ChillBill: Buchhaltung leicht gemacht

ChillBill automatisiert die Buchhaltung von Unternehmen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen ChillBill doch kurz vor!
ChillBill automatisiert die Buchhaltung von Unternehmen. Statt mühsam Belege in die Buchhaltung zu tippen, schicken unsere Kunden ihre Belege einfach an ChillBill und wir machen den Rest. Ich heiße Clemens Helm und bin einer der Gründer von ChillBill.

Wie ist die Idee zum ChillBill entstanden?
Vor ChillBill war ich schon 10 Jahre selbständig. Als Unternehmer kommt man zwangsläufig mit Buchhaltung in Kontakt.
Fasziniert hat mich dabei, Einblicke in meine Finanzen zu gewinnen und mein zu versteuerndes Einkommen beeinflussen zu können. Dennoch verbrachte ich mehr als 80% meiner Buchhaltungsstunden damit, Belege abzutippen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum viele Unternehmer/Innen Buchhaltung hassen.
Aber die ganze Verantwortung an Steuerberater/Innen abzugeben, ist keine Lösung: Dann verliert man nämlich zwangsläufig die Finanzen seines Unternehmens aus den Augen.
Da ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit an der TU Wien schon mit Belegerkennung beschäftigt hatte, war die Idee zu ChillBill naheliegend: Mit High-Tech anderen Unternehmer/Innen die Buchhaltung zu versüßen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war ganz klar, Kunden zu gewinnen. Wir haben den Ansatz gewählt, gleich von Anfang an Kunden unser Produkt nutzen zu lassen. Aber Kunden für ein völlig unausgereiftes Produkt zu finden, ist nicht einfach.
Weniger als 3% der potentiellen Kunden sind „Early adopters“, also Leute, die ihr Produkt nutzen und dafür zahlen, obwohl es eklatante Mängel aufweist.
Finanziert haben wir uns zu der Zeit durch Ersparnisse und kleine Nebenjobs, da die Einkünfte durch Kunden noch bescheiden waren.

Wer ist die Zielgruppe von ChillBill?
Derzeit verwenden ChillBill Unternehmen mit null bis 30 Mitarbeitern. Optimal geeignet ist es für Firmen, die mehr als 50 Belege im Monat verarbeiten müssen: Die kennen den Schmerz des monotonen Abtippens.
Eine zweite Zielgruppe für uns sind Steuerberater, die ChillBill als Kommunikationsplattform mit ihren Mandanten verwenden: Die Mandanten schicken all ihre Belege an ChillBill, wir holen alle relevanten Daten raus und die Steuerberater erledigen den Rest.
Für die Steuerberater bedeutet das weniger Arbeit und einen standardisierten Workflow. Die Unternehmen haben wiederum den Vorteil, dass sie tagesaktuell den Überblick über ihre Finanzen haben.

Wie funktioniert ChillBill?
Unternehmen bekommen von uns zwei E-Mail-Adressen: Eine für Eingangsrechnungen und eine für Ausgangsrechnungen, also Rechnungen, die man selbst legt.
An diese Adressen schicken die Unternehmen alle Belege. Entweder sie bekommen Rechnungen ohnehin schon per E-Mail, dann reicht es, die Rechnungen weiterzuleiten. Für Barbelege verwenden viele unserer Kunden ihr Handy: Abfotografieren, an ChillBill mailen, fertig.
Sobald ein Beleg bei uns eintrifft, verarbeiten wir ihn: Die Rechnungsdaten werden automatisch erkannt und unsere Qualitätssicherung überprüft jeden Beleg noch einmal händisch, damit die Daten auch sicher stimmen.
Unsere Kunden haben eine Online-Übersicht über ihre Belege, in der sie Informationen zu Belegen abrufen, Zahlungen erfassen und die Belegdaten in Excel exportieren können. Diese Excel-Datei können Sie auch ihrem Steuerberater schicken.

Wie viel kostet der Service von ChillBill?
Je nach Unternehmensgröße bieten wir unterschiedliche Pakete an: Unser größtes Paket kostet 99 € pro Monat und wird von Unternehmen genutzt, die ziemlich viele Belege pro Monat verarbeiten müssen. Für Einzelunternehmer gibt es aber schon ein Paket um 9 € pro Monat.

ChillBill, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten, dass vor allem kleine Unternehmen ihre gesamten Finanzen über ChillBill abwickeln können. Dazu gehört für uns vor allem eine enge Integration mit Banken und Steuerberater/Innen. In diesen Bereichen gibt es für uns noch viel zu tun.

Oberstes Ziel für uns ist, dass alle Prozesse, die mit Zahlungen im Zusammenhang stehen, einfach und flott über ChillBill abgewickelt werden können.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Startet erst, wenn ihr einen Kunden habt.
Bei ChillBill war der erste Schritt nicht irgendein Feature, sondern eine Kunden zu finden, dessen Problem wir lösen. Diesen Kunden haben wir gefunden. Er hat vom ersten Tag an für ChillBill bezahlt, obwohl das Produkt quasi nicht existiert hat.
Wie haben wir das geschafft?
Die Geschäftsführerin eines befreundeten Unternehmens hatte das Problem, dass sie jeden Freitag 2 Stunden damit verbrachte, Belege in ihr Buchhaltungsprogramm zu tippen. Sie sagte uns, dass sie bereit wäre, uns für diese Arbeit zu zahlen.
So fingen wir an: Wir tippten einfach statt ihr jeden Freitag die Belege in ihr Buchhaltungsprogramm. Wir bauten eine Schnittstelle zu ihrem Buchhaltungsprogramm und baten sie, die Belege an meine private E-Mail-Adresse zu schicken. Dann bauten wir ein Web-Formular für die Dateneingabe. Dann bauten wir ein Service, das die E-Mails automatisch annimmt und in die Web-Oberfläche einspielt. Dann bauten wir die automatische Erkennung ein…
Einen Kunden zu haben verhindert, dass man an den Bedürfnissen seiner zukünftigen Kunden vorbeiarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Clemens Helm für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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