Eine erfolgreiche Unternehmung baut man nicht alleine auf

Catawiki: Auktionswebseite für außergewöhnliche Objekte und Sammlerstücke

Stellen Sie sich und das Startup Catawiki doch kurz unseren Lesern vor!
Catawiki ist eine internationale Auktionswebseite aus den Niederlanden und ein Marktplatz für außergewöhnliche Objekte und Sammlerstücke. Catawiki ist weltweit die am schnellsten wachsende Auktionswebseite. Jede Woche werden in mehr als 300 Auktionen über 35.000 einzigartige und besondere Objekte versteigert, darunter viele seltene Sammlerstücke, die nicht so einfach in einem Geschäft zu finden sind.

Für eine abwechslungsreiche und hochwertige Auswahl auf Catawiki sorgt das Modell der kuratierten Auktionen, das heißt, unsere Experten stellen die Auktionen zusammen. Sie haben weitreichende Expertise auf ihrem jeweiligen Themengebiet und prüfen vor der Aufnahme eines Objekts in eine Versteigerung genau das Angebot des Verkäufers. Dadurch bringen wir einen entscheidenden Part klassischer Auktionen – mit Expertenwissen zusammengestellte Versteigerungen – auf eine Online-Plattform, so dass jeder davon profitieren kann.

Erst vor kurzer Zeit bin ich als Country Manager für die DACH-Region bei Catawiki eingestiegen und werde nun das Team Zug um Zug erweitern, um Catawiki in den deutschsprachigen Ländern noch stärker zu etablieren. Als Gründer und Manager begleitet mich das Thema Online-Auktionen und -Marktplätze nun schon seit mehr als 15 Jahren – sei es als Betreiber eines eBay-Listing-Services, dem Aufbau einer B2B-Auktionsplattform im Fashion-Bereich oder zuletzt als Leiter des Deutschland-Geschäfts des größten Industrie-Auktionators in Europa.

Wie ist die Idee zu Catawiki entstanden?
Im Jahr 2008 gründeten René Schoenmakers und Marco Jansen das Unternehmen Catawiki. Schoenmakers selbst ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Comic-Sammler und hatte zunächst die Idee, online eine Art Wiki zur Verwaltung seiner Sammlung zu realisieren und in Form einer Sammler-Community auch anderen zur Verfügung zu stellen.
Nachdem das Angebot schnell auf großes Interesse stieß, war der nächste Schritt, den bis dahin nur auf Messen stattfindenden Handel mit Sammelobjekten zu digitalisieren, nicht mehr weit. So wurde dann 2011 das Auktionshaus-Konzept eingeführt und die Auktionswebseite wächst seitdem rasant.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Catawiki ist aus der Sammelleidenschaft eines der Gründer heraus entstanden. Und wenn bei einem Modell die Leidenschaft der Gründer auf eine große Nachfrage am Markt stößt, ist das meiner Meinung nach die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine riesige Herausforderung beim Aufbau von Marktplätzen ist das Henne-Ei-Problem. Das heißt, wie schafft man es, bei schnellem Wachstum Nachfrage und Angebot in einem gesunden Verhältnis zu halten und somit weder Käufer noch Verkäufer zu verärgern. Multipliziert man dies zusätzlich mit den Herausforderungen, die eine Skalierung in mehreren Ländern bereithält, so zeigt sich schnell, woran bereits viele Marktplätze gescheitert sind. Catawiki ist ein hundertprozentig datengetriebenes Unternehmen und hat sich ein sehr gutes Framework aufgebaut, das durch einen hohen Automatisierungsgrad auch ein schnelles internationales Wachstum ermöglicht. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wurde so phasenweise bewusst auf Umsatz verzichtet und nachhaltig Struktur aufgebaut, was sich langfristig auszahlt.

Eine weitere Herausforderung eines jeden Online-Marktplatzes ist es, Vertrauen zu schaffen. Besonders am deutschen Markt ist dies ein großes Thema. Um dieser Anforderung nachzukommen, geben unsere Catawiki-Experten dem Onlinehandel ein Gesicht. Damit geben wir sowohl unseren Käufern als auch Verkäufern Vertrauen.

Daneben geht es natürlich auch darum, Struktur aufzubauen, um möglichst viele Schritte der Wertschöpfungskette im Handel kontrollieren zu können, im Besonderen in einem N-zu-N Geschäft mit vielen Variablen. Denn bei einem internationalen Marktplatz habe ich Käufer und Verkäufer mit unterschiedlichen Voraussetzungen, im Besonderen im Hinblick auf länderspezifische Unterschiede wie beispielsweise die Sprache oder präferierte Zahlungsmodalitäten. Um hier einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und weiterhin skalieren zu können muss ich viel in Prozesse investieren, um dies zu kontrollieren, beispielsweise über ein eigenes Zahlungssystem, das unterschiedliche Zahlungsmodalitäten erlaubt oder eine professionelle Übersetzung in viele Sprachen.

Zur Finanzierung von Catawiki: Neben Investments von dem deutschen VC Project A Ventures und Accel Partners erhielt Catawiki zuletzt 2015 eine 75-Millionen Euro umfassende Finanzierung von Lead Edge Capital (investiert u.a. auch in Alibaba, Spotify, Uber und HelloFresh). Seitdem investiert Catawiki massiv in die internationale Expansion, so wie nun gerade in Deutschland.

Wer ist die Zielgruppe von Catawiki?
Durch das Prinzip von Online-Auktionen ermöglicht Catawiki es jedermann besondere Objekte weltweit zu ersteigern. Auf der einen Seite erhalten Verkäufer Zutritt zu Sammlerkreisen und auf der anderen Seite erhalten Käufer Zugriff auf Sammelobjekte. Dabei richtet sich Catawiki an alle, die Spaß am Sammeln haben oder einfach auf der Suche nach einzigartigen, qualitativ hochwertigen Objekten sind. Auf der Seite der Verkäufer sprechen wir den privaten Sammler, als auch den professionellen Händler an.

Wie funktioniert Catawiki? Welche Produkte kann man auf Catawiki versteigern?
Jeder kann auf Catawiki seine besonderen Objekte verschiedenster Kategorien für eine Auktion anbieten. Diese werden dann zunächst einmal von einem der 190 Experten mit umfassendem Know-how im jeweiligen Fachgebiet geprüft. Das sichert die Qualität der Versteigerungen und schafft Vertrauen, sowohl beim Verkäufer als auch beim Käufer. Was ich spannend finde, ist, dass die Verkäufer und die Experten oftmals einen regen Austausch haben und sich dann auch außerhalb der Online-Welt auf den traditionellen Messen wiedertreffen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, für einen Marktplatz auch eine Verbindung zur „echten Welt“ zu haben, gerade dann, wenn die Objekte hochpreisig und selten sind.

Sind die Objekte durch den Experten geprüft, werden sie anschließend Teil einer Auktion in über 90 Kategorien, wie beispielsweise Schmuck, Uhren, Oldtimer, Fashion, Kunst, Briefmarken, Bücher und vielen weiteren mehr.

Wenn man auf Catawiki stöbert, findet man wirklich außergewöhnliche Sachen. Von einem Haar Napoleons, dem Kieferknochen eines T-Rex über seltene Uhren und Diamanten bis hin zur ältesten Vespa der Welt oder der Kalotte des Papstes. Es ist wirklich jeden Tag etwas Außergewöhnliches auf Catawiki dabei.

Welche Vorteile bietet Catawiki?
Neben dem bereits angesprochenen Experten-Prinzip gibt es weitere Merkmale zur Qualitätssicherung, wie beispielsweise ein eigenes Zahlungssystem. Zudem legen wir großen Wert auf eine gute User Experience, denn das Stöbern und Kaufen muss Spaß machen. Für Verkäufer liegt der Vorteil in der großen internationalen Reichweite von Catawiki, sowie dem ausgeklügelten Marketing-System, um einen maximalen Preis für den Verkäufer zu erzielen.

Catawiki, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Catawiki setzt voll auf die internationale Expansion. Auf der DACH-Region liegt dabei ein besonderer Fokus, da wir sowohl von der Kaufkraft als auch vom Angebot her einer der spannendsten Märkte sind. So suchen wir gerade mit Hochdruck nach neuen Kollegen, die unser mehr als 500 Mann starkes Team verstärken. Allein im zweiten Quartal 2017 planen wir 100 neue Mitarbeiter einzustellen. In fünf Jahren sehe ich Catawiki weltweit als Nummer 1 für den Handel mit außergewöhnlichen Objekten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.) Just do it! Nicht zu lange über dem perfekten Produkt und Plan brüten, denn es kommt doch alles anders, als man denkt. Dies bedeutet, sofort raus an den Markt und dann das Produkt oder den Service anpassen.
2.) Network! Eine erfolgreiche Unternehmung baut man nicht alleine auf. Das heißt, man muss sich sowohl intern als auch extern die richtigen Kooperationspartner, respektive die richtigen Mitarbeiter suchen. Hier lohnt es sich, viel zu investieren.
3.) Think big! Geht auf die Suche nach möglichst viel Geld und insbesondere intelligentem Geld. Die Auswahl des richtigen Investors gibt euch die Freiheit, euch auf das zu konzentrieren, was ihr wirklich könnt, ohne dass ihr bereits nach drei Monaten wieder eine neue Runde pitchen müsst. Zudem kann der richtige Investor Türen öffnen und Euch gegebenenfalls auch operativ unterstützen.

Bild: Philippe Ramakers / www.intuitive-fotografie.de

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Wir bedanken uns bei Frank Engel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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