Möglichst mit einem heterogenen Team gründen

CollarCare bringt Digitalisierung in den Heimtiermarkt

Stellen Sie sich und das Startup CollarCare kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Lukas und Co-Founder des Startups CollarCare aus Bielefeld. Mit CollarCare bringen wir die am Anfang der Digitalisierung stehende Heimtierindustrie mit einer stark wachsenden Zielgruppe von Digital Natives zusammen. Hierzu entwickeln wir eine intelligente Plattform, welche die individuellen Bedürfnisse von Hunden versteht und sie in einer Smartphone App visualisiert. Die vom Nutzer bereitgestellten Daten werden mit einer Datenbank verglichen, die mit Hilfe von Tierärzten erstellt wird. So können wir Aufschluss darüber geben, ob der individuelle Hund artgerecht ausgelastet wird und all seine Bedürfnisse erfüllt werden. Da Hunde heutzutage oft als vollwertige Familienmitglieder angesehen werden nutzten wir innovative Software-Technologien, um dem besten Freund des Menschen durch Data Science eine Stimme zu geben und eine wichtige Frage zu beantworten, die alle 8,6 Mio. Hundebesitzer in Deutschland eint: Wie geht es meinem Hund gerade wirklich?

Auf diesem Wege erheben wir zahlreiche qualitative Insights, die es der Heimtierindustrie ermöglichen, neue Produkte zu entwickeln, bestehende zu optimieren und diese streuverlustfrei auf unserer Plattform zu platzieren.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Wir vier haben uns alle aus ähnlicher Motivation dazu entschieden, ein Unternehmen zu gründen. Ein sehr wichtiger Aspekt war für uns das Bewusstsein, dass eine Volkswirtschaft nur wachsen kann, wenn sie ständig innovativ bleibt. Die Möglichkeit, zum Wohlstand der Bevölkerung durch die Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen, war für uns deshalb ein sehr entscheidender Aspekt. Zusätzlich war für uns natürlich der Gedanke sehr reizvoll, ein Unternehmen zu erschaffen, bei der alle wichtigen strategischen Entscheidungen in unserer Hand liegen.

Ursprünglich hatten wir alle unterschiedliche Gründungsideen, die teilweise auch schon zu einer Gründung geführt haben. Im Rahmen des Accelerator Programs der Founders Foundation in Bielefeld haben wir dann zueinander gefunden und beschlossen, unsere bisherigen Projekte ruhen zu lassen und uns alle vier mit voller Kraft CollarCare zu widmen.

Welche Vision steckt hinter CollarCare?
Wir möchte eine offene und ganzheitliche Plattform aufbauen, die wesentliche Lebensbereiche des Hundes abdeckt. Langfristig wollen wir so die Bedürfnisse von jedem individuellen Hund abbilden.

Zusätzlich liefern wir Empfehlungen für eine artgerechte Auslastung und Ernährung und damit verbundene perfekt zugeschnittene und streuverlustfreie Produktplatzierungen in Form von Futter, Zubehör und Versicherungen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Bei unserem jungen Startup war es bisher die größte Herausforderung, eine langfristige Timeline festzulegen und gleichzeitig extrem kundenorientiert und lean das Produkt zu entwickeln. Außerdem haben wir frühzeitig festgestellt, dass ein heterogenes Team ein entscheidender Faktor bei einer Unternehmensgründung darstellt und zwingend notwendig ist, um schnell PS auf die Straße bringen zu können. Nach intensiven Monaten der Suche haben wir die ideale Team- Konstellation gefunden, dennoch war die Suche eine große Herausforderung in der Frühphase unserer Unternehmung.

Bisher haben wir uns selbst finanziert und kürzlich eine Angel Runde eingesammelt, durch die wir nun gezielt in die Produktentwicklung und das Marketing investieren werden.

Wer ist die Zielgruppe von CollarCare?
Grundsätzlich richtet sich unser Angebot an alle Hundebesitzer, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Tier pflegen.

Als Kernzielgruppe wenden wir uns zuerst der stark wachsenden Zielgruppe von Digital Natives zwischen 18 und 40 zu.

Wie funktioniert CollarCare? Wo liegen die Vorteile?
Momentan setzen wir den Lifestyle Charakter der App gezielt ein, um über Gamification Elemente spielerisch eine artgerechte Auslastung zu fördern und die tägliche Nutzung zu steigern. Ein Beispiel hierfür ist unsere Abenteuermission, bei der Hundebesitzer in eine fiktive Mission eintauchen und auf ihrer Gassi-Runde gemessen an den real gelaufenen Kilometer Auszeichnungen verdienen und Rabatte für Hundezubehör erspielen können. Schon jetzt können sich Hundebesitzer untereinander vernetzen und den eigenen Fortschritt mit anderen Hundebesitzern vergleichen. Parallel entwickeln wir momentan mit der Expertise von Tierärzten und Hundetrainern umfassende Benchmarks und einen Chatbot, der automatisiert Fragen zum individuellen Hund beantwortet.

Hierdurch werden wir uns in Zukunft deutlich stärker in Richtung Health Care bewegen und in diesem Bereich Mehrwerte kreieren.

Gemeinsam mit einem Partner werden wir Mitte nächsten Jahres ein smartes Halsband an unsere App koppeln, um so gesundheitsrelevante Echtzeitdaten am physischen Hund erheben zu können. Durch die Kombination aus sensorbasiertem Halsband, der App und einer intelligenten Datenbank haben wir so die Möglichkeit, präzise den Gesundheitszustand des Hundes abbilden zu können.

So wollen wir zum Caretaker der Heimtierindustrie werden.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback zu unserem MVP ist größtenteils sehr positiv. Im ersten Monat haben wir über 4.500 registrierte Nutzer mit circa 700 täglich aktiven Nutzern erreicht. Mittlerweile haben wir über 15.000 Gassi-Runden aufgezeichnet und eine Retention Rate von knapp 30% im ersten Monat nach Release erreichen können.

CollarCare, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben das Ziel, in fünf Jahren zur Erstausstattung von Hundebesitzern zu gehören. So wollen wir gerade Ersthundebesitzern die Möglichkeit bieten, auf unserer Plattform alle wichtigen Informationen über ihren Hund zu bekommen, um ihm eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Zusätzlich wollen wir alle Branchenzweige der Heimtierindustrie an unsere Plattform gekoppelt haben, sodass der Hundehalter beispielsweise die Möglichkeit hat, mit dem richtigen Futter und Zubehör rassetypischen Erkrankungen vorzubeugen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein wichtiger Tipp für alle angehenden Gründer ist, alle Hypothesen zu validieren und über kontinuierliche Feedbackschleifen extrem kundenorientiert das Produkt zu entwickeln. Darüber hinaus würde ich jedem empfehlen, einen geeigneten Accelerator zu suchen, um in der Frühphase des Unternehmens die nötige Geschwindigkeit aufnehmen zu können. In NRW ist die Founders Foundation die mit Abstand beste Anlaufstelle für die Umsetzung innovativer B2B-Geschäftsmodelle. Der dritte Tipp bezieht sich auf das Team. Unserer Meinung nach ist es elementar wichtig mit einem möglichst heterogenen Team zu gründen, um verschiedene die diversen Skillsets der Gründer optimal einsetzen zu können.

Teamfoto: Martin Fenkl, Ursula Moos, Lukas Tenge, Mike Langendorf (von links nach rechts)

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lukas Tenge für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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