Freitag, Oktober 22, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

cityscaper Teilnehmer im Batch #9 Accelerator-Programm der VentureVilla

Stellen Sie sich und das Startup cityscaper doch kurz unseren Lesern vor!

cityscaper ist die erste Kommunikationsplattform, die einen interaktiven Meinungsaustausch in den entscheidenden Phasen des Planungsprozesses möglich macht. Durch die intuitive und begeisternde Visualisierung online, in AR und VR, werden Barrieren abgebaut und ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung erschlossen. Co-kreativ können in der App Ideen gemeinsam umgesetzt und in 3D skizziert werden. Das niederschwellige Beteiligungsangebot macht Mitgestaltung trotz sprachlichen Hürden und geringer Erfahrung möglich.

Bei Veränderungen mit Zustimmung planen – das ist cityscaper!

Unser Kernteam besteht aus drei Personen. 

Sebastian führt die technische Entwicklung. Er bringt den kompletten Stack für AR mit. Von Computer Grafik über 3D Modellierung bis hin zu Game Design ist er in allen Gebieten Experte. Unterstützt wird er von einer Grafik Designerin und mehreren Werksstudierenden.Juliane hat bereits in 2 Startups gearbeitet und ist in der Energiebranche gut vernetzt. Ihre Kontakte und ihr strategisches Vorgehen, um einen optimalen Product Market Fit zu erreichen, bringen cityscaper jeden Tag näher an die Kund:innen heran. Robin übernimmt den Vertrieb. Bereits bei einer kleinen Firma im Schwarzwald hat er 3 Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Seine Kontakte in die Kommunalpolitik helfen ihm dabei besonders weiter. Außerdem hat er sich in die Buchhaltung eingearbeitet und betreut den Bereich Finance und Controlling.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Bei dem „Smarter City – Hack the #datadome“ Hackathon des Medienhauses Aachen wollte Sebastian die Stadtentwicklung revolutionieren. Mit einer AR App sollten Bürger:innen jederzeit und überall ihre Ideen in 3D skizzieren und an die Verwaltung kommunizieren. Zwei Wochen nach dem Hackathon reisten Robin und Sebastian zum Hackathon Junction nach Helsinki. Auf dem Flughafen in Helsinki berichtete Sebastian Robin von der Idee. Dieser kannte das Problem der Einbindung von Bürger:innen in die Stadtentwicklung aus der Lokalpolitik nur zu genau. In seiner Begeisterung meldete er cityscaper beim AC2 Gründerwettbewerb an und machte aus einer Idee ein Projekt. Erste Gespräche mit Stadtplaner:innen zeigten weitere Möglichkeiten auf und die Idee entwickelte sich weiter. Es war dann ein ganz natürlicher Schritt zu gründen und mit vollem Engagement durchzustarten.

Welche Vision steckt hinter cityscaper?

Unsere Städte stehen vor einer großen Transformation. Wie entwickelt sich der Einzelhandel weiter? Auf welchem Weg bringen wir nachhaltige Mobilität in die Stadt? Und wer entscheidet über die Konversion alter Parkhaus- oder Kasernenflächen?

Diese Fragen können wir nur gemeinsam beantworten. Eine erfolgreiche Transformation gelingt nur, wenn wir alle Beteiligten mitnehmen – Bürger:innen, Verwaltung und Politik. Oft scheitert der Dialog daran, dass sich Betroffene von klassischen Beteiligungsformen nicht angesprochen fühlen. Planungsentwürfe sind für Bürger:innen schwer vorstellbar, sodass eine gemeinsame Diskussionsgrundlage mit Stadtplaner:innen fehlt. Ohne klaren Kompass und niederschwellige Darstellungen bringen sich Betroffene nicht oder zu spät ein. 

So treten Widerstände erst nach dem ersten Spatenstich auf. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Großteil der Planungskosten bereits angefallen. Änderungen sind kosten- und zeitaufwendig, eine Fertigstellung des Bauvorhaben verzögert sich oder wird ganz vereitelt. Wir wollen, dass Ihr die Städte von morgen gemeinsam gestalten könnt und geben dafür mit unserem Team jeden Tag alles.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Unsere bisher größte Herausforderung ist es in unserem Markt richtig Fuß zu fassen. Da wir viel mit öffentlichen Stellen zusammenarbeiten, müssen Förderanträge geschrieben und Ausschreibungen durchgeführt werden. Das kostet Zeit und ist relativ aufwendig in der Akquise. Einige Verwaltungen schöpfen noch nicht das volle Potenzial unserer Lösung aus. Gerade bei polarisierten Bauprojekten soll alles glatt laufen, da wird bei etwas Neuem oft gezögert.

Durch das EXIST-Gründerstipendium des BMWI wird das Projekt mit einer Fördersumme von 103.000 € unterstützt. Da der Förderzeitraum noch nicht abgeschlossen ist, ist noch nicht die volle Summe in das Unternehmen geflossen. Private Einlagen zur Gründung der GmbH wurden durch die Gesellschafter Sebastian und Robin in Höhe von insgesamt 25.000 € zur Verfügung gestellt. Außerdem ist cityscaper Teil mehrerer Acceleratoren, die das Projekt mit Beihilfen über 20.500 € unterstützten. Aktuell laufen die Vorbereitung zur Beantragung des Gründerstipendiums NRW. Durch dieses werden weitere Mittel in Höhe von 36.000 € akquiriert. 

Wer ist die Zielgruppe von cityscaper?

Die Zielgruppe für Software in der Bürgerbeteiligung ist durch die Trennung zwischen Nutzer:innen, Anwender:innen und Kund:innen charakterisiert. Die Stadt als Kundin hat als öffentliche Institution keine Gewinnerzielungsabsicht. Der Stadtplaner oder die Stadtplanerin als Anwender:in, meist ein:e freiberuflich Tätige:r, sucht nach Möglichkeiten, Bürger:innen in den Stadtplanungsprozess einzubinden und somit nachhaltige Empfehlungen abzugeben. Diese sollen für Zufriedenheit beim Auftraggebenden der Stadt und Bürger:innen sorgen und somit eine Wiederbeauftragung zur Folge haben.

Die Bürger:innen sind interessiert an der Mitgestaltung ihres Umfeldes und bevorzugen eine intuitive und aktive Partizipation sowie eine für Unerfahrene verständliche Kommunikation der Sachverhalte. Die Beziehung zwischen Stadt und Stadtplaner:innen entsteht meist durch Masterpläne, welche langfristige Entwicklungskonzepte für Innenstädte sind. Für die Umsetzung eines Masterplans beauftragt die Stadt eine:n Stadtplaner:in. Diese können durch unterschiedlich ausgeprägte Konzepte der Bürgerbeteiligung, Projektideen und Fachkompetenz im Kampf um den Zuschlag punkten. In den später von Stadtplaner:innen realisierten Projektideen wird der cityscaper eingesetzt.

Wie funktioniert cityscaper? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Aktuelle AR Anwendungen können Objekte wie z.B. Pokemons nur im Umkreis von 2 Metern vom Nutzer platzieren. Über diesen Bereich hinaus kann das mobile Gerät die Umgebung nicht erkennen. Um diese Limitation zu umgehen, verknüpft cityscaper Geodaten, Wetterdaten, Uhrzeit und aktuelle Position zu einem konsistenten Bild der Umgebung. 

So können virtuelle Entwürfe persistent verankert und Objekte in beliebiger Entfernung platziert werden. Darüber hinaus schafft das Planungstool mit diesen Informationen eine beeindruckende Immersion. Die Schattendarstellung wird verbessert, verschiedene Jahreszeiten, Wetterzustände oder der Ansichtswechsel zur Nachtansicht sind möglich. Auch das virtuelle Entfernen von Bestandsgebäuden und die dafür nötige Verdeckung funktioniert fehlerfrei.

Als Basis für die App nutzt cityscaper lokales, konsistentes Device 6-Degrees of Freedom (DoF) Tracking, das heute State of the Art ist. Die Orientierung und Position des Smartphones kann damit relativ zu einer Startposition ermittelt werden. Um jedoch persistent virtuelle Entwürfe und Modelle global in der Realität zu verankern, ist eine Kalibrierung des Modells auf globale Koordinaten notwendig. Die dafür verwendete Lokalisierung hat cityscaper unabhängig von zusätzlicher Hardware entwickelt.

Neben der begeisternden und intuitiven Darstellung in Augmented Reality nutzt cityscaper die Zusatzinformationen auch im weiteren Prozessverlauf. Im Online-Viewer wird der Bezug des Entwurfs zur Umgebung klar und beim virtuellen Rundgang kann die Vision selbst von zuhause begangen werden. Die einfache Verknüpfung von On- und Off-site Interaktion spricht alle an und führt die Projektkommunikation zum Erfolg. cityscaper. Mit Zustimmung planen.

Ihr seid Teilnehmer im Batch #9 Accelerator-Programm der VentureVilla. Könnt ihr uns das Programm kurz vorstellen?

Die VentureVilla ist ein Accelerator-Programm, was Startups in der Anfangsphase unterstützt. Viele Gründer:innen sind auf ihrem Gebiet echte Experten, bei einem Startup müssen jedoch alle Aufgaben angegangen werden. Hier wird in einem 100 tägigen Programm viel notwendiges Wissen vermittelt, um alle Bereiche abdecken zu können. Ob es rechtliche Fragen sind, es um Buchhaltung geht oder Öffentlichkeitsarbeit, es gibt hier exzellente Expert:innen, die einem unter die Arme greifen und mit Rat und Tat beiseite stehen. Die Formate sind so unterschiedlich, wie die Themenbereiche.Es gibt alles von Workshops bis zu Einzelberatungen.

Wie geht es jetzt weiter? Was passiert am Demo Day?

Jeder Batch endet mit dem Demoday. Dort haben wir Möglichkeit, vor Multiplikator*innen und Investor*innen zu pitchen und die nächsten Schritte Richtung Finanzierung einzuleiten. Der Demo Day zum Ende unseres Durchlaufes wird am 24.06.2021 von 10.00 bis 13.00 Uhr stattfinden. Wir freuen uns Euch dort zu treffen. Wenn ihr es nicht mehr abwarten könnt, besucht gern unsere Internetseite unter cityscaper.de

cityscaper, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Das Geschäftsmodell des cityscaper stützt sich auf den Verkauf von Software und der dazugehörigen Dienstleistung. Bis Ende 2021 wird die Plattform in einem Projektgeschäft kontinuierlich weiterentwickelt. Zum einen wird so die Entwicklung der Plattform finaziert, zum anderen erhält cityscaper laufend Feedback zum aktuellen Stand des Produkts. Bei der Auswahl der Projekte wird darauf geachtet, dass der individuelle Entwicklungsanteil möglichst gering ist.

Ab 2022 wird die SaaS Plattform veröffentlicht. Nutzer:innen können selbstständig ihre 3D Modelle hochladen und auf den verfügbaren Medien darstellen. Hierdurch sinkt der Dienstleistungsanteil und die Marge steigt. Insbesondere in der 3D Modellierung wird ein Dienstleistungsanteil verbleiben, da bei Kund:innen hierfür unzureichende Kompetenzen vorhanden sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Vernetzen! – Eigentlich muss jede:r in der Branche von euch gehört haben. Schaut euch genau um, wo sich eure Zielgruppe tummelt und mischt da kräftig mit.

Fokussieren/Priorisieren! – Es gibt einen Haufen an Arbeit und unglaublich viele spannende Projekte. Stellt euch regelmäßig die Frage, was eure Strategie ist und werft alles aus dem Kalender, was diese Strategie nicht weiterbringt (private Termine müssen drin bleiben wegen der Work-Life-Balance und so 

Kritik einstecken können! – Auf eurem Weg werdet Ihr vielen Personen eure Idee präsentieren, dass es da einige gibt, die sie blöd finden ist ganz normal. Andere wollen euch weiterhelfen und zeigen die Schwachpunkte auf, wo ihr nochmal ran müsst. Nehmt das nie persönlich und zieht nur das Feedback raus, was euch wirklich hilft (Strategie siehe oben).

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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