Die CBD Branche boomt

Ehemaliges Lifestyleprodukt revolutioniert die Schmerztherapie

Das Hanf eine Nutzpflanze ist, weiß die Menschheit schon seit tausenden von Jahren. Chinesen, Ägypter und Inder des Altertums pressten wohlschmeckende und gesunde Öle aus den Samen. Die Fasern lieferten robuste Stoffe und die Naturheilenden Wirkungen linderten so manchen Schmerz. Ende des 19. Jahrhunderts waren Cannabisextrakte bis zur Erfindung des Aspirins Hauptbestandteil von Schmerzmitteln. Leider geriet die Pflanze aufgrund eines ihrer mehr als 100 Wirkstoffe in Verruf. THC (Tetrahydrocannabinol) wird eine berauschende Wirkung nachgesagt und so sahen sich viele, vor allem westliche Staaten, veranlasst, die gesamte Pflanze auf den Index für gefährliche Drogen zu setzen.

Seit einigen Jahren drängt ein anderer Wirkstoff der Cannabispflanze in den Vordergrund. CBD (Cannabidiol) hat im Gegensatz zu THC keinerlei psychoaktive Wirkungen und kann in Deutschland in Apotheken oder bei Online Start-Ups als Hanftropfen mit Cannabidiol der Marke CBD EXTRA legal gekauft werden. Eigentlich ein Lifestyleprodukt, dass von US-amerikanischen Stars und Sternchen zur Entspannung genutzt wird, treten seit einigen Jahren die schmerzlindernden Eigenschaften der Substanz in den Vordergrund. Seit März 2017 kann es in Deutschland sogar als Medikament offiziell verschrieben werden. Bei einer immer älter werdenden Bevölkerung wie der europäischen treten Krankheitsbilder mit Schmerzen in den Vordergrund und so ist es wenig verwunderlich, dass die Verkaufszahlen von Hanfölen gen Norden streben.

Anwendung von CBD

CBD- Produkte liegen als Tabletten, Kapseln und auch Blüten vor. Die beliebteste Darreichungsform ist aber das Öl. Dieses kann einfach sublingual angewendet werden. Laut Experten hat CBD entzündungshemmende und entspannende Wirkungen. Dabei stärkt Cannabidiol durch Andocken an Rezeptoren des Nervensystems das körpereigene Immunsystem. In der Schmerztherapie sind auch die krampflösenden Eigenschaften von hervorragendem Interesse. Multiple Sklerose-, Arthrose-, Rheuma- und Arthritis-Patienten profitieren davon. 

Aber CBD kann noch mehr. Bei psychotischen Krankheiten wie Schizophrenie und schweren Depressionen lindert der Wirkstoff Intensität und Anzahl der Anfälle. Patienten, die unter Angstzuständen leiden, berichten von einer besseren Erträglichkeit der Panikattacken. Durch die entspannenden Wirkungen kann das Stresslevel gesenkt werden. Studien belegen, dass die Einnahme von CBD-haltigen Erzeugnissen den Gebrauch von harten und weichen Psychopharmaka deutlich herabsetzt. Die prophylaktische Einnahme beugt Herzrhythmusstörungen vor, wodurch Herzinfarkte seltener auftreten.

Erste Studien sprechen davon, dass Anfälle von Epilepsie bei Kindern in den Griff zu bekommen sind. Besonders beeindrucken die Äußerungen von Parkinson-Patienten, berichten diese doch von einem signifikanten Anstieg ihrer Lebensqualität.

Rechtliche Aspekte gilt es zu klären

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Produktion von Hanf im EU-zertifiziertem Anbau, nur dieser ist für den freien Verkauf genehmigt, steigende Tendenzen aufweist. Trotzdem sind noch einige Hürden zu überwinden. Zum einen haftet Cannabis der schlechte Ruf der berauschenden Droge an. Oft noch werden THC und CBD in einen Topf geworfen und viele Anwender sind sich unsicher, ob sie auf legalen Wegen wandeln. 

Zudem überlagert sich europäisches Recht mit den nationalen Gesetzgebungen. Diese widersprechen sich vielfach oder befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Den Leidenden wäre zu wünschen, dass die Verantwortlichen sich endlich zu einheitlichen Regelungen durchringen könnten.

Bild: CBD- Öl wird gerne in der Schmerztherapie angewandt!

Bildquelle Pixabay

Autor: Ina Geißler

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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