Dienstag, November 29, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Circu Li-ion bietet einen vollautomatisierten Prozess an, um die Batteriezellen aus gebrauchten Battery Packs einzeln herauszulösen

Stellen Sie sich und das Startup Circu Li-ion doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name is Dr. Xavier Kohll, ich bin Co-Founder und CTO von Circu Li-ion, das ich 2021 gemeinsam mit Antoine Welter (CEO) in Luxemburg gegründet habe. Mit unserem Startup helfen wir sowohl Dienstleistern aus dem Mobilitätssektor als auch Recycling-Unternehmen dabei, bereits verwendete Batterien aus elektrischen Fahrzeugen mithilfe eines automatisierten Prozesses zu upcyclen. Unsere Kunden sparen so wertvolle Ressourcen und operative Kosten für neue Batterien.

Wir fokussieren uns mit unserer Lösung aktuell im ersten Schritt auf Micromobility-Unternehmen, die E-Bikes oder E-Scooter anbieten. Die in diesen Fahrzeugen genutzten Battery Packs bestehen in der Regel aus Lithium-Ionen-Batterien. Wir haben einen automatisierten Prozess entwickelt, der es ermöglicht, jede einzelne dieser Zellen automatisch zu analysieren und die noch brauchbaren für neue Battery Packs und andere Stromspeicher-Lösungen aufzubereiten.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Ich hatte vor der Gründung von Circu Li-ion bereits länger den Wunsch, unternehmerisch tätig zu sein, um mithilfe einer technologischen Lösung einen positiven Wandel auf der Welt herbeizuführen. Mein Mitgründer Antoine teilte dieselbe Intention und war bereits seit ein paar Jahren als Business Angel in der Startup-Szene in Europa und Afrika tätig, als wir uns Anfang 2021 regelmäßig zu verschiedenen Geschäftsideen und nachhaltigen Technologien austauschten. Antoine erzählte mir bei diesen Gesprächen von Branchen, die er analysiert hatte und bei denen es aus seiner Sicht besonders großes CO2-Einsparpotenzial gab.

Mit meinem Hintergrund als Prozess- und Chemieingenieur und seiner Business-Erfahrung hatten wir auf Anhieb eine komplementäre Grundlage, um verschiedene Probleme tiefgehend zu diskutieren. Für mich stellte dies den perfekten Ausgangspunkt dar, um über eine Unternehmensgründung ernsthaft nachzudenken. Wir fokussierten uns im Rahmen unserer Gespräche dann auf das Problem, dass Batterien aus Elektrofahrzeugen in den meisten Fällen nicht adäquat aufbereitet und wiederverwertet werden. Als wir gemerkt haben, dass es bisher keine zeitgemäße Lösung für dieses Problem gab, fiel die Entscheidung, Circu Li-ion gemeinsam zu gründen, relativ schnell.

Welche Vision steckt hinter Circu Li-ion?

Da unsere Wirtschaft von fossilen Brennstoffen und Antrieben immer mehr auf elektrische Alternativen umsteigt, nimmt der Bedarf an Batterien weltweit immer weiter zu. Dabei ist das Angebot an Ressourcen, die für die Herstellung von Batterien benötigt werden, jedoch begrenzt. Dies betrifft vor allem Lithium, das für Antriebe in der Elektromobilität essentiell ist. Zudem wird für die Herstellung von neuen Batteriezellen viel Energie benötigt. Basierend auf dieser Problemstellung haben wir für Circu Li-ion die Vision entwickelt, den Lebenszyklus jeder einzelnen Lithium-Ionen-Batteriezelle zu maximieren, um der globalen Klimakrise effektiv entgegenzuwirken. Wir wollen mit unserer technologischen Lösung dazu beitragen, dass noch funktionstüchtige Batteriezellen ein zweites und somit verlängertes Leben bekommen und wertvolle Rohstoffe so möglichst lange im Wirtschaftskreislauf erhalten bleiben.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war am Anfang zu entscheiden, mit welchem Konzept wir das identifizierte Problem im Endeffekt angehen würden. Wir mussten uns genau überlegen, was für einen ersten Prototyp unserer Lösung wir bauen würden. Um unsere Idee in die Realität umzusetzen, mussten wir ein gutes technisches Team aufbauen und entsprechende Talente frühzeitig rekrutieren. Dies ist uns jedoch gut gelungen, sodass wir unsere Machine-as-a-Service-Lösung, die aus Hard- und Software besteht, seit jeher Schritt für Schritt weiterentwickeln konnten.

Wir haben uns zum Start über Business Angels finanziert und ein siebenstelliges Pre-Seed-Investment erhalten. Zudem haben wir tolle Unterstützung von der Regierung in unserem Heimatland Luxemburg erhalten, wo wir erfolgreich am Fit4Start-Programm des Wirtschaftsministeriums teilgenommen haben, sowie ausgewählt wurden für das Shell Start-Up Engine Programme.

Wer ist die Zielgruppe von Circu Li-ion?

Unsere Zielgruppen sind im aktuell Anbieter aus dem Mikromobilitätssektor, welche in großen Volumen gebrauchte Batterien einer Wiederverwertung zuführen wollen, und Recycling-Unternehmen, die in großen Mengen Lithiumzellen annehmen. Langfristig planen wir den ganzen so genannten “Second-Life-Markt” für Batteriezellen von sowohl Elektrofahrzeugen sowie sämtliche Elektrowerkzeuge, zu bedienen und neue Batterien und Speicherlösungen anzubieten aus CO2 neutralen Zellen.

Wie funktioniert Circu Li-ion? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Circu Li-ion bietet einen vollautomatisierten Prozess an, um die Batteriezellen aus gebrauchten Battery Packs einzeln herauszulösen, jede einzelne Zelle zu diagnostizieren und für die Wiederverwendung oder für das wertstoffliche Recycling zu trennen. 

Der größte Vorteil unserer Lösung besteht darin, dass Lithium-Ionen-Batterien nach ihrer primären Nutzung nicht mehr einfach im Ganzen dem Recycling zugeführt werden, wobei verschiedene Wertstoffe wie z.B. Metalle zu einem geringen Prozentsatz noch für eine Wiederverwertung in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können, die meisten Rohstoffe jedoch verloren gehen. 

Mithilfe unserer Lösung kann jede einzelne Batteriezelle in verschiedenen Speicherlösungen solange weiterverwendet werden, bis sie endgültig am Ende ihres Lebens angekommen ist. 

So helfen wir unseren Kunden, wertvolle Ressourcen zu sparen sowie ihre operativen Kosten für die Anschaffung von neuen Batterien zu senken. Unternehmen aus der Abfall- und Recycling-Industrie können mit unserer Technologie außerdem zunehmend strengere Recyclingquotetn erfüllen. Insgesamt bietet unsere entwickelte Lösung so einen wichtigen Beitrag zur wachsenden Elektrifizierung der globalen Wirtschaft, wobei Nachhaltigkeit und ein geringerer CO2-Ausstoß an erster Stelle stehen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist.

Circu Li-ion, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Markt für Elektromobilität hat bereits heute eine signifikante Größe erreicht und wird in Zukunft noch weiter wachsen und an Bedeutung gewinnen. Den Teilbereich der Mikromobilität – von E-Bikes bis hin zu E-Rollern – wollen wir in den kommenden Jahren komplett abdecken und uns dann auch dem Elektroauto-Sektor widmen. Ebenso beschäftigen wir uns bereits mit dem Markt für Elektrogeräte, die ebenfalls Batteriezellen nutzen.

Unser Team besteht aktuell aus 21 Mitgliedern, von denen die meisten Ingenieure sind, die langjährige Erfahrung im Maschinenbau, Software und Process Engineering besitzen. Neben unserem Headquarter in Luxemburg haben wir einen Produktionsstandort in Karlsruhe und bauen aktuell in Berlin ein Team auf. Wir wollen in den nächsten Jahren zu einem international tätigen Technologie-Unternehmen heranwachsen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

“Have hard conversations early”: Es ist wichtig, schwierige Themen so früh wie möglich anzusprechen, um möglichen Hindernissen gezielt aus dem Weg zu gehen.

“Use your edge”: Man muss seine eigenen Stärken und Schwächen kennen, um bei dem Aufbau eines Startups mit maximaler Geschwindigkeit agieren zu können. Ideen hat jeder, aber die Umsetzung ist das, was zählt. Daher muss man als Gründer genau wissen, was man gut und effizient ausführen kann und die Tätigkeiten, die einem gegebenenfalls nicht liegen, an andere abgeben.

“Startups are like a rollercoaster”: Man sollte versuchen, jeden Moment zu genießen, insbesondere die mit dem Team – in den guten, aber auch in den schlechten Zeiten.

Wir bedanken uns bei Xavier Kohll für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Circu Li-Ion S.A.

Kontakt:

Circu Li-Ion S.A.
4, Op de Leemen
L-5846 Hesperange
Luxemburg

www.circuli-ion.com
info@circuli-ion.com

Ansprechpartner:
Antoine Welter (Co-Founder & CEO)
Dr. Xavier Kohll (Co-Founder & CTO)

Social Media:
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