Offen sein für neue Ideen

Mit der CINN App einfacher, zusammen ins Kino gehen

Stellen Sie sich und das Startup CINN doch kurz unseren Lesern vor!
Ivan Stojkovic (31 Jahre) und ich, Josef Korntheuer (36 Jahre), sind Co-Founder von CINN. CINN ist eine neue, innovative Social Cinema App, mit der die Menschen einfacher, zusammen und günstiger ins Kino gehen können. Wir möchten sehr viele Gamification-Elemente in der App verwenden, um die App-Nutzer zu motivieren, öfter ins Kino zu gehen. Gleichzeitig wird es mit CINN einfacher, mehr Leute ins Kino mitzubringen. So möchten wir langfristig die Kinobesuchszahlen spürbar steigern.

Wie ist die Idee zu CINN entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Ich hatte schon länger die Idee einer Kino-App, mit der man gemeinsam ins Kino gehen kann bzw. eine Kinobegleitung finden kann. Da ich beruflich öfter in Salzburg bin und dort keine privaten Bekanntschaften habe, gehe ich abends oft alleine ins Kino. Dort sehe ich immer andere Leute, die auch alleine im Kino sitzen. Gemeinsam mit meinem Co-Founder Ivan Stojkovic haben wir dann 2016 bei Startuplive in Wien mitgemacht, wo wir unser Business-Modell entwickelt haben. Infolgedessen haben wir uns dafür entschieden, ein Startup zu machen und arbeiten derzeit noch als GesbR an CINN.

Wir haben uns zufällig kennengelernt, als ich nach einem Office-Sharing Partner für mein Webdesign-Büro in Wien gesucht habe. Ein Glückstreffer, denn Ivan hat schon eine sehr erfolgreiche App für Zeiterfassung und Projektplanung auf den Markt gebracht. Ein gutes Team zu bilden, in dem alle die gleiche Vision teilen, ist nicht leicht – aber extrem wichtig.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Da wir beide schon vor CINN unternehmerisch tätig waren, finanzieren wir derzeit die Entwicklung von CINN zu 100% aus Eigenleistung durch unsere Einzelunternehmen. Wir hoffen auf eine Förderung vom österreichischen Filminstitut und bootstrappen uns bis zum ersten Android-Prototypen (eta Q4 2017) der CINN App . Die Familie, unsere eigenen Unternehmen und ein gemeinsames Startup unter einen Hut zu bringen, sind derzeit sicher die größten Herausforderungen für uns. Auch müssen wir viel Überzeugungsarbeit leisten, um die Kinobetreiber an Bord zu holen um mit uns gemeinsam etwas Neues auszuprobieren.

Wer ist die Zielgruppe von CINN?
Unsere Zielgruppe sind ca. drei Millionen Kinobesucher in Österreich, die für 15 bis 16 Mio. Kinobesuche (jeweils schwankend) pro Jahr verantwortlich sind. Die Kinobesuchszahlen haben von 2011 bis 2014 stetig abgenommen. 2015 gab es einen leichten Anstieg, nachdem es 2016 wieder einen Rückgang um ca. 5% gab. Eine besondere Zielgruppe sind alle Menschen, die – obwohl sie gerne ins Kino gingen – zuhause bleiben, weil sie keine Kinobegleitung finden. Dieses Problem wollen wir mit unserer App lösen.

Neben dem Kinobesucher sind natürlich auch die Kinobetreiber unsere B2B-Zielgruppe. Wir wollen sie überzeugen, mit uns etwas Neues auszuprobieren. Wir möchten junge Menschen dazu motivieren, von zuhause wegzugehen und gemeinsam einen guten Kinofilm zu schauen. Im Optimalfall schaffen wir mit der CINN App eine WIN-WIN Situation für alle: die Kinobetreiber, die Kinobesucher und für uns.

Wie funktioniert CINN?
CINN funktioniert ganz einfach: Möchtest du ins Kino gehen, kannst du mit unserer App entweder ein eigenes Kinoevent erstellen oder nach einem öffentlichen Kinoevent suchen, dem du dich anschließen möchtest. Entscheidest du dich für ein privates Event, ist es nur für dich und deine von dir eingeladenen Freunde sichtbar. Die Erstellung des Kinoevents dauert mit CINN nicht länger als 12 Sekunden. Danach hast du die Möglichkeit, es über altbewährte Kommunikationstools wie Facebook oder Whatsapp zu teilen.

Finden sich ausreichend Leute für dein Kinoevent (2 bis 6 Personen), reserviert der Organisator die Karten beim Kino seiner Wahl und alle treffen sich rechtzeitig vor Filmstart an einem vereinbarten Treffpunkt beim Kino. Neben der Übersicht über das tagesaktuelle, österreichweite Kinoprogramm kannst du mit CINN auch noch gemeinsam günstiger ins Kino gehen. Je größer die Gruppe, desto günstiger der Kinoticketpreis für jeden – Quasi wie ein Uber-Pool für Kinobesucher.

Hier kommen die Kinobetreiber ins Spiel. Sie erhalten Zugriff auf eine Webapplikation, mithilfe derer sie die Rabatte entsprechend ihren Wünschen anpassen können. Zusätzlich erhalten sie wertvolle Daten und Statistiken zu ihren Kinobesuchern.

Welche Vorteile bietet CINN?
Mit CINN wollen wir die Kinobesuchszahlen wieder spürbar steigern. Die Kinobetreiber investieren jedes Jahr Millionen von Euros in technische Aufrüstungen wie bessere Projektion und besseren Sound – mit zweifelhaftem Ergebnis, wie man an den schwankenden Besuchszahlen jedes Jahr sieht. Mit CINN bieten wir den Kinobetreibern eine neue, vergleichsweise günstige Alternative an, mehr Besucher ins Kino zu locken. CINN soll für die Kinobesucher einen echten Mehrwert bieten (landesweites Kinoprogramm; Kinobegleitung finden leicht gemacht; Rabatte; Kinoevents mit mehreren Personen schneller und einfacher organisieren). Für die Kinobetreiber ist es eine Chance, neue, spielerische Anreize zu schaffen und so mehr Leute ins Kino zu locken.

Wie ist das Feedback?
Bisher ist das Feedback potentieller Benutzer sehr gut. Alle, denen wir den Prototypen gezeigt haben, finden die Idee sehr interessant und spannend. Jeder zweite denkt dabei auch immer gleich an eine Kino-Dating App. Bei den Kinobetreibern ist das Feedback unterschiedlich. Manche sind begeistert, andere interessiert aber skeptisch. Wiederum andere wollen absolut keine Gruppenrabatte und können sich nicht vorstellen, dass Menschen sich einer Gruppe von Leuten anschließen, die sie nicht kennen. Wir haben jedoch schon eine Online-Umfrage mit knapp 400 Personen gemacht. Das Ergebnis: 76% aller Befragten können sich sehr wohl vorstellen, mit unbekannten Personen ins Kino zu gehen – sofern sie bestimmte Key-Facts wie Alter, Geschlecht, Profilfoto und Filminteressen vorab kennen.

Auch persönliche Interviews mit Personen aus unserer Zielgruppe stimmen uns optimistisch, dass die Menschen in Zeiten von Tinder, Uber Pool, Meetup, Mitfahrgelegenheit und Couchsurfing offen genug sind für CINN.

CINN, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Gute Frage. Wenn es nach uns geht, haben wir in fünf Jahren schon den deutschen Kinomarkt mit unserer CINN App erobert und planen den großen Sprung über den See in die Vereinigten Staaten. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Wir haben viele Ideen hinsichtlich Gamification und legen großen Wert auf einen spielerischen Zugang zu unserer App: Erfolge, Avatare, Statistiken – das alles sind Elemente aus dem Gaming-Bereich, mit der wir vor allem die junge Trophyhunter-Generation ansprechen wollen. Genau diese Altersgruppe macht nämlich auch den Großteil der Kinobesucher aus.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Hartnäckig bleiben!
2. Offen sein für neue Ideen.
3. Rechtlich: Bei einer Kooperation oder stillschweigenden GesbR nicht zu lange zu warten und früh rechtlichen Rat bzgl. Founder`s Agreement (GesbR-Vertrag) einzuholen.

Fotocredits: Michael Mayerhuber www.michaelmayerhuber.com

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Josef Korntheuer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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