Klare Verteilung der Aufgaben: Wer macht was!

cibX Lokalisierung und Visualisierung von Objekten in Echtzeit

Stellen Sie sich und das Startup cibX doch kurz unseren Lesern vor!
Hallo, ich bin Ralf Drüge. Geschäftsführer der cibX GmbH. Die cibX ist ein Jungunternehmen aus Greven, das sich auf die Lokalisierung und Visualisierung von Objekten in Echtzeit spezialisiert hat. Egal ob unsere Kunden ihre Prozesse optimieren möchten oder verschwundenes Equipment bzw. Patienten zeitnah wiederfinden möchten, wir entwickeln Soft- und Hardwarelösungen, die schnell und effizient zum Ziel führen. Die gleichnamige Softwarelösung cibx – Central Information Board haben wir z.B. in enger Zusammenarbeit mit interdisziplinären Notaufnahmen zur Unterstützung der täglichen Arbeit in Kranken- und Pflegeeinrichtungen entwickelt. Und auch unser SMARTSTICK (mobiler Gehstock + mobile Lösung für Rollatoren) zielt darauf ab durch eine einfache technische Lösung die Mobilität und Sicherheit im Alter zu gewährleisten.

Wie ist die Idee zu cibX entstanden und warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich bin ein Mensch, der gute Ideen erkennt und Ihnen eine Chance gibt. So war es auch bei cibX – Central Information Board. Die Softwarelösung wurde bereits seit 2009 mit der cobixx GmbH als Initiator entwickelt. Im Jahre 2012 wurde die Softwareentwicklung ausgegliedert und in die neugegründete cibX eingebracht. Zu der Zeit war ich der einzige der das Potenzial gesehen hat! Im Jahre 2015 habe ich dann im Zuge eines Anteilsverkaufs die komplette Firma cibX übernommen! Ich sehe großes Potenzial in dem Bereich der Lokalisierungs- und Visualisierungstechnologie und möchte durch clevere Soft- und Hardwarelösungen gerne meinen Beitrag leisten in stressigen Arbeitsbereichen Abhilfe zu schaffen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die erste große Herausforderung war für mich persönlich den Schritt zu wagen ein Unternehmen alleine zu gründen. Bislang war ich Mitgründer, aber hatte nie die alleinige Verantwortung für ein ganzes Unternehmen samt Mitarbeitern. Gott sei Dank hat mein Enthusiasmus über meine Zweifel gesiegt. Es ist unheimlich schwer unterschiedlichen Menschen und Dienstleistungen in einem überschaubaren Zeitraum zu koordinieren! Als Gründer hat man eine Idee setzt sich ans Telefon, klappert alle Möglichkeiten ab und trifft kurzfristig eine Entscheidung! Bei Partnern (Dienstleister für Telekommunikation, Hardwareentwicklung etc.) dauern diese Entscheidungen teilweise Monate und verzögern so ein Projekt! Das kostet gerade am Anfang viel Energie! Eine sehr große Herausforderung beim Gründen war und ist natürlich die Finanzierung. Zum größten Teil finanziere ich die cibX GmbH aus meinem Privatvermögen.

Wer ist die Zielgruppe von cibX?
cibX agiert überwiegend im Healthcare-Bereich. D.h. die Hauptzielgruppe von cibX sind Kranken- und Pflegeeinrichtungen. Mit dem SMARTSTICK aber fokussiert cibX eine weitere Zielgruppe: die Bestager und deren Angehörige.
Aufgrund der Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit können die Lösungen der cibX aber auch ohne großen Aufwand auf andere Bereiche übertragen werden.

Wie funktioniert cibX?
Unsere Kunden haben Bedarf an unterstützenden Maßnahmen, wir stellen Ihnen diese in Form von kompatiblen und einfach bedienbaren Soft- und Hardwarelösungen. cibX – Central Information Board unterstützt Kranken- und Pflegeeinrichtungen durch eine einfache Verknüpfung mit dem bestehenden Krankenhausinformationssystem (KIS). Bei erfolgreicher Anbindung zieht sich das Board aus dem KIS alle gewünschten und benötigten Daten und nutzt diese zusammen mit eigenen Identifizierungs- und Lokalisierungsfunktionen für die grafische Darstellung. Der SMARTSTICK funktioniert wie eine herkömmliche Gehhilfe, kann im Notfall jedoch geortet werden bzw. selbständig einen Hilferuf an die im Webportal hinterlegten Kontaktpersonen absenden. Hierfür wird für eine kurze Zeit (ca. 3-5 Sekunden) der Taster gedrückt bis ein Piepen ertönt. Binnen Sekunden nach Auslösung wird der Alarm (GSM) über das Portal an die hinterlegte Kontaktperson übermittelt.

Welche Vorteile bietet cibX?
Die cibX GmbH möchte mit ihren Produkten im Alltag unterstützen. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möchte das Central Information Board dafür sorgen, dass die Ärzte wieder mehr Zeit für die Patienten haben. Dank erfolgreicher Verknüpfung mit dem bestehenden KIS müssen Daten nicht mehr doppelt eingegeben werden und der Standort von Patienten und Assets ist jederzeit bekannt. Hohe Ersatzanschaffungen entfallen und die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit erhöht sich spürbar.

Der SMARTSTICK hat einen ganz großen Vorteil gegenüber der gewöhnlichen Gehhilfe, er besitzt ein Ortungs- und Alarmmodul. Dank diesem kann zu jeder Zeit der Standort eingesehen werden sowie in Notsituationen ein Hilferuf direkt über den Stock abgesandt werden. Suchaktionen nach vermissten Senioren oder gehandicapten Menschen müssen nicht mehr länger erfolglos bleiben.
Ferner bietet cibX als Unternehmen seinen Kunden ein Full-Service-Paket. Von der Idee, bis zu ersten Muster/Prototypen über die Überführung in Serie, cibX steht seinem Kunden in jeder Phase beratend und unterstützend zur Seite.

Wo liegt Ihr USP?
Bei der cibX GmbH haben die Kunden nur einen Ansprechpartner für verschiedene Bereiche. Wir erheben nicht nur Bewegungsdaten, wir bringen diese auch grafisch auf eine Oberfläche. Ferner arbeiten wir bei cibX – Central Information Board nach einem Abo-Modell. Bei uns fallen keine hohen Investitionskosten an, denn wir stellen unseren Kunden die Hardware kostenlos zur Verfügung. Gezahlt wird erst bei Nutzung.

Welche Vision steckt hinter cibX?
Ich glaube unsere Vision ist im Laufe des Interviews schon recht deutlich geworden. Wir als cibX GmbH möchten unsere Kunden in ihrer Arbeit unterstützen und Komplexes einfach sichtbar machen.

cibX, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir befinden uns derzeit in der Anfangsphase. Im Herbst kommt unser erstes Co-Produkt, der SMARTSTICK auf dem Markt. Parallel arbeiten wir an der Finalisierung von cibX – Central Information Board und neuen Hardware- und Sensorik-Produkten für unsere Serie „Sichere Mobilität im Alter“. Der Weg der cibX ist strikt nach vorne gerichtet. Wo wir uns in 5 Jahren befinden ist aufgrund der wirtschaftlichen Dynamik schwer zu sagen. Geplant ist aber eine komplette Durchdringung des deutschen und danach des europäischen Gesundheitsmarktes.

Wenn ich mir etwas wünschen darf, dann dass flächendeckend alle Kranken- und Pflegeeinrichtungen unsere Hard- und Softwarelösungen nutzen, um ihre Prozesse zu optimieren. Unser Ziel ist es einen einheitlichen Standard (Software) zu schaffen um unterschiedliche Dienste (Assetmanagement, Patiententracking, Inhouse-Navigation) visuell mit der gleichen Infrastruktur darzustellen. Technologisch gibt es im Bereich der Sensorik noch so viel zu erforschen, um die Probleme von unterschiedlichen Krankheitsbildern oder auch im Bereich der Hygiene zu lösen. In diesem Zusammenhang arbeiten wir eng mit der Universität in Münster zusammen und realisieren dort den Schritt von der Forschung zum fertigen Produkt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1) Ordentliche Strukturen gleich von Anfang an. Klare Verteilung der Aufgaben Wer macht was! Im besten und günstigsten Fall sind die ersten Mitarbeiter Mitgründer!

2) Wirtschaftet gut mit Eurem Kapital. Spart wo ihr könnt und haltet den Kostenapparat klein. Hippe Büros sind toll, aber kosten viel Geld, wenn man noch nichts verkauft/verdient hat.
3) Habt auch einen Plan B im Kopf, falls das Geld knapp wird und in absehbarer Zeit kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Scheitern ist menschlich und kein Weltuntergang.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ralf Drüge für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X