Ambition, Commitment und Beständigkeit

capital300 Venture-Capital-Fonds in Österreich

Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz vor!

Meine Name ist Roman Scharf und ich bin Partner bei capital300, einem Venture-Capital-Fonds in Österreich, den ich gemeinsam mit Peter Lasinger 2018 gegründet habe. Wir stellen damit herausragenden Gründerinnen und Gründern Kapital, Know-how und Netzwerk zur Verfügung, um diese auf ihrem Weg zu unterstützen, erfolgreiche und disruptive Unternehmen zu entwickeln. Wir fokussieren uns besonders auf das Themenfeld der Informationstechnologie und den deutschsprachigen Raum, werden aber auch von Teams aus Zentral- und Osteuropa angesprochen. Vor meiner Zeit als Investor war ich  Serial Entrepreneur von Unternehmen wie Jajah oder Talenthouse. Jajah war das erste europäische Unternehmen, das Kapital von Sequoia bekam. Nun freuen wir uns, gemeinsam mit dem VC-Giganten aus dem Silicon Valley investiert zu können.

Stellen Sie uns doch für die, die ihn noch nicht kennen den Venture-Capital-Fonds capital300 kurz vor!

Als europäischer Venture-Capital-Fonds finanziert capital300  die Internationalisierung wachstumsstarker Unternehmen. Wir setzen dabei bewusst nach den ersten Frühphaseninvestments durch Business Angels und Seed-Fonds an und stellen Finanzierungsrunden von 2-10 Millionen Euro bereit. Unser USP ist, dass wir dabei ausschließlich gemeinsam mit globalen Top-VCs investieren und so den Unternehmen zusätzlich Netzwerk und Know-how zur internationalen Expansion bereitstellen, welches in unserer Geographie in der Form nicht einmal ansatzweise existiert. Wir schaffen eine Win-Win-Win-Situation für die Gründer, für unsere Partner-VCs und auch für die Limited Partners, welche in unserem Fonds investiert sind.

Welche Aufgaben haben Sie bei capital300? Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Roman Scharf aus?

Ich habe das Privileg jeden Tag mit smarten, ambitionierten und unternehmerischen Menschen zu arbeiten, mich mit spannenden neuen Technologien und Entwicklungen zu befassen  und jeden Tag etwas Zukunft zu erahnen – und vielleicht auch mitzugestalten. Das bedeutet, dass ich jeden Tag so viele UnternehmerInnen wie möglich treffe und kennenlerne, um mich mit ihnen über deren Herausforderungen und Lösungsansätze zu unterhalten. Dennoch  kommt es trotzdem nur in sehr wenigen Fällen, und wenn wirklich sehr viele Faktoren zusammenpassen, zu einer Zusammenarbeit und einer Beteiligung. Es ist sicher eine Schattenseite des Berufs sehr oft nein sagen zu müssen. Des Weiteren unterstütze ich aktiv unsere Portfoliounternehmen, oft in der Rolle eines Beirats oder Aufsichtsrat. Derzeit bin ich beispielsweise  im Advisory Board der Bildbearbeitungs-App PicsArt, in die  wir gemeinsam mit Sequoia und Insight Ventures investiert sind.



Ein normaler Arbeitstag sieht bei mir in etwa so aus: Ich arbeite in einem kleinen Kernteam, in dem es wichtig ist, sich selbst zu motivieren. Generell arbeiten wir mit vielen Schnittstellen und Partnern wie etwa Wirtschaftsprüfern, Anwälten anderer Investoren und natürlich den UnternehmerInnen zusammen. Als Team sehen wir  oft nur wenige male pro Woche wie etwa bei einem Partnermeeting, in dem wichtige Entscheidungen und neue Beteiligungen besprochen werden. Den Rest der Zeit  bin ich  viel unterwegs, bei Unternehmen, bei Co-Investoren oder auch auf Konferenzen und Veranstaltungen.

Fotograf Patrick Münnich | www.patrickmuennich.com

Wie können sich die Start-ups für capital300 bewerben?

Ich würde nicht von bewerben, sondern vorstellen sprechen. Wir streben Partnerschaften an und die passieren immer auf Augenhöhe. Das heißt,wir wollen ebenso die besten Unternehmer gewinnen, wie die besten Unternehmer die besten Investoren gewinnen möchten. Im Idealfall kontaktieren interessierte Start-ups unser Team und mich über bestehende Netzwerke und Kontakte, aber wir freuen uns auch über jedes spannende Projekt, das uns über unser Homepage erreicht. Dort gibt es  ein “Submit your Pitch”-Formular, das sicherstellt, dass wir alle notwendigen Informationen erhalten, um schnell Feedback geben zu können. Oder einfach eine E-Mail schicken an: office@capital300.com.

In welche Start-ups investiert der Venture-Capital-Fonds?

Wir investieren ausschließlich in schnell wachsende Technologie- und Softwareunternehmen in Europa. Entscheidendes Investmentkriterium ist für uns, dass sie  bereits signifikante Traktion erzielen und nun für das weitere Wachstum und die Skalierung Kapital (Series A), Know-how und Netzwerk suchen. Die Themen und Ambitionen sollten außerdem global skalierbar sein. Ein Bezug zum US/UK-Markt ist ebenfalls hilfreich. Wir investieren nur sehr selektiv, das heißt wir machen nur 4-5 Investments im Jahr, die wir dann aber auch umfangreich und bestmöglich unterstützen.

In wie viele Start-ups hat capital300 schon investiert?

Wir haben seit dem Closing unseres Fonds Ende 2018 bereits in drei Start-ups investiert. Gemeinsam mit Index Ventures in Gamee aus Prag, eine sehr angesagte Social-Gaming-Plattform. Gemeinsam mit Draper Associates in die Blockchain-basierte Plattform zur Identitätsverifizierung Authenteq aus Island und Berlin. Und schließlich zusammen  mit Sequoia Capital und Insight Ventures in PicsArt, der führenden App für professionelle Foto und Videobearbeitung in Verbindung mit einem sozialen Netzwerk.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir bereits viele weitere Partnerschaften mit den besten und ambitioniertesten Unternehmerinnen und Unternehmern in Europa eingegangen sein. Vielleicht gibt es dann auch bereits erste Exits bzw. Börsengänge, wobei wir langfristig orientiert sind, da wir wissen, dass das Entwickeln von großen und großartigen Unternehmen Zeit und viel Einsatz erfordert. Jedenfalls planen wir auch weitere Fonds, um unsere Wirkung und Unterstützung auch in Zukunft und vielleicht in größerem Umfang zu ermöglichen.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Ambition, Commitment und Beständigkeit sind sicher wesentliche Eigenschaften, um erfolgreich wirklich große Unternehmen zu bauen. Ansonsten kann ich nur raten sich Partner, Mitarbeiter und auch Investoren sorgsam auszuwählen. Es ist ein Fakt, dass die erfolgreichsten Unternehmen jene mit den besten Mitarbeitern, den besten Netzwerken und natürlich den besten Investoren sind.

Fotograf Bildquelle: Patrick Münnich | www.patrickmuennich.com

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Roman Scharf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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