Setzt die Ideen um, bevor es andere tun

chocri persönliche und individuelle Wunsch Schokolade und Pralinen

Wie ist die Idee zuchocri entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Michael Bruck: Mit chocri sind wir 2008 gestartet. Mit wir meine ich in der ursprünglichen Gründerbesetzung meinen alten Schulfreund Franz Duge und mich. Schon vorher hatten wir beide neben dem Studium mit dem Schocoladen, einem Onlineshop für Schokobrunnen und Schokolade, zusammen ein Start-Up gegründet. Die Idee zu chocri entstand mehr oder weniger aus einem Zufall heraus. Franz suchte händeringend ein originelles Geburtstagsgeschenk für seine Freundin. Wir haben dann zusammen spontan eine Tafelschokolade mit ihren Lieblingszutaten kreiert. Tja und was soll ich sagen, diese Tafel kam so fantasmatisch an, dass eines das andere ergab, die Nachfrage aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis immer weiter anstieg, sodass wir uns letztlich entschlossen chocri zu gründen.

chocri-michael-bruck-verkostungVon der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Michael Bruck: Ich würde sagen, wir haben auch auf diesem Gebiet ziemlich viel ausprobiert. Was wir nie hatten und nie wollten, war ein reiner Finanzinvestor. Doch von der anfänglichen Eigenfinanzierung über Business Angels bis hin zu strategischen Partnern – das kann man ja alles noch im nie vergessenden Netz recherchieren und nachlesen – haben wir unsere Erfahrungen gesammelt und daraus gelernt. Das ist ja auch nicht außergewöhnlich, wenn man bedenkt, dass wir als kleines Zwei-Mann-Start-Up gestartet sind und heute einschließlich aller Abteilungen wie Produktion, Logistik, Marketing und Verwaltung in der Saisonspitze bis zu 120 Mitarbeiter beschäftigen. Jedes Szenario birgt eben seine eigenen Anforderungen in sich, auch an die finanzielle Unterfütterung. Festzustellen bleibt, dass wir heute mit der Zugehörigkeit zur Riegelein-Gruppe, die seit 2014 als strategischer Partner die Mehrheitsanteile an chocri hält, sehr gut aufgestellt sind. Wir ergänzen uns ausgezeichnet.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Michael Bruck: Wie bereits gesagt, haben wir inzwischen viele Stadien der Unternehmensentwicklung durch. Gestartet als Zwei-Mann-Start-Up sind wir heute erfolgreich im achten Geschäftsjahr tätig. Ich sehe uns inzwischen eher als kleineren Mittelständler, denn als ein reines Start-Up. Inzwischen beliefern wir ja nicht nur Privat- und Geschäftskunden über unseren Online-Shop, sondern auch mehr als 500 Fachhändler mit ganz normalen Ladengeschäften in allen größeren deutschen Innenstädten. Andererseits werden wir aufgrund unserer Herkunft und unserer Unternehmensphilosophie immer auch ein Start-Up bleiben. Angefangen haben wir online, heute sind wir multichannel und dahin führt auch unser Weg der Zukunft. Wir bringen unsere Online-Expertise gerne auf jedes andere Feld, das dafür tauglich ist und zu uns passt.

Wer ist die Zielgruppe von chocri?
Michael Bruck: Auch hier möchte ich Ihnen aus Wettbewerbsgründen nicht alles verraten und hoffe auf Ihr Verständnis. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass wir als erfahrene Onliner unsere Zielgruppe ziemlich gut kennen und auch sehr schätzen gelernt haben. Gekauft wird chocri überwiegend noch als Geschenkartikel und das überwiegend zu Saisonanlässen. Wir arbeiten allerdings daran, das durch neue Produkte und weitere Absatzkanäle zu glätten. Da haben wir noch einiges vor in Zukunft, aber das kann ich jetzt hier nicht vorwegnehmen. Zu verraten, dass unsere Zielgruppe überwiegend weiblich ist, überrascht sicherlich auch nicht beim Thema Schokolade.

Auf was achten Sie bei der Auswahl der Zutaten?
Michael Bruck: Prinzipiell immer auf drei Dinge: Geschmack, Originalität und Herkunft. Auf den Geschmack zu achten versteht sich von selbst, denn chocri-Produkte sollen Spaß machen und dazu müssen sie zuerst einmal richtig gut schmecken. Mit Originalität meine ich, dass sich bei uns jeder so richtig austoben kann, was die Vielfalt und das Design angeht.Irgendein Mathematiker hatte mal ausgerechnet, dass es nur bei den Tafel-Schokoladen von chocri mehr als 27 Milliarden Kombinationsmöglichkeiten gibt. Ich halte das noch für zu tief gestapelt, wenn man die diversen Verpackungs- und Gestaltungsoptionen hinzu rechnet. Gleichzeitig versuchen wir natürlich, unsere Konfiguratoren für die verschiedenen Artikel so einfach wie möglich zu halten. Usability ist eminent wichtig. Herkunft bezieht sich bei uns schließlich darauf, dass wir genau wissen, woher wir etwas beziehen. Nachhaltigkeit, Bio und Fairer Handel sind bei uns von Anfang an große Themen gewesen und das werden sie auch bleiben. Da, wo chocri draufsteht, kommen nur die Zutaten rein, die man sich guten Gewissens mit Spaß schmecken lassen kann.

Aus wie vielen Zutaten kann man bei der Schokolade wählen?
Michael Bruck: Das variiert je nach Artikel und Rubrik. Insgesamt haben wir bei den Tafel-Schokoladen, Pralinen, Cups oder bestimmten Saison-Produkten, wie momentan gerade Weihnachts-Kalendern, bestimmt mehr als 80 Zutaten in der Auswahl. In der Nebensaison können das dann auch mal nur 60 Zutaten sein und zu anderen Saisonanlässen, wie dem in zwei Monaten anstehenden Valentinstag, schnellt das dann wieder auf 100 Zutaten hoch. Wir passen uns da ganz der Experimentierlaune unserer Kunden an und bekommen auch viel Feedback, was so gewünscht wird.

Gibt es ein Lieblingsprodukt?
Michael Bruck: Seien wir mal gaaanz ehrlich, jeder hat doch ein Lieblingsprodukt. Ich habe derer sogar zwei im Moment: Ich liebe unsere klassische „Weltreise“ und unsere neuen „Kaminabend Cups“.

chocri, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Michael Bruck: In fünf Jahren möchte ich zurückblicken und sagen können, dass wir aus dem Potenzial von chocri das Beste herausgeholt haben. Wir wollen sowohl online als auch offline als Marke und Unternehmen so wachsen, dass sich das gut messen und feststellen lässt. Ich bin gespannt, wo uns unser Multichannel-Weg noch hinführen wird und da sehe ich noch extrem viel Neuland vor uns, das so, wie wir es machen werden, noch niemand oder zumindest noch nicht viele vorher begangen haben. Wenn wir in fünf Jahren immer noch sagen können, wir sind die Schokoladen-Pioniere aus Tradition und haben damit wachsenden geschäftlichen Erfolg, dann bin ich zufrieden. Und das können Sie gerne auch selbst überprüfen. Fragen Sie doch einfach mal heute in Ihrem Bekanntenkreis herum, wer chocri kennt und wie es schmeckt und machen Sie die B-Probe in fünf Jahren noch einmal. Ich freue mich schon auf Ihr Feedback.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Michael Bruck: Das mache ich mal ganz kurz, denn ich möchte aus Überzeugung kein Unternehmensberater sein. Ärmel hoch und anpacken! Setzt die Ideen um, bevor es andere tun. Auch bei chocri war zu Beginn nicht alles perfekt, aber diese Dinge kann man nach und nach lösen und daraus lernen. Wichtig ist das Anfangen. Jedes Wort mehr dazu wäre Geschwafel.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Michael Bruck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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