Ihr steht nicht alleine da

co&amor Taschen, die in Kolumbien in Handarbeit von den Wayuu Indianern gefertigt werden

Stellen Sie sich und das Startup co&amor doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, ich heiße Pia Steinhage, bin 26 Jahre jung, lebe in Hamburg und habe das Modelabel co&amor gegründet. Bei co&amor verkaufen wir wunderschöne Taschen, die in Kolumbien in Handarbeit von den Wayuu Indianern gefertigt werden. Fairness und Transparenz sind die zentralen Werte, die unser Modelabel vertritt. Die Taschen werden fair gehandelt, was bedeutet, dass die Wayuu Indianer mindestens das Doppelte des Marktwertes für die Taschen erhalten. Zusätzlich spenden wir 20% der Gewinne, um die Lebensbedingungen der Wayuu Indianer langfristig zu verbessern. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Der Entschluss ein Unternehmen zu gründen hatte verschiedene Beweggründe. Zum einen habe ich durch meinen Auslandsaufenthalt in Kolumbien eine enge Verbindung zu dem Land aufgebaut und bin tief begeistert von der herzlichen Art der Menschen sowie ihrer beeindruckenden Kultur. Die Unternehmensgründung bietet mir die Möglichkeit diese tollen Menschen zu unterstützen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Zum anderen hatte ich schon immer Lust eines Tages ein eigenes Unternehmen zu führen, um meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und meine eigene Vision umzusetzen.

Was war bei der Gründung von co&amor die größte Herausforderung?

Am herausforderndsten waren für mich die Themen, mit denen ich bisher weder im Berufsleben noch im Studium Berührungspunkte hatte. Beispielsweise habe ich es als Herausforderung empfunden herauszufinden und zu planen, was alles für den Import von Ware aus Kolumbien notwendig ist. Durch lange Stunden der Recherche habe ich mir Fachwissen aneignen können und auch diese Stolpersteine überwunden. Generell kann ich alle angehenden Gründer beruhigen und sagen, dass Herausforderungen dazugehören und ihr sie mit Zeit und Muße sicherlich super meistert.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Auf jeden Fall. Viele Aspekte lernt man während des Gründungsprozesses und feilt somit während der ersten Zeit weiter an der Idee. Meiner Meinung nach ist es wichtig für seine Vision und Träume loszugehen und dafür braucht es noch keine perfekt ausgeklügelte Idee, sondern den Mut und die Leidenschaft sich dem neuen Projekt zu widmen. Beispielsweise lerne ich nach rund 4 Monaten der Selbstständigkeit weiterhin dazu und bin froh über diesen Lernprozess. Plant also genug Zeit ein, damit ihr während der ersten Monate weiter an den Details eurer Idee und ihrer Umsetzung arbeiten könnt.

Welche Vision steckt hinter co&amor?

Unsere Vision ist eine faire Modewelt, in der die Arbeit der Produzenten fair bezahlt wird und Kunden dies bewusst unterstützen. Wir als Endkunden müssen erkennen, dass wir mit unserem Kaufverhalten die Macht haben Ethik und Fairness von den Unternehmen zu fordern bzw. Labels zu unterstützen, die dies tun. Daher kommt auch unser Slogan „buy a bag – make a change“, denn der Kauf von unseren Taschen hat einen positiven Einfluss auf das Leben der Wayuu Indianer und bewirkt so einen Wandel. Einen Wandel hin zu einem besseren Leben der Produzenten und hin zu einer faireren Modewelt.

Wer ist die Zielgruppe von co&amor?

Bist du ein Fan von schönen, handgefertigten Taschen? Liegt dir darüber hinaus die faire Bezahlung von Handarbeit am Herzen? Dann gehörst du der Zielgruppe von co&amor. Wir sprechen all die Menschen an, die Freude an besonderen Taschen aus natürlichen Materialien haben und Fairness sowie Ethik in der Modewelt unterstützen.

Was ist das Besondere an den Produkten?

Unsere Taschen erzählen die Geschichte der Wayuu Indianer aus dem Norden Kolumbiens. Seit jahrelanger Tradition fertigen die Indianer Taschen in Handarbeit und ordnen dieser Handwerkskunst eine wichtige Bedeutung in ihrer Kultur zu. Je nach Tasche arbeiten die Wayuu Indianer zwischen 3 und 20 Tagen an der Fertigstellung. Sie nutzen dafür natürliche Materialien – nämlich Baumwollfäden und Palmenblätter, die in Kolumbien gewonnen werden. Da die Taschen in Handarbeit gefertigt werden, hat jede Tasche etwas Individuelles und ist eine Bereicherung für jede Garderobe.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten nicht „nur“ eine weitere Handtasche an, sondern setzen uns für mehr Fairness und Transparenz in der Modewelt ein. Das Wohl der Wayuu Indianer liegt uns sehr am Herzen. Wir verbinden den Verkauf ihrer handgefertigten Taschen mit einer positiven Veränderung in ihrem Leben – durch faire Bezahlung und die zusätzliche Spende von 20% der Gewinne für Projekte zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Ganz nach dem Motto: buy a bag – make a change.

co&amor, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir, dass jeder Wayuu Indianer sicher von seinem traditionellen Handwerk leben kann. Wir wollen, dass die Kinder der Wayuu Indianer alle die Schule besuchen können und die Familien wohl genährt und ohne Sorgen leben. Neben diesem Ziel möchten wir Menschen dazu inspiriert haben sich mit Fairness, Ethik und Transparenz in der Modewelt zu beschäftigen. In fünf Jahren wollen wir andere Labels dazu motiviert haben sich ebenfalls für diese Werte einzusetzen. So kommen wir Stück für Stück unserer Vision einer fairen Modewelt näher.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

  1. Tauscht euch so viel, wie möglich mit anderen über eure Idee aus. Zum einen werdet ihr dadurch eure Vision und Idee konkretisieren können, indem ihr es schafft sie anderen Menschen verständlich zu erläutern. Zum anderen erreichen euch so Anregungen und Kritik, die euch ebenfalls weiterbringen werden.
  2. Ihr steht nicht alleine da. Nutzt euer Netzwerk, da wo es geht, um euch gerade während des Starts ein wenig Unterstützung heranzuziehen. Ein Freund von euch kennt sich gut mit Technik aus? Dann bittet ihn doch einfach um Hilfe beim Erstellen der Website. Der Steuerberater eurer Eltern bietet euch eine gratis Erstberatung – na dann los. 
  3. Der wichtigste Tipp von allen – glaubt an euch selbst! Es wird sicherlich Menschen geben, die eure Idee anzweifeln und auch ihr selbst werdet vielleicht hier und da einen schwachen Moment mit Selbstzweifeln haben. Macht euch immer wieder bewusst, dass ihr eure Vision erreichen könnt und vertraut euch selbst.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Pia Steinhage für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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