goldenem Geschenkband aus einer spontanen Idee heraus Überzüge für meine Brillenbügel gebastelt, und alle, die es sahen, fanden es super.

So nach und nach schlich es sich dann ein, dass wir uns sagten: „Wir sollten das mit den Brillensocken machen!“ Anfangs eher als Gag, aber irgendwann reifte die Überlegung, es wirklich zu versuchen, die Brillensocken auf den Markt bringen. Wenn zur WM jeder mit Spiegelsocken am Auto herumfährt und sich Fanschminke auf’s Gesicht malt, dann müssten doch die Brillensocken auch zu verkaufen sein.

Wir überlegten uns, wie das Produkt beschaffen sein sollte, um es professionell herstellen zu lassen, betrieben Marktrecherche, holten Angebote ein. Ende 2015 fiel dann die Entscheidung, dass wir es wagen wollten. Dann gab es natürlich unheimlich viel zu tun, alles war Neuland: GmbH-Gründung, Organisieren der Verpackung, Aufsetzen der Buchführung, Logo-Entwicklung, Anmeldung des Gebrauchsmusterschutzes, Aufsetzen der Webseite, Organisieren des Vertriebs etc.

Wir haben es dann gerade so rechtzeitig zur Fußball-EM 2016 geschafft, die Brillensocken anzubieten. Das war quasi der erste Testlauf.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich glaube, der Hauptgrund ist, dass wir uns später nicht fragen wollten, ob wir es nicht doch hätten versuchen sollen. Wenn es kein Erfolg wird, können wir sagen, wir haben es wenigstens versucht, und wir haben auf jeden Fall eine Menge gelernt. Und da wir uns komplett selbst finanziert haben, wird es uns zumindest nicht in den Ruin treiben, auch wenn es natürlich schade ums investierte Geld wäre. Und wenn es zum Erfolg wird, wäre es natürlich toll, wenn mal so ein finanzielles Polster da wäre, dass man das Arbeiten ein wenig zurückschrauben könnte. Wenn man beim Zurückblicken sagen könnte „war gut so“.

Welche Vision steckt hinter der Brillensocke?
Vision ist vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen. Die Brillensocke ist ja jetzt kein Produkt, das die Welt rettet oder dramatisch besser macht. Es ist einfach ein Spaß-Artikel. Obwohl… die Vision wäre, dass zur nächsten Fußball-WM oder -EM oder einem anderen Großereignis mit deutscher Beteiligung jeder mit den Deutschland-Brillensocken rumläuft und wir daraufhin weitere Modelle auflegen können, vielleicht andere Länderfarben, Firmenfarben, sonstige Muster, Schriftzüge o.ä., oder es fragen Fußballvereine für Vereinsfarben an…

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ich denke für das Business ist die größte Herausforderung, die uns auch immer noch beschäftigt, den richtigen Weg zu finden, das Produkt bekannt zu machen. Als größte persönliche Herausforderung sehe ich, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen und weiter an die Idee zu glauben. Wir haben uns komplett selbst finanziert.

Andere investieren vielleicht in Aktien oder Immobilien, wir haben eben in Brillensocken investiert und wohnen weiter zur Miete.

Wer ist die Zielgruppe von der Brillensocke?
Das ist in der Tat eine interessante Frage. Wir hatten zunächst eigentlich eher die „klassischen“ Fußballfans im Sinn, aber das echte Leben hat gezeigt, dass diese hauptsächlich für ihren Verein leben und die Nationalmannschaft ihnen gar nicht so wichtig ist. Als tatsächliche Zielgruppe haben sich eher „Menschen wie Du und ich“ entpuppt, die die Brillensocke als schicken, dezenten Fanartikel schätzen.

Und man würde vielleicht denken, dass die Zielgruppe auf jeden Fall Brillenträger sind; das stimmt aber auch nur bedingt, denn zumindest eine Sonnenbrille hat dann doch fast jeder.

Wie funktioniert die Brillensocke?
Die Brillensocke ist ein elastischer Stoffschlauch, der über die Bügel der Brille (oder Sonnenbrille) gezogen wird und so die Brille in Null-Komma-Nix und für kleines Geld aufpeppt.

Wie ist das Feedback?
Feedback gab es bisher eigentlich nur in 2 Ausprägungen: Entweder die Leute waren begeistert, fanden es eine Super Idee und wollten unbedingt Brillensocken haben. Manche haben noch nicht mal nach dem Preis gefragt. Oder es hat einfach gar nicht interessiert. Da gab es dann Menschen, die beim Public Viewing ohne mit der Wimper zu zucken 5 € für ein Bier ausgeben, aber nicht einsehen, warum es die Brillensocken nicht umsonst gibt.

Coole Socken, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das können wir gar nicht so wirklich sagen. Einerseits wäre schon der Wunsch da, nicht mehr so viel zu arbeiten, sondern viele schöne, andere Dinge zu tun. Andererseits hätten wir noch weitere Produktideen, und ich würde nicht ausschließen, dass es dann doch wieder juckt, davon etwas umzusetzen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Sucht den richtigen Partner oder das richtige Team für das Abenteuer Unternehmensgründung. Alles allein zu stemmen, stelle ich mir wirklich hart vor. Sich austauschen zu können, ist unheimlich hilfreich. Und wenn die Partner oder das Team gut harmonieren und sich fachlich ergänzen, dann kann jeder seine Stärken einbringen und den anderen bei Durchhängern auch wieder aufrichten und mitziehen.

Macht Euch rechtzeitig Gedanken über die Vermarktung. Und habt einen Plan B, am besten auch noch einen Plan C, D und E.

Stellt Euch drauf ein, dass es erstmal viel Arbeit ist und so Manches anders kommt, als man denkt. Aber nicht unterkriegen lassen!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Anke Dettmann, Christian Körner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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