Content Seeding – Eigene Inhalte erfolgreich im Internet verbreiten

Content Seeding bezeichnet im Online Marketing die gezielte Streuung und Verbreitung von Inhalten und es auf Konzepten aus der klassischen PR. Bestimmte Inhalte werden bewusst in Medien wie Printmagazinen oder Zeitungen platziert. Ziel ist eine bestimmte Gruppe oder auch die breite Öffentlichkeit anzusprechen. Content Seeding überträgt dieses Konzept auf digitale Medien wie Blogs, Fachportale oder auch Social Media. In diesem Artikel erklären wir Ihnen wie Sie Inhalte gezielt verbreiten können und was es dabei zu beachten gilt.

 

Die beiden Varianten des Content Seeding

 

Generell können beim Content Seeding zwei grundlegende Varianten unterschieden werden. Bei beiden Varianten ist das Ziel, dass sich die Inhalte auf natürliche Weise verbreiten und die Reichweite steigern. Damit sind weitere, messbare Ziele verbunden.

 

Beim aktiven Seeding wird der Content aktiv über verschiedene Kanäle gestreut und verbreitet. Das kann über die eigene Webseite, den eigenen Blog, Kooperationen mit anderen Webseiten oder Social Media geschehen. Dabei wird die Zielgruppe gezielt über die entsprechenden Kanäle angesprochen. Wie genau die Zielgruppe definiert wird, wird später erklärt. Ein Mittel um diese zu identifizieren sind Webanalyse-Tools wie Google Analytics.

 

Im Gegensatz zum aktiven Content Seeding werden bei passivem Seeding die Inhalte nicht aktiv verbreitet oder gestreut. Vielmehr soll der Content von den Usern gefunden werden und anschließend verbreitet werden. Es ist also besonders wichtig hochwertige, informative und Inhalte mit Mehrwert für die Zielgruppe zu erstellen. Nur so werden diese dann auch verbreitet.

 

 Welche Kanäle sind für die Verbreitung geeignet?

 

Im vorherigen Abschnitt sind bereits einige Kanäle, die für das Content Seeding genutzt werden, genannt wurden. Im Allgemeinen können diese in drei Arten eingeteilt werden.

 

·         Paid Media: Sind klassische Medienkanäle. Für die Veröffentlichung von Inhalten muss gezahlt werden. Es handelt sich um klassische Werbung

·         Owend Media: Auf diesen Kanälen können Inhalte kostenfrei erstellt und veröffentlicht werden. Dazu zählt z.B. der eigene Blog, Newsletter, Frageportale und Social Media.

·         Earned Media: Wie der Name schon sagt, muss sich die Veröffentlichung des Contents verdient werden. Es handelt sich um klassische Medienberichterstattung und auch PR.

 

Folgende Grafik veranschaulicht die drei verschiedenen Arten der Kanäle noch einmal

Content Seeding

 

Es zeigt sich, dass sich die Kanäle Owend Media und Earned Media besonders für Content Seeding eignen. Dabei wird aktives Seeding vor allem über die eigenen Kanäle betrieben. Passives Seeding findet über die „verdienten“ Earned Media Kanäle statt. Paid Media kann auch im aktiven Seeding genutzt werden, um die Kampagne ins Rollen zu bringen und die eigenen Kanäle zu unterstützen. Dennoch zählt es eher zur klassischen Werbung.

 

Ziele setzen und definieren

 

Wie in jedem anderen Bereich auch, ist es wichtig bei einer Content Seeding die richtigen Ziele zu setzen. Generell soll die Reichweite der eigenen Inhalte mittels Content Seedings gesteigert werden. Dennoch sind die Ziele auch abhängig vom Unternehmen und den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. So kann ein Online Shop für Schuhe beispielsweise mit einem umfangreichen Text über aktuelle und kommende Trends neue Verkäufe generieren. Ein Start Up kann mit einem Artikel über seine eigens entwickelte Technologie und die deren Entwicklungshistorie Branding-Effekte, mehr Aufrufe oder bessere Google-Rankings erzielen.

 

Google zieht zur Berechnung seiner Rankings auch Links die auf Ihre Seite verweisen, die sogenannten Backlinks, mit ein. Ansprechender Content sorgt dafür, dass über das Teilen dieser Inhalte in Foren, Blogs oder Social Media neue Backlinks generiert werden. Eine weitere Folge dieser Links ist die Steigerung des Traffics. Je nach den Zielen werden dann die entsprechenden Kanäle bespielt und die Inhalte verbreitet.

 

Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die angesprochenen Zielgruppen. Die gesetzten Ziele können nur schwer erreicht werden, wenn schlicht und einfach die falsche Zielgruppe angesprochen wird. Hier spielen auch wieder die genutzten Kanäle eine wichtige Rolle. Es ist besonders wichtig zu wissen, auf welchen Kanälen die Zielgruppe unterwegs ist und Inhalte konsumiert. Dazu ist es auch wichtig zu wissen wann die Zielgruppe auf den Kanälen aktiv ist. Um diese Daten zu gewinnen helfen vor allem Web Analyse Tools wie Google Analytics.

 

Des Weiteren ist es wichtig die Bedürfnisse der Zielgruppe genau zu kennen. Nur so können die passenden Inhalte erstellt und erfolgreich über die passenden Kanäle verbreitet werden. In sozialen Netzwerken ist die sehr gut über Interessen und Gruppen möglich. Abschließend ist es wichtig die Zielgruppe nicht zu eng fassen. So kann beispielsweise ein Modeshop mit einem Text oder Video über Modefotografie eine völlig neue Zielgruppe erschließen.

 

Content gezielt streuen – die richtige Strategie

 

Sind die passenden Kanäle für die eigene Content Seeding Kampagne definiert, gilt es die Inhalte gezielt zu verbreiten. Werden zum Start der Kampagne auch Paid Media-Kanäle genutzt, gilt es die passenden Kooperationspartner zu recherchieren und zu kontaktieren. Wenn Einigkeit über die Konditionen besteht, sollte die Veröffentlichung der Inhalte so schnell wie möglich angestrebt werden. Dabei ist es natürlich wichtigen die eigenen Kanäle ebenfalls zu bespielen. Beispielsweise kann der Post des Kooperationspartners auf den eigenen Social-Media-Kanälen promotet werden.

 

In diesem Zusammenhang ist es wichtig klare Handlungsaufforderungen im Content unterzubringen. Diese werden im Fachjargon auf Call to Actions oder kurz CTAs genannt. Sie „fordern“ den Nutzer zur gewünschten Aktion auf. Das kann eine Registrierung, der Abschluss eines Kaufs oder auch das Teilen der Inhalte sein. Schließlich sollen die gesetzten Ziele erreicht werden. Findet das Content Seeding vor allem über Owend Media Kanäle statt, ist es sehr wichtig die entsprechenden Buttons zum Teilen der Inhalte passend und gut sichtbar zu platzieren.

 

Welcher Content ist für Seeding geeignet?

 

Generell eignen sich Inhalte mit hohem Unterhaltungs- bzw. Mehrwert oder auch Nutzen für das Seeding. Das heißt, dass die Inhalte dem Nutzer neue Aspekte, Sichtweisen oder Fakten liefern. Nur dann kann auch ein großer Seeding-Effekt sprich Reichweitensteigerung erzielt werden. Dazu eignen sich aktuelle Themen, Nachrichten oder Tipps und Tricks. Auch ewig aktuelle Themen bzw. Evergreens können dafür genutzt werden, sofern die Inhalte ansprechend aufbereitet werden. Dafür eignen sich z.B. Infografiken oder auch Videos. Informative Inhalte mit viel Mehrwert für den Nutzer werden eher geteilt.

 

Bei der Erstellung des Contents für das Seeding ist es wichtig die Art des Contents bzw. Medienformate zu beachten. Je nach gewähltem Kanal führen unterschiedliche Content-Arten zum Erfolg. Für einen Corporate Blog oder eine Website eignen sich beispielsweise sind Fach- oder Gastarikel ebenso geeignet wie Whitepaper oder Präsentationen. Infografiken oder Videos können über verschiedene Social-Media-Kanäle verbreitet werden. Lange und umfangreiche Fachartikel hingegen weniger. Hier bietet sich der eignen Newsletter an, um einen ersten Teil der Zielgruppe zu erreichen.

 

Die Kombination der verschiedenen Kanäle sorgt letztendlich für die Verstärkung des Seeding-Effekts. So können die wichtigsten Zahlen, Aspekte oder Fakten eines Fachartikels in eine Infografik zusammengefasst werden und über Social-Media-Kanäle verbreitet werden.

 

Fazit – Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

 

Zuallererst ist es wichtig Content Seeding nicht als kurzfristige oder einmalige Maßnahme zu sehen. Es ist eine langfristige Strategie, die Planung und kontinuierlichen Ausbau verlangt. Ein nachhaltiger Seeding-Effekt stellt sich nach einmaliger Verbreitung von Inhalten ein. Werden qualitativ hochwertige Inhalte regelmäßig verbreitet, verstärkt sich der Seeding-Effekt mehr und mehr. Zudem erfolgt eine Positionierung als Experte in einem bestimmten Themenbereich. Die eigene Expertise wird verstärkt nach außen getragen. Folglich wächst das Netzwerk das Touchpoints und die Reichweite steigt. Im Idealfall werden die eigenen Inhalte dann auch über Earned Media Kanäle geteilt.

 

Florian Kolbe

Florian Kolbe ist im Online Marketing bei der Online Solutions Group in München, tätig. Zu seinen Aufgaben gehören die On- und Offpage Optimierung sowie die Optimierung von SEA-Kampagnen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse teilt er gern und regelmäßig auf dem Agentur-Blog oder als Gastautor.

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