Arbeite nur mit Menschen zusammen, die bereit sind, für deine Geschäftsidee über brennende Kohlen zu gehen

Treffen Sie den Ergebnis Coach Clemens Ressel auf dem innolution valley in Ludwigsburg

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen sich doch kurz unseren Lesern kurz!
Clemens Ressel: Welches genau? … 1989 gründete ich mein erstes Unternehmen. Aus diesem Unternehmen ging das nächste hervor und so weiter und so weiter. Heute bin ich CEO und Founder der Business Athleten AG, der StartUpFinanzierer Pfister, Ressel + Cie Trust AG und einem US Unternehmen, das in eher durchgeknallte StartUps und Geschäftsideen investiert.

Welche Idee steckt hinter der Business Athletics Inc.?
Clemens Ressel: Als ich mit 17 Jahren als erster männlicher Geschenkverpackungsservice bei Karstadt in Berlin startete, war mir schnell klar, ich bin kommunikativ supergut ausgestattet. Mit 18 gründete ich dann mein erstes Unternehmen, beteiligte mich recht früh an anderen Ideen und hatte mit meinen Verkaufserfolgen mit 27 die erste Million auf meinem Konto.

Doch wie bei jedem erfolgreichen Unternehmer, ging auch bei mir einiges verdammt schief. Die Million war schnell weg, die Frau auch.
Schicksalsschläge sorgten dafür, dass ich ein paar Jahre in Ruhe schaute, wo meine Reise hingehen soll.

Als ich mit meiner neuen Familie Deutschland verliess, gründete ich in den USA die Business Athletics Inc. Mein Ziel war es, in etwas risikofreudigere StartUps und verrückte Geschäftsideen zu investieren und das in einer Atmosphäre, wo nicht die Gewinne sozialisiert werden und die Verluste meine Privatsache sind, sondern, wo Gründerspirit gefördert wird.

Heute kehrt dieser Spirit auch langsam ins Land der Dichter und Denker nach Deutschland ein.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was waren die größten Herausforderungen?
Warum gründe ich ein Unternehmen? Knackige wahre Antwort? Weil ich die Anzahl der Mitesser an meinen Geschäftsideen und Unternehmen bei Erfolg selbst steuern und kontrollieren will. Es gibt genug Beispiele, wie nur darauf gewartet wird, dass du als Macher stolperst und Fehler begehst. Da ist es umso wichtiger, eine geeignete Unternehmensform zu wählen, die dir die Freiheit erhält, auch wenn mal etwas schief geht. In über 30 Jahren als Unternehmer habe ich eines ganz sicher gelernt:

Hüte dich vor Menschen, die dir bei Sonnenschein Schirme leihen und bei dem ersten Regentropfen zurückfordern.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Clemens Ressel aus?
0500 Mentoring + Coaching / Masterclass Clients
0630 Sport, my hour of power
0800 Shuttle to Campus
0900 Meetings, Calls, Work at National Elite Campus
1200 Sport
1300 Brainstorming, personal mind training
1400 Meetings, Calls, clients
1530 Break with daughter and her sport
1700 writing, calls
1900 family time

Über welche Themen werden Sie im Innolution Valley referieren?
Clemens Ressel: Mein Pitch geht ganz klar in die Richtung „Fokus“. >> ALL IN oder NIX << ist mein Motto. Mehr verrate ich nicht, Sie sollten lieber ins innolution valley kommen.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Clemens Ressel: Am Anfang waren es ein paar eher durchgeknallte Berliner, welche die Gründerszene hochgezogen hat. Die grossen Dinosaurier lächelten, doch es ist wie mit einem Baumsamen, der durch den Teerbelag auf den Wegen und Strassen auch nicht aufgehalten werden kann. Eines Tages bricht der Spross durch die Teerdecke durch und es wird ein Baum. Heute ist die Szene richtig gut am Wachsen. Mir imponiert besonders, wie sich die Region Stuttgart entwickelt.

Lange haben die Dinos zugeschaut und nun wird ordentlich in die StartUp Infrastruktur investiert, damit Berlin und alle anderen Standorte nicht weiter Lichtjahre entfernt bleiben. Ich lebe die meiste Zeit des Jahres in der Schweiz und bin dadurch in der Schweiz in der StartUp-Gründer-Szene mittendrin.

In manchen Ideenfeldern sind wir um Welten voraus, in manchen, sind die Berge im Weg.

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?
Clemens Ressel: Abgelenkt sein von schlauen Freunden, Klugscheissern und all den Versuchungen des Lebens
Fast alle vernachlässigen sich selbst. Fastfood, Liefer-Pizza und TVSport statt Laufschuhe und FitnessStudio sorgen für einen frühen Tod, bevor du das Leben mit 50/ 60 / 70 so richtig geniessen kannst. Schau mal auf meinen Tagesablauf, mit dem ich selbst meinen Hirntumor vertrieben habe.
Falsche Berater und geldgierige Partner sind der Tod eines jeden Unternehmens. Sie wollen nicht deine Idee erfolgreich machen, sie wollen dein Geld, saugen dich aus und schmeissen dich dann in die Ecke und suchen sich das nächste Opfer.

Sei kein Opfer! Sei wach!

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Gelesen: Psychologie der Massen, von Gustav le Bon
Hörbuch: Influence – The Psychology of Persuasion, von Robert Caldini
Hörbücher sind mittlerweile 50% meiner Lesebücher. Ich lese / höre im Jahr 30 – 40 Bücher.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Unser Kinderhilfswerk DIE UNBEZWINGBAREN wurde bereits zum Social Award 2018 nominiert. Mein Ziel, als die tödliche Diagnose kam, war es, Spuren zu hinterlassen. Durch meinen Gehirntumor hat sich mein Leben im HIER und JETZT nochmal richtig intensiviert. Drum lebe ich im HIER und JETZT. Hmmm … In 5 Jahren lebe ich ein genauso erfülltes Leben mit meiner Familie, schaue meiner Tochter bei Ihren Eishockey Länderspielen zu und geniesse die Gespräche mit meinen Klienten und Partnern. Ich lebe am wunderschönen Bodensee und in London. Das wird in 5 Jahren sicher auch so sein.

Ich liebe die Ruhe am See und die kreative Metropole London.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
Arbeite so viel du kannst mit Freelancern zusammen, die du mit klaren WinWin-Verträgen binden oder bei Erfolglosigkeit eben schnell gegen Bessere und Fleissigere tauschen kannst.
Arbeite nur mit jenen, die bereit sind, für deine Geschäftsidee über brennende Kohlen zu gehen. Der Tod einer Geschäftsidee sind Klagen vor Arbeitsgerichten mit Angestellten, die dir nach der bezahlten Arbeitsverweigerung auch noch das letzte Hemd ausziehen wollen. Klingt hart, ist aber Klartext!

Konzentriere dich voll und ganz auf das Gelingen deiner Geschäftsidee. Es kursiert das Gerücht, dass du mit einem Hauptjob deine Idee erst einmal finanzieren kannst. Das ist Bullshit. Kein erfolgreicher Unternehmer hat im Nebenjob irgendeine Idee umgesetzt … KEIN einziger! Sie alle sind ALL IN gegangen, haben rechts und links nichts anderes im Kopf gehabt. Ein Spitzensportler im Eishockey trainiert nicht auch noch Fussball, weil Papa es so will. Entweder Fokus und ALL IN oder Kino mit Popcorn und Bier.

Hüte dich vor sogenannten Experten, die dir erklären wollen, wie du dein Business aufbauen musst, selbst aber niemals erfolgreiche Unternehmer waren. Du kaufst dir doch auch keine Bücher über schöne Berge, wenn du den Mount Everest erklimmen willst. Du rufst doch auch nicht deinen Coach oder Seifenspender an, wenn du bei 5.000 Metern Höhe Atemprobleme bekommst und fragst ihn „Coach, was muss ich jetzt tun“. Geschweige denn, dass du dort Empfang auf deinem Handy hast. Alles und allein, was dir hilft ist der Typ, der mit dir auf dem Weg zum Mount Everest ist und genau weiss, wie es dort oben ist.
Also schau genau hin, welchen Berater du dir an die Seite holst. Das beginnt bei den Förderanträgen, den Banken, den Unternehmertreffen, den Netzwerken und geht bis zum Lebenspartner. Du kannst nicht neben einem Beamtentypen erfolgreicher Unternehmer werden.

Weitere Informationen zu Clemens Ressel finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Clemens Ressel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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