Testet eure Geschäftsideen möglichst schnell auf dem Markt

Bruno: Matratzen, Betten und Bettwaren

Stellen Sie sich und das Startup Bruno doch kurz unseren Lesern vor!
Im Jahr 2014 haben wir Bruno mit dem Ziel gegründet, erstklassige Matratzen und Betten zu einem fairen Preis anzubieten. Das Konzept ist dabei so simpel wie selten: Hochwertige Materialien, beste Verarbeitung und ein zeitloses, klares Design. Da wir nur direkt über das Internet verkaufen, können wir unsere Produkte deutlich günstiger als traditionelle Wettbewerber anbieten.

Wie ist die Idee zu Bruno entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Kennengelernt haben sich Felix und ich in einem Startup im Jahr 2012 in Berlin. Aufgrund von langen „Nachtschichten“ kreisten die Mittagsgespräche mit vielen Kollegen um zu kurzen und schlechten Schlaf. Die Schuldigen waren schnell ausgemacht: Mangelhafte Matratzen! Klassische Matratzenläden boten kaum Hilfe und wirklich gute Modelle kosteten weit über 1.000 Euro.
Nach einigen Gedankenspielen war die Idee geboren: Die perfekte Matratze zu einem niedrigen Preis, ohne teure Zwischenhändler. Wir haben seitdem hunderte von Matratzen getestet, ihre Stärken und Schwächen identifiziert und ständig Verbesserungen gesucht.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Felix und ich waren beide schon vor Bruno mit dem „Startup-Virus“ infiziert und wollten unbedingt ein eigenes Unternehmen gründen. Unserer eigener Chef zu sein, alle Entscheidungen selbst treffen zu können und vor allem viel Neues in unterschiedlichsten Themenbereichen zu lernen, war für uns die Hauptmotivation. Von Bruno waren wir wirklich überzeugt und erste Tests und Kundengespräche liefen sehr erfolgreich.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine große Herausforderung war anfangs geeignete Produktions- und Logistik-Partner zu finden. Als neu-gegründete GmbH stößt man bei potenziellen Geschäftspartnern erst mal auf recht viel Skepsis, die wir aber durch Beharrlichkeit und viel Kommunikation ausräumen konnten. Die zweite große Herausforderung zu Beginn war natürlich, dass wir ohne externe Investoren arbeiteten. Wir haben also mit sehr kleinen Bestellvolumina gearbeitet und versucht alles simpel und damit effizient zu halten.

Wie erklären Sie sich den Hype der Matratzen Startups?
Bis dato zählten Matratzen zu Low-Interest-Produkten. Der stationäre Matratzenhandel konnte kein wirkliches Einkauferlebnis bieten. Hinzu kamen noch geringer Service und hohe Preise. Auf der anderen Seite ist die Größe des Matratzenmarkts in Deutschland und weltweit immens; denn jeder Mensch braucht sie! Wenn in einem solchen Marktumfeld neue Wettbewerber mit innovativen Produkt- und Service-Leistungen auftreten, ist es nicht mehr so verwunderlich, dass ein Hype entsteht.

Wer ist die Zielgruppe von Bruno?
Unsere Zielgruppe ist sehr heterogen. Da wir auf Härtegrade verzichten und eine Matratze entwickelt haben, die für Personen zwischen 50 kg und 110 kg geeignet ist, decken wir einen Großteil der Bevölkerung ab. Die Hauptzielgruppe liegt aber zwischen 30 – 50 Jahren.

Aus welchem Material besteht die Matratze?
Der Matratzenbezug besteht aus einer Liegefläche aus 100% Baumwolle. Darunter befindet sich eine 100% Naturlatexschicht, die für eine sehr gute Punktelastizität sorgt. Die Basis bildet unser selbst-entwickelter BrunoX-Kaltschaum, dessen hohe Dauerhaltbarkeit auch vom TÜV bestätigt wurde. Insgesamt ist die Matratze stolze 24 cm hoch.

Woher weiß man welche Matratze zu einem passt?
Am besten testet man sie ausgiebig! Anders als bei den meisten Händlern kann unsere Matratze 30 Nächte zuhause getestet werden. Der Versand und ein etwaiger Rückversand sind dabei kostenlos.

Was unterscheidet Sie von anderen Matratzen Startups?
Sowohl die Entwicklung als auch die Matratzenproduktion finden ausschließlich in Deutschland statt. Dadurch können wir eine konstant hohe Qualität sicherstellen. Kostenloser Versand, 30 Nächte Probeschlafen und 10 Jahre Garantie gehören außerdem zum Service von Bruno.
Außerdem legen wir großen Wert auf die Verwendung und den sinnvollen Einsatz von ökologischen Materialien. Die Unbedenklichkeit wurde uns auch durch das Oeko-Tex 100 Zertifikat bestätigt.

Wie ist das Feedback?
Wir erhalten eine sehr positive Resonanz von unseren Kunden. Aktuell haben unsere Produkte 4,8 von möglichen 5 Sternen in der Kundenbewertung. Auch die geringe Rücklaufquote unterstreicht die Zufriedenheit und das gute Schlafgefühl mit unseren Produkten.

Bruno, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir sind sehr stolz auf die Verkaufsentwicklung unseres Boxspringbetts, das wir erst letztes Jahr auf den Markt gebracht haben. Dies wollen wir mit weiteren Showrooms in ganz Deutschland weiter vorantreiben, denn bislang haben wir solche Showroom-Kooperationen nur in Berlin und bald in München. Der Verkauf erfolgt aber weiterhin ausschließlich online.

Wir planen außerdem unser Auslandsgeschäft in Großbritannien, Frankreich, Österreich und der Schweiz weiter auszubauen.
Darüber hinaus haben wir ein spannendes neues Produkt in der Pipeline. Es bleibt also spannend!

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Testet eure Geschäftsideen möglichst schnell auf dem Markt und verbringt nicht Monate oder Jahre isoliert in der Entwicklung eines Produkts, das eventuell niemand braucht. Das hilft auch bei der Investorensuche. Es ist wesentlich einfacher einen Investor für ein Produkt zu finden, das schon einen ersten Markttest überlebt hat als für eine bloße Idee.

Fotograf: Harun Guler

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix Baer und Andreas Bauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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