Die Augen offen halten

Citlali Mora Catlett wird auf der moinBlockchain Konferenz einen Workshop mit dem Thema Smart Contracts halten

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor.

Hallo, mein Name ist Citlali Mora Catlett. Ich habe in den letzten fast 2 Jahren bei B9lab gearbeitet. Davor habe ich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften studiert. Mein Fokus lag in internationalen Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik, sowie Außenwirtschaftslehre. Ich bin sozusagen ein Quereinsteiger im IT Bereich.

Aber wie passiert sowas? Nach meinem Studium wurde ich von B9lab angeworben für die Strategie- und Projektentwicklung, insbesondere in Bezug auf Kooperationschancen und Business Development. Wie es im IT Bereich manchmal kommt, am Ende blieb ich länger als geplant und entdeckte meine Begeisterung für Blockchaintechnologie. Fast 2 Jahre später freu ich mich meine Leidenschaft und Begeisterung für die Potenziale der Technologie weiterzugeben, und aufzuklären was diese Technologie kann, wo ihre Grenzen liegen und wofür sie geeignet sein könnte.

Stellen Sie uns doch das Unternehmen B9lab kurz vor!

Citlali Mora Catlett: B9lab ist einer der führenden Anbieter für qualitative Blockchainbildung, Training und Beratungsservices. Als solches haben wir bereits Studenten aus über 160 Länder geholfen Blockchain Experten und Entwickler zu werden. Wir bieten eine breite an Kursprogrammen und Leistungen an – vom Entwickler, der wissen will wie man einen Smart Contract auf einer bestimmten Plattform coded und ein Blockchainnetzwerk aufbaut, bis zum technischen Analysten und Manager, der wissen will, was Blockchain ist und wie man die Technologie anwenden kann. Zusätzlich haben wir bei B9lab dieses Jahr begonnen Community Programme anzubieten, bei denen B9lab und andere Organisationen Kurssitze für Entwickler sponsern. Wir wollen die Community und das Ecosystem fördern. Des Weiteren bietet B9lab Technologieübernahme Programme an, durch die wir helfen Tools und Protokolle bekannt zu machen und den richtigen Umgang mit ihnen zu lehren.

Was sind Ihre Aufgaben im Unternehmen?

Mein bisheriger Fokus bei B9lab war zu Beginn die Strategie- und Projektentwicklung im Bereich von Kooperationen und B2B Produkten. Nach einer sehr intensiven, tiefergehenden Auseinandersetzung mit der Technologie -an dieser Stelle gebührt ein großer Dank an die wunderbaren Entwickler mit denen ich zusammenarbeiten durfte bei B9lab, die sich eine ganze Reihe von Fragen stellen mussten- habe ich mich der nicht-technischen und Business-zentrierten Kursentwicklung gewidmet. Heute bietet B9lab eine ganze Reihe an Kursen an, die zugeschnitten sind die Technologie Menschen ohne technischen Hintergrund näher zu bringen und außerdem ökonomische, soziale und politische Aspekte stärker in den Fokus zu rücken. Dementsprechend habe ich bisher das Vergnügen gehabt sowohl Softwareentwickler als auch Quereinstiege als Studenten zu haben.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Citlali Mora Catlett : Als Mitarbeiterin in einem Startup bin ich sehr flexibel in der Gestaltung meines Arbeitsaltages. Ich arbeite zwar des Öfteren im „Homeoffice“, also von zu Hause, aber genieße natürlich auch die Büroatmosphäre und ihre Vorzüge, beispielsweise den Kontakt mit anderen Teamkollegen. In der Regel verbringe ich einen Großteil meines Arbeitstages mit der Betreuung von Studenten, administrative Tätigkeiten und der Bewertung von Abschlussprüfungen. Zusätzlich ist die Materie der Kurse in permanentem Wandel, was mit sich bringt, dass häufig Kursmaterial geupdated werden muss.

Die Recherche und Weiterentwicklung der Kurse ist dementsprechend immer Teil eines Arbeitstages. Man muss, um mitzukommen, immer ein wenig den Finger am Puls der Zeit haben. Wie in jedem Unternehmen stehen Meetings zum Koordinieren, Besprechen und Brainstormen an. Was sich von vielen anderen Arbeitsbereichen unterscheidet ist, dass viele dieser Besprechungen über Videocalls durchgeführt werden. Vergleichbar mit unserem Technologiebereich sind viele Blockchainunternehmen dezentralisiert -man arbeitet dort wo man sich gerade befindet. Solange man eine Internetverbindung und einen Computer zur Hand hat kann man sich der Arbeite widmen.

Über welches Thema werden Sie auf  dem moinblockchain sprechen?

Dieses Jahr habe ich das Privileg bei der MoinBlockchain dabei zu sein und aus dem Nähkästchen zu plaudern. Thema des Workshops sind Smart Contracts, Computerprotokolle, die dazu dienen einen sich selbst-ausführenden, -durchführenden und -verifizierenden Vertrag abzubilden. Smart Contracts sind häufig bekannt als generelles Konzept und werden theoretisch diskutiert, jedoch sind praxisbezogene Vorträge und Workshops bisher eher was für Entwickler. Ich möchte dieses Jahr mit den Teilnehmern des Workshops eine praxisbezogene, komparative Analyse durchführen und dabei die konzeptionellen Unterschiede im Code, zwischen Plattformen und Sprachen mit den Teilnehmern besprechen. Dabei soll ganz im Sinne von Inklusion und der Validität verschiedener Hintergründe und Perspektiven der Vortrag für Programmierer, aber auch Teilnehmer mit nicht-technischen Background zugänglich sein. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie: Warum funktionieren Smart Contracts so wie sie es tun? Gibt es Unterschiede konzeptioneller Natur in Bezug auf Anforderungen und Sprachen? Was sind Herausforderungen bei der Smart Contract Entwicklung?

Wer sollte sich Ihren Vortrag nicht entgehen lassen?

Citlali Mora Catlett: Alle die schon immer mal mehr über praktische Einblicke im Bereich von Smart Contracts wissen wollten! Ich denke der Vortrag ist sowohl für nicht-Entwickler von Interesse, aber auch was für Menschen, die selber schon mal einen Smart Contract gecoded haben. Man muss nicht unbedingt programmieren können, aber das wird uns nicht davon abhalten funktionierende Smart Contract Beispiele mitsamt ihrem Code zu untersuchen. Dabei erfahren die Teilnehmer mehr über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Smart Contracts aufweisen können. Jeder der sich schon mal tiefergehend mit Smart Contracts beschäftigen wollte und besonders diejenigen, die ein leichter Coder-Illettrismus bisher davon abgehalten hat, schauen hoffentlich vorbei.

Wie wichtig sind Events für das Networking und den Erfahrungsaustausch?

Events sind insbesondere in neuaufkommenden Bereichen wie Blockchain immens wichtig. Da der Bereich, die Unternehmenslandschaft und das Ökosystem sich noch stark entwickeln sind Events besonders wichtig, um zu wissen was in der Szene passiert, welche Trends man erkennen kann und welche Implementationen Fortschritte machen. Der Networking Aspekt steht nicht selten im Fokus, aber es geht bei Blockchainevents auch immer häufiger um Erfahrungs- und Wissensaustausch. Besonders in dynamischen Arbeitsfeldern ist es vom Vorteil gut vernetzt zu sein und sich regelmäßig darüber zu informieren was für Entwicklungen aktuell stattfinden. Der größte Zugewinn neben dem Networking und Erfahrungsaustausch bei Events ist, dass man verhindert die wandelnden Bedürfnisse und Anforderungen aus den Augen zu verlieren. Man möchte ja verhindern an dem Markt vorbei zu entwickeln.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Citlali Mora Catlett: 5 Jahre fühlen sich manchmal an wie eine Ewigkeit und bisher hat das Leben immer Überraschungen parat gehabt. Wenn ich mit dem Gedanken spiele wie mein Leben so in 5 Jahren aussieht und ein paar Wünsche frei habe, dann hoffe ich, dass ich in 5 Jahren weiterhin in einem so aufregenden Bereich unterwegs sein darf. Ich würde in den nächsten fünf Jahren gerne meine Expertise weiter ausbauen, da ich immer noch davon überzeugt bin, dass der IT-Bereich sowie Blockchain im speziellen von Quereinsteigern profitieren kann. Letztendlich würde ich gerne stärker in der Projektentwicklung und Beratung tätig sein und einen Beitrag leisten zu der nützlichen Anwendung von innovativen Technologien. Eine Herzensangelegenheit für mich war bisher sich dafür einzusetzen neue Technologien und ihre Potenziale beim Lösen globaler Probleme zu untersuchen.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Ich empfehle immer, dass man versuchen sollte sich und sein Team für technische Innovation zu sensibilisieren. Man sollte die Augen offen halten was es für neue Ideen, Tools und Möglichkeiten gibt. Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass man bei jedem Trend als „Early Adopter“ mitmachen muss. Jede Organisation, ob Unternehmen oder Institution, hat seine eigene Historie, Tradition, Anforderungen und technische Affinität. 

Dementsprechend gibt es einfach keine „one-fits-it-all“ Lösung. Es ist ein Balanceakt für technische Innovation offen zu sein und vorteilhafte Innovationen zu implementiere, dabei jedoch nicht die Implikationen einer technischen Neuerung, das eigene Umfeld, den Endkunden und die eigene unternehmerische Leistungsfähigkeit vor lauter Technologieinnovation zu vergessen. Der Zeitpunkt und die Art und Weise des Engagements sollte mit Vorsicht gewählt werden. 

Dabei grundlegend ist, dass man zunächst die Technologieinnovationen versteht, sich der Implikationen und Kosten bewusst wird, sich vor Augen führt welche Möglichkeiten eine Technologie für das Unternehmen bietet und beteiligte Stakeholder einbindet. Und was man niemals unterschätzen sollte: Man brauch Menschen mit Expertise und Perspektive, die einen mit Rat und Tat unterstützen.

Wir bedanken uns bei Citlali Mora Catlett für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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