Chris Leeb Entrepreneur und Gründer 42Angelitos

Chris  Leeb – 42Angelitos: Startup catapult from Europe to Silicon Valley

Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz vor!
Chris  Leeb: Ich bin ein Entrepreneur durch und durch. Ich mag verrückte Ideen, mag engagierte Entrepreneure, mag Businessideen mit zum Fliegen zu helfen. In Europa ist dies aus meiner Sicht für echte Innovationen (disruptive, weltumspannend, mit großem Wachstumspotential) vielfach zu schwierig, deswegen bin ich mit 42Angelitos ins Silicon Valley gegangen. Da 42Angelitos eine Aktiengesellschaft ist, kann ich auch Partner leichter mit partizipieren lassen als wenn ich als Business Angel in das eine oder andere Unternehmen einsteige. Da ermöglicht einen großen Hebel.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Startup Unternehmen aus, die Sie unterstützen?
Chris Leeb:
Team – Idee – Wachstumspotential
Genau in dieser Reihenfolge.

Wenn es nicht zumindest zwei Personen gibt die an einer Businessidee 100% arbeiten, ist es für mich nicht interessant. Ich kenne so viele Möchtegern-Entrepreneure, die alleine sind oder die noch im Angestelltenverhältnis sind. Alleine geht es nie und der Entrepreneur muss sich auch selbst trauen seine Komfortzone zu verlassen. Wenn die Idee nur eine leichte Veränderung des Bisherigen ist, ist es für mich nicht interessant. Dies bedeutet auch dass Copycats, auch wenn sie viel Geld einbringen würden, für mich ausgeschlossen sind. Die Ideen können gar nicht verrückt genug sein. Sie müssen aber immer etwas Gutes in der Welt wollen! Damit sind auch Ideen rund um Waffen und Einsatz gegen Menschen unmöglich.
Das aufzubauende Business muss skalieren, also wachsen können. Damit sind alle einfachen Businessmodelle wie Projektgeschäft oder lokal beschränkte Initiativen nicht interessant, obwohl sie vielleicht gutes Business oder tolle Lösungen sind,

Was sollte der Unternehmer mitbringen?
Chris Leeb: Er muss für die Idee „brennen“, mindestens zu zweit sein, flexibel und mobil sein und wirklich wirklich wollen. Die Idee muss disruptiv sein – was immer das dann genau heißt und der Entrepreneur muss uns akzeptieren.
Er muss bereit sein aus seiner Komfortzone herauszugehen und er muss auch ein wenig eigenes Geld mitbringen.
Ich mag keine auf irgendeine Zielgruppe hin optimierten Businesspläne, die auf vielen Seiten theoretisch erklären wie es gehen könnte. Ich mag lieber ein paar Versuche, wo der Entrepreneur zeigt dass es einen Markt geben könnte.
Ich mag keine Leute die dann sagen sie können wegen ihrer Katze leider nicht ins Silicon Vally fliegen und dort ein paar Wochen arbeiten.
Ich mag keine Leute, die 127 Funktionen in drei Jahren programmieren und dann Geld aufstellen wollen um mit Pushmarketing den Kunden die sie vorher nie wahrgenommen haben, das Produkt einzuhämmern.

Wie viele Startups wurden schon von Ihnen unterstützt?
Chris Leeb: Kann ich gar nicht genau sagen. Aber wir haben ein Duzend im Portfolio, wenige davon zeigen wir öffentlich weil wir super early sind.
Viele Entrepreneure haben von mir schon profitiert, auch wenn wir nicht in ihren Firmen involviert sind. Ich denke das geht schon in einen dreistelligen Bereich.

Zu welchem Thema werden Sie auf der TAA referieren?
Chris Leeb: Ich möchte 42Angelitos als Konzept näher bringen:
• Wir helfen einander als Entrepeneure. Dazu gibt es auch rechtliche Verschränkungen.
• Wir wirken wie ein Fonds ohne ein klassischer Fonds zu sein.
• Wir beschleunigen alles was ein Startup braucht, damit sich der Entrepreneur auf Markt konzentrieren kann.
• Wir sind der Meinung das der Entrepreneur dort gründen soll, wo der Markt ist und nicht dort, wo er zufällig geboren ist.
• Wir glauben dass public funds ablenken und es nicht Ziel des Entrepreurs sein kann, Arbeitsplatzpolitik für die Region zu machen
• Wir glauben dass es nicht darum geht Preise für Startups zu gewinnen sondern darum Kunden zu gewinnen.
• Wir glauben dass viele Investoren viel Geld verlieren, weil sie zu spät investieren und sich nicht mit den Startups direkt auseinander setzen
• Wir glauben dass ein Entrepreneur vom ersten Tag an professionelle Unterstützung braucht und nicht Dokumente oder Vorträge
• Wir wollen haben dass eine super Businessidee so schnell wie möglich und mit möglichst wenig Geld am Markt getestet werden kann und dann bei Erfolg möglichst schnell wachsen kann

Wie wichtig sind für Sie Veranstaltungen wie die Transatlantic Alliance Conference?
Chris Leeb: Ich bin ein sehr großer Kritiker von Veranstaltungen, weil meistens entweder Belangloses referiert wird oder Massenbewegungen sind. Bei ersteren verdienen die Berater, bei zweiten der Caterer. Mir gefällt an Transatlantic Alliance, dass eine weltumspannende Vision geteilt wird, die mit dem Ansatz von 42Angelitos passt, nämlich nicht in lokalen, regionalen, kontinentalen Strukturen gefangen zu sein.
Ich denke auch dass das Netzwerk, die Crowd, viel mehr Möglichkeiten hat, als wir derzeit ausnutzen. Da will ich auch meinen Beitrag leisten.

Warum sollten Gründer auf Startup-Events gehen?
Chris Leeb: Es kommt auf die Phase des Startups an und auf das Event. Ich kenne Entrepreneure, die von Event zu Event gehen, manchmal Preise bekommen und Erwähnung in den Medien, aber trotzdem nicht wirklich am Markt sind. Ich kenne Startups, die erwarten sich von einem Event dass damit alle Probleme gelöst werden: die Kunden werden dort getroffen und unter Vertrag genommen und auch die Investoren streiten sich wer investieren darf. Wenn es ums Netzwerken geht, dann sind Events super.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren
Chris Leeb: In 5 Jahren haben wir 42Angelitos mit 42 Startups, ein paar Exits, 42Angelitos zusätzlich in Europe und Asien und die Vorbereitung zum Börsengang.

Welche Tipps haben Sie für angehende Gründer?
Chris Leeb: Just f**cking do it!

Weitere Informationen zur Transaltlantic Alliance finden Sie hier

Weitere Informationen zu 42Agelitos

Wir bedanken uns bei Chris H. Leeb für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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