Dienstag, November 30, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

CAALA unterstützt Architekten und Planer bei der Planung von ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Gebäuden

Stellen Sie sich und das Startup CAALA doch kurz unseren Lesern vor!
CAALA entwickelt Softwarelösungen für ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtungen in der Gebäudeplanung. Damit unterstützen wir Architekten und Planer in der ausschlaggebenden frühen Entwurfsphase bei der Planung von ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Gebäuden. Unsere planungsintegrierte Lösung liefert in Echtzeit Feedback zu Kosten, Energiebedarf und Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Dabei verfolgen wir einen einzigartigen parametrischen Ansatz. Alle Einflussgrößen wie Geometrie, Materialität, Dämmstoffstärke und Gebäudetechnik können dadurch leicht angepasst und schnell verglichen werden. Mit CAALA wird es erstmals möglich Gebäude gleichzeitig ökologisch und ökonomisch zu optimieren und somit Geld, Energie und CO2 einzusparen.

Wie ist die Idee zu CAALA entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Grundidee für CAALA ist im Zuge einer Promotion entstanden. Dr. Alexander Hollberg, Mitgründer von CAALA, hat sich mit der Frage befasst, wie die Methode der Lebenszyklusanalysebereits in der frühen Planungsphase eingesetzt werden könnte. Schließlich sollte eine Bewertung eines Entwurfs zu einem Zeitpunkt stattfinden, zu dem der Architekt noch ohne großen Aufwand Änderungen vornehmen und das Gebäude optimieren kann. Auf Basis dieser Grundüberlegung ist die Methode der parametrischen Lebenszyklusanalyse (PLCA) entstanden, die nun in der Software CAALA erstmalig Anwendung findet. Der in der Doktorarbeit entwickelte erste Prototype hat auf wissenschaftlichen Konferenzen viel Aufmerksamkeit von Forschern, aber auch Architekten und Energieberatern erhalten, sodass Philipp Hollberg, Bruder von Alexander, und Sebastian Dominguez, ein ehemaliger Kommilitone und langjähriger Freund, beschlossen den ersten Prototypen zu einer marktfähigen Software weiterzuentwickeln. Über das Netzwerk der UnternehmerTUM konnte mit Milen Ivanov ein Softwareentwickler mit langjähriger Berufserfahrung als Mitgründer hinzugewonnen werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Der Aufwand und damit die Dauer von einem ersten Prototyp zu einer marktfähigen Software zu gelangen wird sicherlich schnell unterschätzt. Zudem haben wir mit der Erweiterung um die Lebenszykluskostenanalyse die Komplexität unserer Software um ein Vielfaches gesteigert. Zum Glück haben wir das Team mit weiterenerfahrenen Experten aus der Bauindustrie und Softwareentwicklern erweitern können und zudem die für uns relevantesten Akteure der deutschen Bauindustrie als Partner gewinnen können.

Die Branche steht erst noch am Anfang eines Umbruchs aufgrund der Digitalisierung und ist zudem sehr fragmentiert. Damit stehen wir vor der Herausforderung möglichst effiziente Wege zu finden, unsere Zielgruppe von der Notwendigkeit des nachhaltigen Bauens und dem Einsatz von neuen digitalen Hilfsmitteln zu überzeugen. Wir haben uns mit unserer Technologie erfolgreich für das Exist-Stipendium beworben und uns zudem für den Climate-KIC Accelerator qualifiziert. Weitere Unterstützung erhalten wir vom Gründungszentrum der Bauhaus-Universität Weimar und der UnternehmerTUM in München.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Bisher lag der Fokus stark auf einer kundenzentrierten Produktentwicklung. Dabei haben wir von Anfang an Pilotprojekte in den Produktentwicklungsprozess eingebunden, um sicherzustellen, dass wir eine Softwarelösung entwickeln, die die tatsächlichen Bedürfnisse unsere Kunden anspricht. Wie bereits angesprochen haben wir die Funktionalität von CAALA erweitert so dass wir neben der ökologischen Lebenszyklusanalyse auch die Investitions- und Betriebskosten berechnen können.

Das Team ist von 4 Gründern auf ein neunköpfiges Team gewachsen, dass von weiteren externen Entwicklern unterstützt wird.
Wir konnten im Laufe des letzten Jahres zahlreiche Preise gewinnen, die die Relevanz der Thematik bestätigen. Neben dem Start Green Award, gewannen wir unter anderem die DGNB Sustainability Challenge, wurden beim Green Innovation und Investment Forum (GIIF) als „Best Green Tech Idea“ ausgezeichnet, waren einer der Finalisten des EnergyTranistion Awards und wurden vor zwei Wochen auf der CeBIT beim „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ vom BMWi ausgezeichnet.

Wer ist die Zielgruppe vonCAALA?
CAALA ist für alle Entscheidungsträger von Bauprojekten relevant. Wir sprechen in der ersten Phase insbesondere Architekten als Nutzer an. Unser Ziel ist es, dass CAALA für Architekten ein gängiges Werkzeug zur Bewertung und Verbesserung der energetischen, finanziellen und ökologischen Gebäudeperformanz wird.

CAALA ist natürlich auch für Wohnbaugenossenschaften, Energieberater, Facility Manager und Immobilienportfoliomanager interessant. Nach und nach möchten wir daher CAALA für diese Kundensegmente anpassen und erweitern.

Wie funktioniert CAALA? Worin liegen die Vorteile für den Kunden?
CAALA ist als Software-as-a-Service Lösung entwickelt, das heißt, alle Berechnungen laufen bei uns auf dem Server. Der Nutzer muss nur ein Plug-in für die präferierte CAD-Software installieren. CAALA berechnet auf Basis der Geometrieeingabe, der Auswahl von Materialien und Gebäudetechnik den Energiebedarf des Gebäudes (EnEV konform), die Investitions- und Betriebskosten und die Ökobilanz des Gebäudes. Das Besondere ist, dass wir die ökologische und ökonomische Perspektive vereinen und die Berechnung über den ganzen Lebenszyklus in Echtzeit durchführen. Damit wird es für den Architekten erstmals möglich schnell Entwurfsvarianten zu vergleichen und dem Bauherrn eine transparente Entscheidungsgrundlage anzubieten. Neben dem Vorteil der enormen Zeitersparnis für Architekten können nun ganz nebenbei Aussagen über die erreichbaren Punkte bei Gebäudezertifikaten oder einer KfW-Förderung gemacht werden. Schließlich erhält der Bauherr einenganzheitlich optimierten Gebäudeentwurf und spart somit sowohl Kosten als auch Energie und Treibhausgasemissionen.

Wie ist das Feedback?
Wir haben bisher mit Architekturbüros und Facility Managern eine Reihe an Pilotprojekten durchführen können. Unsere Pilotkunden sind besonders von der Geschwindigkeit, der einfachen Bedienung und der Vielfältigkeit der parametrischen Methode beeindruckt. Jeder der Gebäudeplaner und Entscheidungsträger hat unterschiedliche Fragestellungen. Mal geht es allein um die wirtschaftlichste Sanierungsmaßnahme, mal um die Entscheidung zwischen Baustoffen (z.B. Holz oder Beton) und ein anderes Mal, ob sich eher eine KfW-55 oder KfW-40 Förderung lohnen könnte. Indem wir die ökologische und ökonomische Perspektive kombinieren, haben wir die Möglichkeit mit CAALA dieses breite Spektrum an Fragestellungen beantworten zu können.

CAALA, wogeht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mit CAALA verfolgen wir das Ziel die Nachhaltigkeit von Anfang an in den Planungsprozess zu integrieren. Mit der lebenszyklusbasierten Bewertung von Gebäudeentwürfen in Echtzeit läuten wir einen Paradigmenwechsel in der Branche ein. Erstmals wird es möglich Gebäudedesigns ganzheitlich schnell und einfach zu optimieren. Unser Anspruch ist dabei, dies nicht nur bei Prestigeprojekten zu schaffen, sondern vor allem die große Anzahl an Wohngebäuden, die in den nächsten Jahrzenten Jahren saniert werden müssen, abzudecken. Damit soll der Einsatz von CAALA zur Norm im Planungsprozess werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Ihr werdet unzählbare Stunden in euer Vorhaben investieren. Seit euch daher sicher, dass ihr an etwas Arbeit, das euch wichtig ist, das euch erfüllt und eure persönlichen Werte wiederspiegelt.
2. Sucht euch die Unterstützung die ihr braucht. Es gibt enorm vielen Menschen da draußen, die euch gerne dabei unterstützen werden, eure Vision zu realisieren.
3. Bleibt optimistisch auch wenn alles länger dauert, kompliziert wird und mehr kostet als erwartet. Es kommen immer wieder positive Momenten oder Zuspruch der zum Durchhalten motiviert.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nicolas Sievers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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