Cashew for You Cashews Fair und in Bioqualität aus Nigeria

Cashew for You auf offener Flamme geröstet und im Steinofen gebacken

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Cashew for You doch kurz vor!
Nachhaltig, fair und in Bioqualität produzierte Cashews sind in Deutschland sehr teuer und meist nur in spezialisierten Läden erhältlich. Mit Cashew for You bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, diese ganz unkompliziert in unserem Onlineshop und im Einzelhandel zu einem im Vergleich günstigen Preis zu erwerben. Durch den speziellen Herstellungsprozess schmecken unsere Cashews außerdem besonders intensiv. Besonders wichtig ist es für uns, die gesamte Wertschöpfungskette transparent zu gestalten – und zwar vom Baum bis zum Kunden.

Wie ist die Idee zu Cashew for You entstanden und wie kam haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Den Wunsch zu gründen und den Versuch zu wagen, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, trugen wir alle schon etwas länger mit uns herum. Da uns eine bewusste Ernährung immer wichtig war, war auch schnell klar, dass wir in dem Bereich Food / Bio / Nachhaltigkeit / Vegetarisch tätig werden wollten. Trotz oder gerade wegen der wachsenden Aufmerksamkeit, die dieser Markt erhält, sehen wir hier weiterhin ein sehr großes Potenzial.
Nach einer Thailand-Reise eines Co-Founders mit vielen super Cashew-Gerichten (zu einem günstigen Preis) wurde die Idee, Cashews zu importieren, erstmals ausgesprochen. Allerdings war es uns nicht genug, Cashews schlicht auf dem Weltmarkt einzukaufen und “nur” zu vertreiben. Durch einen glücklichen Zufall lernten wir Okey kennen, dessen Familie in Nigeria in einem Gebiet lebt, das in den 80er- und 90er-Jahren bekannt war für seine Cashew-Produktion. Nach einer spannenden Nigeria-Reise war die Sache dann beschlossen.

Das Team hat sich nach einer gewissen Zeit und einigen Gesprächen von selbst zusammengefunden; wir sind alle entweder Brüder, Cousins, langjährige Freunde – oder eine Kombination daraus.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung bisher war tatsächlich der Export von Lebensmitteln von Nigeria nach Deutschland. Schlussendlich kosteten uns trotz intensiver Vorbereitung die damit verbundene Firmengründung in Nigeria sowie die benötigten Zertifikate vom dortigen Gesundheits- und Agrarministerium die meisten Ressourcen. In der Zusammenarbeit mit einem gewissen international tätigen Logistik-Unternehmen haben wir ebenfalls unser Lehrgeld bezahlt.
Was die Finanzierung angeht, haben wir das erste Jahr mit klassischem Bootstrapping über die Runden gebracht (mit kleineren Darlehen von Family & Friends). Momentan läuft unsere erste Finanzierungsrunde, da wir für die Expansion in Produktion und Reichweite frisches Kapital benötigen.

Woher stammen die Cashewkerne? Wo und wie wird produziert?
Die herkömmliche Cashewproduktion läuft meist so ab, dass Rohware über eine Vielzahl von Zwischenhändlern von afrikanischen Ländern nach Asien verschifft wird, wo dann die eigentliche Produktion stattfindet. Anschließend wird nach Europa transportiert. Diesen ökologischen und (für die Anbauländer) ökonomischen Unsinn wollten wir nicht mitmachen. Deshalb haben wir in Nigeria unsere eigene Produktion aufgebaut, die wir momentan auf weitere Standorte in Westafrika ausbauen. Wir wollen die gesamte Wertschöpfung im jeweiligen Land halten und mittelfristig jede Produktionsstätte zum eigenen Profit Center ausbauen. Es gibt hier einige tolle Organisationen, die Unterstützung anbieten hinsichtlich Transfer von Produktions-Know-How oder der Identifizierung geeigneter Partner.
Da wir direkt importieren, also alle Zwischenhändler, Exporteure, Importeure etc. umgehen, können wir einerseits den lokalen Mitarbeitern deutlich höhere Löhne zahlen als üblich. Andererseits sind wir dadurch in der Lage, unsere Cashews etwas unterhalb des für dieses Qualitätslevel üblichen Preisniveaus anzubieten.
Die Produktion selbst besteht im Prinzip aus den sieben Schritten Sortieren, Rösten, Knacken, Backen, Peelen, Sortieren und Verpacken, wobei für ein qualitativ hochwertiges Produkt viel Erfahrung notwendig ist. Im Gegensatz zu den “bleichen” Cashews industrieller Hersteller produzieren wir nicht nur mit dem Ziel einer guten Optik, sondern legen den Fokus vor allem auf das maximale Geschmackserlebnis. Hierzu werden unsere Cashews auf offener Flamme geröstet und anschließend im Steinofen gebacken. Dadurch erhalten sie ihre besonderen Röstaromen und ihr charakteristisches Aussehen und sind sowohl geschmacklich als auch optisch leicht von anderen Cashews zu unterscheiden.
Auf unserer Webseite gibt es hierzu ein Video, das den gesamten Produktionsablauf beschreibt sowie einiges an Hintergrundinformationen zur Cashew selbst. https://youtu.be/K6iQwowDe4s

Wo kann man die Produkte von Cashew for You kaufen
Momentan vertreiben wir über unseren Onlineshop (http://www.cashewforyou.com/shop/) sowie vermehrt im Einzelhandel. Die Präsenz im stationären Handel bauen wir gerade stark aus und sind hier auch aktiv auf Partnersuche. Wir haben hier mega viele Ideen, denn neben dem klassischen Direktverkauf sind – auch dank der boomenden Food-Startups – verschiedenste Vertriebsmodelle attraktiv.

Cashew for You, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Langfristig wollen wir deutschlandweit der größte Anbieter von Cashewkernen aus Westafrika werden. Wachstum ist uns wichtig, dieser sollte aber nie zu Lasten der von uns festgelegten Werte in Bezug auf Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit gehen – diese haben wir sogar verbindlich in unseren Gesellschaftervertrag integriert.
In den nächsten Jahren werden wir Produktion und Verkauf jeweils vervielfachen. Dazu werden wir einerseits online stark investieren, zum anderen unser Einzelhandels-Netzwerk massiv ausbauen.
Auch auf Produktseite passiert einiges: Karamellisierte Cashews bieten wir bereits an, weitere Sorten werden im Laufe des Jahres hinzukommen. Momentan entwickeln wir neue Varianten; hierbei unterstützt uns ein erfahrener Koch. Mittelfristig werden auch verarbeitete Produkte hinzukommen, wie z.B. Cashewcreme. Und wer weiß: Sobald die Infrastruktur komplett steht, wird es auch mit relativ geringem Aufwand möglich sein, weitere Nüsse und Kerne in unser Portfolio aufzunehmen. Dann müssen wir uns allerdings etwas mit unserem Namen überlegen…

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Iss Cashews. Den ganzen Tag.
Eine Idee reift am besten, wenn man sie mit möglichst vielen Leuten durchspricht. Schwachstellen werden ebenso offengelegt wie Potentiale – auch Eltern können neue Perspektiven aufzeigen. Angst vor Ideenklau sollte hierbei (in der Regel) niemand haben.
Versucht, so viele Aufgaben wie möglich auszulagern. Bleibt schlank!
Nutzt konsequent alle digitalen Möglichkeiten. Wir von Cashew for You leben alle an unterschiedlichen Orten, können aber genau so effizient zusammen arbeiten wie wenn wir in einem gemeinsamen Büro sitzen würden.
Sei dir im Vorhinein klar, dass du die erste Zeit deutliche Abstriche im Privaten machen musst. Hast du genug Leidenschaft für deine Idee, um das zu akzeptieren?
Und vor allem: Halte Augen und Ohren offen, Möglichkeiten warten manchmal an den unwahrscheinlichsten Orten. Zum Beispiel in Nigeria.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Mark Schwippert, Amos Bucher und Julian Bletscher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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