Die Zauberformel lautet: Team, Netzwerk, Durchhaltevermögen.

Das Startup CargoSteps ist das Startup of the Month im März Frankfurt Forward

Stellen Sie sich und das Startup CargoSteps doch kurz unseren Lesern vor!

CargoSteps hilft Speditionen und Frachtführern ihre Kapazitäten auszulasten und ermöglicht firmenübergreifende Sendungsverfolgung mit pro-aktiven Statusupdates in der B2B Express- und Kurierlogistik.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben grundsätzliche Probleme im Logistikeralltag gehabt, für die wir Lösungen gesucht, aber nicht gefunden haben. Damals ging es um Prozessoptimierung und Serviceverbesserung für das Logistikunternehmen unseres Mitgründers Rachid. Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir diese Probleme lösen können und hatten im Prinzip da schon die Anforderungen für CargoSteps zusammengeschrieben. Das Problem hatte ja nicht nur Rachid’s Firma und es hätte sich nicht für ihn gerechnet eine Lösung nur für ihn selbst zu entwickeln. Nach intensiver und erfolgloser Suche nach einer Lösung wie CargoSteps, haben wir uns entschieden es einfach selbst zu machen und mit Tom gemeinsam CargoSteps gegründet.

Welche Vision steckt hinter CargoSteps?

Das übergeordnete Ziel von CargoSteps ist Prozessoptimierung durch Digitalisierung in der Logistik. Wir wollen die Qualität und Effizienz der Logistik steigern, Standards setzen und die Logistik papierlos machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen sind die starke Fragmentierung der Logistik mit ihren unzähligen kleinen und mittelständigen Unternehmen und vor allem die noch immer tief verwurzelte konservative Einstellung des Marktes, die es erschwert Innovationen in den Markt zu bringen. Das macht es für ein LogTech-Startup schwieriger als für Startups anderer Branchen. Wir haben im ersten Jahr ein Seed-Investment von 200.000,- € bei einer Bewertung von 2.200.000,- € ins Unternehmen geholt, sind darüber hinaus von Anfang an eigentlich komplett bootstrapped.

Wer ist die Zielgruppe von CargoSteps?

Unsere Zielgruppe sind weltweit kleine und mittelständige Speditionen, Transporteure und Kuriere, die vor allem im Bereich zeitkritische Fracht, Wertfracht, Pharma Sendungen, Ersatzteile, OBCs, Sonderfahrten, etc. tätig sind. Wir schließen natürlich keine klassischen Logistikgebiete wie zum Beispiel LKW Transporte im Bereich General Cargo aus, fokussieren uns aber nicht auf sie, da dort durch den fehlenden Zeitdruck kein so intensiver Informationsbedarf herrscht, wie in der B2B Express- und Kurierlogistik.

Wie funktioniert CargoSteps? Wo liegen die Vorteile?

CargoSteps bietet eine API und Webapplikation für Speditionen und Transporteure auf der einen Seite und eine mobile App für Fahrer auf der anderen Seite, wodurch digitalisierte und firmenübergreifende Arbeitsprozesse und Informationsflüsse möglich werden. Das kann man sich folgendermaßen vorstellen: Eine Firma hat ein Ersatzteil, das sofort von Frankfurt nach Berlin ins Werk muss, damit die Fabrikbänder wieder rollen können. Die Firma ruft also einen seiner bekannten Spediteure an, der wiederum als „Makler“ fungiert und seinen Transporteur anruft. Dieser Transporteur schickt nun seinen eigenen Fahrer oder einen Subunternehmer/externen Kurier los, um die Sendung abzuholen.

Diese Verkettung ist Standard in der Logistik. Der Fahrer fährt direkt los, lädt die Sendung und macht sich auf den Weg in die Fabrik nach Berlin. Während er unterwegs ist wird der Spediteur vom Kunden 6-7 mal pro Stunde angerufen, um sich nach dem Status zu informieren, da mit jeder Minute die die Bänder stehen, das Werk Geld verliert. Es muss die Kette entlang bis zum Fahrer und zurück telefoniert werden, um dem Kunden ein Update zu geben.

Nun hat man aber noch 19 weitere Sendungen für andere Kunden unterwegs und hier passiert das gleiche. Ihr könnt Euch denken wieviel Zeit und Nerven das kostet, wieviele Fehler durch diese „stille Post“, durch Medienbrüche, etc. passieren. Nun fährt der Fahrer nach dem Abladen auch fast immer leer nach Hause und verdient dabei nichts. Hier der gleiche Prozess mit CargoSteps: Der Kunde ruft die Spedition an. Die Spedition leitet den Auftrag mit ein paar Klicks an den Transporteur weiter. Der Transporteur sucht sich seinen Fahrer oder Subunternehmer aus, der es Fahren soll und leitet den Auftrag aus der Webapplikation and die mobile App des Fahrers.

Der Fahrer legt los und alle in der Kette bekommen alle Infos und Updates pro-aktiv in Echtzeit ohne ein einziges mal nach dem ersten Kontakt zwischen Kunde und Spedition zu telefonieren. Hier spart man pro Disponenten pro Tag schon mindestens 1 Stunde und macht deutlich weniger Fehler. Und während der Fahrer auf dem Weg ist, sucht das System nach einer Rückladung, damit man nicht leer nach Hause fährt und auf dem Heimweg noch was verdient. Dadurch, dass wir sogar das kleinste Unternehmen in diese Kette bekommen, eröffnet das eine unglaubliche Vielzahl von Möglichkeiten.

Wie ist das Feedback?

Die Rückmeldungen der Unternehmen sind großartig! Wir sind mittlerweile in 22 Ländern vertreten und bekommen überall das gleiche positive Feedback. Das zeigt uns auch, dass wir die letzten 3,5 Jahre in die richtige Richtung gearbeitet haben.

CargoSteps, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen mit CargoSteps auf den großen Märkten Europa, USA und Ost-Asien in unserem Bereich als Marktführer etabliert und bekannt sein. Unsere Entwicklungsroadmap hat für die nächsten Jahre noch genug auf der Liste. Wenn man sich an der Laufzeit eines Startup-Fonds orientiert, sollten wir in 5 Jahren vielleicht auch den Schritt Richtung IPO oder Exit im Blick halten. Zu tun gibt es vor allem in der Logistik jedoch genug, daher glaube ich, dass das Gründerteam auch darüber hinaus von sich zu hören machen wird, wie aktuell mit dem HAUS61 in Frankfurt. Das sollten sich Logistik Startups direkt mal anschauen.

Sie sind Startup of Month im Monat März. Wie geht es jetzt weiter?

Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung, ruhen uns aber nicht darauf aus. Vor allem 2019 wird für uns das entscheidende Jahr, daher werden wir nicht auf die Bremse treten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Die Zauberformel lautet: Team, Netzwerk, Durchhaltevermögen. Ein breit aufgestelltes und ausgeglichenes Team ist die Essenz eines Startups, ohne das auch die beste Idee nicht bestehen wird. Ohne das richtige Netzwerk wird es sehr schwer schnell genug den Markt zu durchdringen, bevor andere mit deutlich mehr Ressourcen auf den Markt dringen. Kaum ein Produkt ist ein Selbstläufer, der den Durchbruch über Nacht schafft und es ist nicht zu unterschätzen welche Hürden auf einen zukommen, daher ist es überlebenswichtig sich von Anfang an darüber im Klaren zu sein, dass das kein 100m Sprint, sondern ein 42km Marathon ist.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Murat Karakaya  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X
X