Chipkarten: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen

Chipkarten sind aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken: Bank- und Kreditkarten, Dienst- und Mitgliedsausweise, Kunden- und Bonuskarten finden sich in jedem Portemonnaie. Unternehmen profitieren von den robusten Helfern. Sie sind pfiffige Werbeträger, verstärken die Kundenbindung und erleichtern als personalisierter Dienstausweis oder Zutrittskarte zu Messen und Kongressen den Arbeitsalltag. Wir geben Ihnen einen Einblick in die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der kleinen Plastikkarten.

Welche Daten auf Chips erfasst werden

Auf Chipkarten können neben persönlichen Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum auch geheime Informationen, Verschlüsselungs-Algorithmen sowie digitale Zertifikate (Identitätsbescheinigungen) erfasst werden. Auf Prozessorkarten ist der Chip in der Lage, selbstständig Daten zu verarbeiten und zu verwalten.

Unterschiedliche Arten von Chipkarten

Die Standardgröße von Plastikkarten beträgt 86 x 54 x 0,76 mm. Sie sind in der Regel nach ISO 7810 genormt. Technisch gibt es allerdings große Unterschiede: Im Umlauf sind kontaktlose, kontaktbehaftete und Dual Interface beziehungsweise Hybridkarten.
Kontaktlose Chipkarten besitzen keinen sichtbaren Chip. Sie müssen zur Datenübertragung nicht in ein Endgerät gesteckt werden wie kontaktbehaftete Karten. Darum halten sie deutlich länger. Dual Interface Karten besitzen sowohl einen sichtbaren als auch einen unsichtbaren Chip. Sie verknüpfen beide Technologien.

Bei Chipkarten haben sich fünf Varianten durchgesetzt:

Karten mit einfachem Chip
RFID-Karten
Magnetkarten beziehungsweise Magnetstreifenkarten
Smartcards
Dual Interface Karten und Hybridkarten

Karten mit einfachem Chip

Einfache Chipkarten besitzen einen Speicher, der ausgelesen oder beschrieben werden kann.

RFID-Karten

Die Abkürzung bedeutet „Radio-Frequency Identification“ (Deutsch: „Identifikation per Funksignal“). Bei RFID-Karten werden die Daten kontaktlos durch Funkwellen übermittelt. Zu einem RFID-System gehören zwei Komponenten:

ein Transponder beziehungsweise RFID-Tag oder RFID-Etikett und
ein RFID-Lesegerät

RFID-Chips können über eine größere Entfernung ausgelesen werden. Sie brauchen keinen direkten Kontakt mit dem Lesegerät.

Magnetkarten / Magnetstreifenkarten

Chipkarten mit Magnetstreifen müssen zum Auslesen direkten Kontakt mit dem Lesegerät haben. Aus diesem Grund gelten sie als sicherer als RFID-Karten.
Es gibt zwei Varianten. Sie unterscheiden sich in der magnetischen Flussdichte, mit der die Chipkarten beschrieben werden:

LoCo (Low Coercivity) mit 300 Oe (Oersted) und
HiCo (High Coercivity) mit 2750 oder 4000 Oe

LoCo-Magnetstreifen finden als Kredit- und Girokarten Verwendung. Die Daten können allerdings versehentlich von außen durch Magnetfelder gelöscht werden. Das ist bei HiCo-Magnetstreifen nahezu unmöglich. Darum werden sie bevorzugt für Ausweiskarten genutzt.

Smartcards

Maximale Sicherheit bieten Smartcards beziehungsweise Mikroprozessorkarten. Zu diesen Hochsicherheitskarten zählen EC- und Kreditkarten. Diese Chipkarten besitzen einen Mikroprozessor und ein eigenes Betriebssystem. Dazu kommen ein flüchtiger Arbeitsspeicher (RAM) und ein nicht-flüchtiger Datenspeicher (EEPROM).

Hybridkarten

Es ist möglich, mehrere Speicher-Technologien zu kombinieren. Beispielsweise sind Smartcards mit RFID-Chip erhältlich. Diese Hybridkarten ermöglichen zum Beispiel kontaktlose Bezahlvorgänge. Aber auch Zeiterfassungen und Zutrittskontrollen lassen sich implementieren.

Einsatzmöglichkeiten von Chipkarten im Unternehmensalltag

Mit Chipkarten vereinfachen Sie die Abläufe. Dazu zählen:

Zutrittsüberwachung für Gebäude, Anlagen, Parkplätze, Messen und Kongresse
Arbeitszeiterfassung
Ausweismöglichkeit für Mitarbeiter (Authentifizierung)

Der klassische Schlüssel ist unpraktisch, unsicher und bleibt oft versehentlich zu Hause liegen. In Klinken und im Hotelbereich haben Chipkarten Schlüssel längst abgelöst.

Auch Sie können den Zutritt zu Ihrem Unternehmen bequem über Chipkarten regeln.

Vorteile von Chipkarten:

Chipkarten sind relativ fälschungssicher. Dafür sorgen Hologramme und Lasergravuren.
Sie lassen sich mühelos und schnell in Ihren Betrieb implementieren.
Die Anschaffung ist verhältnismäßig günstig.
Chipkarten sind mit Hilfe von Sicherheitssoftware optimal auf Ihre Bedürfnisse anpassbar. Sie können Ihren Mitarbeitern in Form von einer einzigen Karte einen Dienstausweis zur Verfügung zu stellen, ihnen Zutritt zu bestimmten Gebäuden beziehungsweise Bereichen innerhalb des Unternehmens ermöglichen und ihre Arbeitszeit zuverlässig zu erfassen.
Chipkarten lassen sich am Lanyard als Ausweis tragen. Dadurch sind Mitarbeiter sofort erkennbar.

Nachteile von Chipkarten:

Kontaktbehaftete Chipkarten sind verschleißanfälliger als kontaktlose.
RFID-Terminals sind störanfällig. Elektromagnetische Felder und Kommunikationselektronik können das System beeinträchtigen.
Bei LoCo Magnetstreifenkarten besteht die Gefahr, dass Daten versehentlich gelöscht werden.

Chipkarten als effektive Werbemittel

Auch als Werbemittel im Kundenkontakt sind Chipkarten sinnvoll.

Kundenkarten: Bonuspunkte für Treue

Mit Kundenkarten belohnen Sie die Treue Ihrer Stammkunden. Mit jedem Einkauf sammeln Kunden Punkte. Diese können sie später gegen attraktive Prämien oder Bargeld eintauschen. Manchmal sind Kundenkarten zusätzlich mit einer Kreditkartenfunktion versehen. Dann dienen sie gleichzeitig als Zahlungsmittel. So gelingt es Ihnen, Kunden an Ihr Unternehmen zu binden.
Gleichzeitig erhalten Sie wertvolle Informationen über das Konsumverhalten Ihrer Kunde. Das ermöglicht es Ihnen, noch spezifischer Auf Kundenbedürfnisse und Kundenwünsche einzugehen.

Chipkarten als Give-away Kalender

Ein Kalender im Chipkartenformat bleibt ein täglicher Begleiter in der Geldbörse Ihrer Kunden. Mit Ihrem Firmenlogo erzielen Sie so eine dauerhafte Werbewirkung. Gerade zum Jahreswechsel sind Kalender im Chipkarten-Format ein gern gesehenes kleines Geschenk. Ein Chip ist für diesen eins

Visitenkarten

Standard sind nach wie vor Visitenkarten auf Papier. Allerdings sind die Kärtchen empfindlich: Umgeknickte Ecken und Verschmutzungen lassen sie mit der Zeit unansehnlich werden. Mit abwischbaren Plastikkarten umgehen Sie dieses Problem. Sowohl bei der Übergabe als auch bei der Aufbewahrung in der Obhut Ihrer Kunden bleiben Ihre Visitenkarten optisch in tadellosem Zustand.

Vorteile für Ihr Unternehmen:

Kundenbindung: Kundenkarten führen zu einer höheren Identifikation der Kunden mit Ihrem Unternehmen.
Werbefläche: Ihre Markenbotschaft verankert sich im Kopf des Kunden. Auf der Rückseite ist Platz für Werbepartner beziehungsweise Sponsoren.
Professionalität: Die Ausgabe eigener Kundenkarten wirkt professionell.
Außendarstellung: Mit attraktiven, abwischbaren Visitenkarten sorgen Sie für eine optimale Außendarstellung.

Chipkarten gestalten

Bei Dienst-, Firmen- und Mitarbeiterausweisen haben Sie die Wahl zwischen fertigen Designs und individuell gestalteten Layouts. Vorhandene Vorlagen können Sie individualisieren, indem Sie zum Beispiel zusätzlich zum Namen und Foto des Mitarbeiters Ihr Firmenlogo einfügen.

Plastikkarten-Drucker bringen das Motiv auf zwei Varianten auf:

mit Sublimationsdruck (bei mehrfarbigen Motiven) oder
mit Thermotransferdruck (bei Schwarz-Weiß-Motiven)

Um bei einfachen Karten für mehr Sicherheit zu sorgen, können Sie einen Barcode oder eine Identifikationsnummer integrieren.
Sonstige Sicherheitsmerkmale wie Magnetstreifen, Hologramme oder RFID-Etiketten müssen bereits vor dem Druck in der Chipkarte verfügbar sein. Dafür brauchen Sie entsprechende Rohlinge. Mit einem ReTransfer-Drucker wird das Motiv auf ein Trägermaterial gedruckt und in einem zweiten Arbeitsschritt auf die Kunststoff-Karte laminiert.

Selbst drucken oder drucken lassen?

Für Unternehmen mit einem erhöhten Bedarf an Dienstausweisen, Zutritts- und Kundenkarten lohnt sich die Investition in einen eigenen Chipkartendrucker. Sie pflegen die Daten eigenhändig ein, gestalten das Layout und drucken Chipkarten in der benötigten Menge und Art unkompliziert Inhouse aus. Neben dem Kartendrucker brauchen Sie dafür bedruckbare Plastikkarten und eine Ausweissoftware. Vorteil: Sie sind unabhängig und flexibel. Änderungen des Layouts können Sie jederzeit vornehmen.

Ist Ihr Bedarf an Ausweisen, Mitglieds- und Kundenkarten gering, ist es kostengünstiger, eine Druckerei mit der Erstellung der Chipkarten zu beauftragen.

Quellen & Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/ISO/IEC_7810
https://www.itwissen.info/Chipkarte-chip-card.html
https://www.ident24.de/kartensysteme/Plastikkarten/
https://www.elektropraktiker.de/ep-1999-07-643-646.pdf?eID=tx_nawsecuredl&falId=4879&hash=854ece8c252a12b9056b726582dbf240

Autor: Monika Klieber (1996): Chipkarten-Systeme erfolgreich realisieren: Das umfassende, aktuelle Handbuch für Entscheidungsträger und Projektverantwortliche, Braunschweig / Wiesbaden

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Bild oben: Fotolia.com – © samrit Bild unten: Fotolia.com – © dglimages

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X