Sonntag, September 25, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

CellForm erforscht und produziert die Bipolarplatte

Stellen Sie sich und das Startup CellForm doch kurz unseren Lesern vor!

CellForm entstand als Wasserstoff-Startup durch die Ausgründung aus den drei familiengeführten Unternehmen Gebhardt Werkzeugbau GmbH, Askea Feinmechanik GmbH und Hagel Automation GmbH aus dem Raum Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2021.

In den hoch innovativen Feldern der Brennstoffzellen und Elektrolyseanlagen erforscht und produziert CellForm eine der Schlüsselkomponenten: Die Bipolarplatte. Dabei handelt es sich um sehr filigrane Metallbleche, welche in einem mehrstufigen Umformprozess geprägt und anschließend mittels Lasertechnik verschweißt werden. Unsere Technologie ermöglicht es, die beiden zentralen Nachteile der Wasserstofftechnologie – Energieeffizienz und Kosten – disruptiv zu verbessern. Dabei sind wir bereits in zahlreichen internationalen Projekten mit namhaften Kunden und Partnern vertreten.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Das enorme Potential des Wasserstoffmarktes wurde schon 2017 in ersten interessanten Projekten im Werkzeugbau im Bereich der Brennstoffzellentechnologie erkannt. Aufgrund der hohen technischen Anforderungen wurde schnell klar, dass die Kombination des Know-Hows der drei spezialisierten Muttergesellschaften einen enormen Mehrwert und Wettbewerbsvorteil bringen wird. Um diese Kompetenzen für den bestmöglichen Fortschritt zu bündeln, entstand das neue Startup. Die Idee CellForm war geboren.

Welche Vision steckt hinter CellForm?

Die CellForm-Technologie wird einen umfassenden Beitrag zur Energiewende leisten und die Mobilität von Morgen mitgestalten. Als Hersteller von Bipolarplatten, welche sowohl in Elektrolyseanlagen als auch Brennstoffzellen zum Einsatz kommen, wird sowohl die Wasserstoffproduktion als auch die späteren Einsatzmöglichkeiten entscheidend beeinflusst. Dabei ist das Ziel, stationäre sowie mobile Anwendungsfelder abzudecken.

Durch unsere marktführenden Eigenschaften hinsichtlich kosten- und wirkungsradbezogener Effizienz, wollen wir die bestmögliche Performance und maximale Reduktion der Kosten erzielen. Denn bei der Beurteilung von Brennstoffzellensystemen spielt die Kenngröße Kosten je Kilowatt erzielter Leistung eine wichtige Rolle. Durch – unter Anderem – unsere Entwicklung wird der Wasserstofftechnologie zum entscheidenden Durchbruch verholfen und das Potential des einzigartigen Energieträgers kann für eine umfassend nachhaltige Energiewende genutzt werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Herstellung von Bipolarplatten um ein hoch innovatives Geschäftsfeld. Dies hat unweigerlich zur Folge, dass die Technologie zu Beginn unserer Aktivitäten 2017 noch für alle Neuland war. Dies führt natürlich zu vereinzelten Rückschlägen und entwicklungsbezogenen Sackgassen. Durch die konsequente Entwicklung der CellForm-Technologie konnten wir jedoch die physikalischen und technischen Hürden überwinden und uns eine sehr breite Wissensbasis aneignen. Mittlerweile können wir uns mit Recht als Experten auf dem Gebiet der Bipolarplatten bezeichnen. Klar ist jedoch auch, dass es sich hierbei um einen fortlaufenden Prozess handelt der stetig weitergeführt werden muss. 

Wie beinahe jedes Startup mussten wir uns zu Beginn am Markt gegen die bereits etablierten Firmen behaupten und überhaupt erst „sichtbar“ werden. Zusätzlich sind im Bereich der Wasserstofftechnologie in den letzten Jahren eine Vielzahl an neuen Marktbegleitern mit auf den Weg gekommen. Umso wichtiger ist es, sich durch die eigenen Stärken hinsichtlich Qualität und Preis von der Konkurrenz abzusetzen. Insgesamt befinden wir uns auf dem richtigen Weg, was durch die stetig wachsende Anzahl an Aufträgen bestätigt wird. 

Zu Beginn wurde CellForm ausschließlich durch die drei Muttergesellschaften finanziert. Zusätzlich befinden wir uns aktuell in Fundinggesprächen mit potentiellen Investoren für die Umsetzung der Großserienanlage.

Wer ist die Zielgruppe von CellForm?

Wir sind ein Technologielieferant für Elektrolyse- und Brennstoffzellenhersteller weltweit und befinden uns daher im klassischen B2B-Markt. Zielgruppe sind letztendlich alle Unternehmen, die Brennstoffzellensysteme oder Elektrolyseanlagen herstellen und hierfür auf metallische Bipolarplatten mit hoher Filigranität und Effizienz setzen. Aktuell liegt der Schwerpunkt unserer Projekte und Vertriebsaktivitäten auf dem nordamerikanischen und asiatischen Raum. Nach und nach kommen jedoch auch immer mehr Aufträge aus dem europäischen Markt dazu. 

Wie funktioniert CellForm? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der CellForm-Prozess ist ein mehrstufiger mechanischer Umformprozess mit nachgelagerter Laserschweißung. Diesem liegt das sogenannte konventionelle Umformen zu Grunde, welches jedoch speziell für die Herstellung von Bipolarplatten komplett neu konzeptioniert wurde. Der Schweißvorgang wird von der Strahlquellenentwicklung bis hin zur Laserapplikation und strategischen Auslegung der Schweißnahtfolge selbst entwickelt. Mit dieser Prozessabfolge können die größten Vorteile im Bereich Effizienz und Kosten erzielt werden. Da Bipolarplatten mehrere hundert Mal je Brennstoffzelle verbaut werden, wirken sich schon kleinste Verbesserungen massiv auf die Gesamtbilanz aus.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der so genannte Design Freedom. Dieser beschreibt die Freiheit der Brennstoffzellen- und Elektrolyseentwickler bei der geometrischen Auslegung einer Bipolarplatte, um die bestmögliche Effizienz zu erzielen. Hierbei ist CellForm in der Lage wesentlich dünnere Bleche und filigranere Geometrien zu formen und somit Effizienzgrade zu erreichen, die mit bestehenden Technologien bisher noch nicht möglich waren. Des Weiteren sind wir durch unserer Schweißtechnologie auch in der Lage kleinste Kanalabstände prozesssicher und schnell zu verschweißen. Die komplette Prozesskette wird auf Basis der Erfahrungen unserer Muttergesellschaften seit 2017 kontinuierlich weiterentwickelt.

In erster Linie setzt sich CellForm von seinen Marktbegleitern dadurch ab, dass wir als einziger Hersteller alle Kompetenzen zur Herstellung von Bipolarplatten unter einem Dach vereint haben – vom Pressenbau und der dazugehörigen Automation bis hin zum Werkzeugbau bzw. Umformtechnik und der Laserschweißtechnologie. Diese Entwicklungstiefe ist einzigartig und versetzt uns in die Lage nicht nur ein neues Level produktseitiger Freiheiten und Qualitäten zu erreichen, sondern diese Umsetzung auch durch eine umfassende Anlagentechnologie auch mit einzigartigen ökonomischen Faktoren in Serie anbieten zu können.

CellForm, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Um bei dem schnell wachsenden Markt und der damit verbundenen hohen Nachfrage in Zukunft mithalten zu können, werden in den kommenden Jahren viele Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen der Prozessautomation folgen. Nur durch eine komplett automatisierte Produktionsstraße werden in Zukunft Bipolarplatten in Großserie zu einem wettbewerbsfähigen Preis produziert werden können. Dafür laufen bereits die Planungen für eine neuen Produktionsstandort im Kreis Ravensburg mit eigens entwickelter Anlagentechnologie auf Hochtouren.

Außerdem befinden wir uns aktuell in intensiven Gesprächen mit potentiellen Investoren, um bestmöglich für die nächsten Ausbaustufen vorbereitet zu sein. 

In fünf Jahren wird die vollautomatisierte CellForm-Produktionslinie in Betrieb sein und wir werden Bipolarplatten in hohen Stückzahlen im Millionenbereich produzieren – sowohl für unsere Kunden im Elektrolyse- als auch im Brennstoffzellenbereich. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sich seiner Kompetenzen bewusst sein und diese in aller Konsequenz auf die Entwicklung der Produkte und das Erreichen von Zielen übertragen.

Den Markt verstehen. Sich bewusst machen, welche Bedürfnisse die Kunden haben und auf welche Faktoren es ankommt. Auf dieser Basis sollte anschließend der adressierbare Markt definiert werden.

Das Team ist entscheidend. Um sein Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss das Arbeitsklima stimmen. Außerdem bewusst die Stärken der einzelnen Mitarbeiter ausnutzen und anstehende Aufgaben entsprechend koordinieren. 

Wir bedanken uns bei Simon Brugger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: CellForm

Kontakt:

CellForm Hydrogen GmbH & Co. KG
Löwenstraße 8
D-88255 Baienfurt

www.cellform.eu
info@cellform.eu

Ansprechpartner: Simon Brugger

Social Media:
LinkedIn

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