Die Gründungsidee muss gut sein

build-yours  Plattform für Maker, Bastler und Künstler

Stellen Sie sich und das Startup build-yours doch kurz unseren Lesern vor!
Viele sehen uns als Onlineshop für DIY-Kits und Maker-Bedarf. Das ist auch nicht falsch, aber bei weitem noch nicht alles. Wir bieten zusätzlich eine Helferplatform, in der man Arbeitsschritte von anderen erledigen lassen kann. Zum Beispiel löten, lackieren in Wunschfarbe, oder einen komplett anderen Aufbau. Das ergibt natürlich neue Möglichkeiten, damit am Ende niemand überfordert ist und jeder sein Produkt genau nach eigenem Wunsch erhält.

Wie ist die Idee zu build-yours entstanden?
Gebastelt haben wir schon immer. Früher mit Gummibändern und Papierflugzeugen, später dann mit Computern und Elektronikbaukästen und jetzt mit Microchips und Lasern. Die Idee, coole individuelle Sachen zu bauen und damit die eigenen Ideen um zu setzen, war schon immer da. Unsere Wohnungen sind voll mit halb-verspiegelten Schränken, magnetischen Kreide-Flaschenöffnern und Wordclocks, die in verschiedensten Farben leuchten. Oft haben Freunde das gesehen, und wollten sowas auch haben oder besser noch selbst bauen können. Das ist dann auch unsere Geschäftsidee geworden. Jeder kann richtig coole Sachen selbst bauen. Wir zeigen wie und geben Hilfe.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Am Anfang hatten wir große Schwierigkeiten mit unseren Microchips, weil unsere Programme einfach zu komplex waren. Wir haben lange in verschiedensten Richtungen gesucht. Mittlerweile haben wir aber Chips, die mehr Funktionen, mehr Leistung und dabei einen geringeren Preis haben (jeweils um Faktor 10). Das mag jetzt übertrieben klingen, aber solche Lösungen gibt es fast immer, man darf nur nie aufhören zu suchen und muss immer schauen, wie man gute Prozesse besser machen kann.

Wir haben uns komplett aus eigener Tasche finanziert. Und machen das meiste selbst. Allerdings weniger aus Kostengründen, sondern eher, weil man so ungefiltertes Feedback der Kunden bekommt. Wenn Kunden sich beschweren oder Fragen haben, sind wir am anderen Ende der Leitung. Wenn es nicht läuft, oder Produkte zurückgegeben werden, ist es unser Geld, was verloren geht. Das klingt zwar jetzt hart, aber genauso wollten wir es auch. 100% zu unseren Artikeln stehen. Wir! Nicht irgendeine Bank.

Wer ist die Zielgruppe von build-yours?
Letztendlich jeder der ein cooles Gadget bei sich Zuhause haben will. Zum einen ist es natürlich immer schön zu sehen, was kreative Kunden aus unseren Sachen machen. Wir haben ja absichtlich alles darauf ausgelegt, dass man sich selbst frei entfalten und gestalten kann. Genau so kommen aber auch Kunden vorbei, die dann einfach die Dienste der build-yours-Helfer-Community in Anspruch nehmen und ein genauso gutes Ergebnis erhalten.

Wie funktioniert build-yours?
Man geht einfach auf unsere Seite build-yours.de, dann sucht man sich ein schönes Produkt aus und sieht sich dazu das Anleitungsvideo an. Wenn man sich danach alles zutraut, kann man es direkt kaufen (wir senden es gleich am nächsten Werktag raus), wenn nicht, sucht man sich in unserem Helfersystem jemanden aus, der den Schritt, oder die Schritte für einen erledigt. Naja, und dann kann man sich entspannt zurücklehnen und sich darüber freuen, dass man keinen Mainstream Zuhause hat.

Welche Vorteile bietet build-yours?
Leider kauft man viel zu oft Produkte, bei denen man nicht weiß, wie sie aufgebaut sind und funktionieren. Das führt oft zu blindem Vertrauen oder teilweise sogar Misstrauen in das Produkt. Dass die Kunden in dieser Situation blind sind und nicht wissen, was tatsächlich passiert, sehen wir als großes Problem an. Bei uns ist das anders. Der Aufbau all unserer Produkte ist bis ins Detail mit Videos, die man vorab ansehen kann, erläutert. Wenn man Sachen selbst zusammenbaut, ist das Selbstvertrauen gestärkt und man kann leichter hinter die Fassade blicken. Viele Leute motiviert das noch mehr zu bauen und die Produkte weiter zu verschönern und zu individualisieren.

build-yours, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Es gibt nicht nur die Ideen, die wir bisher umgesetzt haben, sondern auch noch all die, an denen wir gerade dran sind und die, die noch in unseren Köpfen schwirren. Nicht zu vergessen, dass es noch ganz andere Ideen in den Köpfen anderer gibt. Diese Leute sind bei uns natürlich herzlich willkommen und werden von uns auch unterstützt, in der Hoffnung, dass diese auch bald ihre Sachen bei uns verkaufen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
• Jeder macht Fehler und hat am Anfang Bugs in seiner Software. Man sollte deshalb ein Lager in der Nähe haben, in dem man immer auch selbst nachbessern kann und für die Software online-updates haben. Wir fahren damit sehr gut. Die Updatefunktion erlaubt es uns vor allem auch auf Anregungen der Kunden zu reagieren und ganz neue Funktionen hinzuzufügen, die dann auch jeder andere in seinen Produkten hat.

• Die Gründungsidee muss gut sein. Leider sehen wir oft Leute, die nur das machen wollen, was es schon gibt mit minimalen Änderungen. Wir haben alles durchgerechnet und haben gesehen, dass wir die Produkte zu 1/10 der Konkurrenzpreise anbieten können, oder aber Sachen haben, die es nirgendwo sonst zu kaufen gibt. Die Idee muss einfach sehr solide sein, sonst ist es leider verschwendete Zeit.

• Auf die Kunden hören. Kunden haben oft sehr abstruse Wünsche und Vorstellungen. Unser Geheimnis ist es diese zu erfüllen, damit unser Produktportfolio auszubauen und Anstöße für neue Produkte zu bekommen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Frithjof Maschke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

X