Nicht gleich beim ersten Gegenwind verunsichern lassen!

bring-together: Zusammen gegen die Einsamkeit

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind ein sechsköpfiges Team aus Leipzig, die mit ihrem Pioniergeist das Wohnen und Leben revolutionieren wollen. Gemeinsam entwickeln wir ein Online-Portal, über das wir Menschen zusammenbringen, die Lust auf kollaborative nachhaltige Lebenskonzepte und Gemeinschaft haben! Wir helfen genau da, wo es für Gemeinschaftssuchende bisher am schwierigsten ist – wir lösen das Problem der langwierigen Suche nach Gleichgesinnten oder passenden gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Ganz egal, wie die jeweiligen Lebenskonzepte aussehen – ob Mehrgenerationen-, Integrations-, oder Inklusionsprojekte, Leben auf dem Bauernhof, eine Hausgemeinschaft in der Stadt oder oder … – es gibt für jeden die passende Gemeinschaft! Für bring-together entwickeln wir ein eigenes Matchingverfahren, das auf der Grundlage der ganz persönlichen Präferenzen eines jeden passende Gleichgesinnte sucht. So kann jeder seine perfekte Wahlfamilie finden – und damit genau die Gemeinschaft, in der er gerne leben möchte.

Wie ist die Idee zu bring-together entstanden?
Der permanente Wandel prägt die Zeit, in der wir leben. Anonyme Nachbarschaft, Überarbeitung, Zeitmangel oder auch gesundheitliche Leiden führen zur sozialen Vereinzelung und letztendlich zur Vereinsamung oder gar Isolation mitten unter Menschen. Zum Teil resultieren diese gesellschaftlichen Trends aus dem demographischen Wandel, der Bildungs- und Gesundheitspolitik und der zunehmenden Unsicherheit auf das Rentensystem.

Ich (Karin) gab vor ein paar Jahren den Anstoß für bring-together. Ich komme aus dem sozialen Bereich und wechselte später in die Immobilienwirtschaft. Durch meine Berufe hatte ich die Möglichkeit, die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen und zu erleben. Die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels verknüpft mit meinen beruflichen Erfahrungen, lösten bei mir den Impuls aus, etwas verändern zu wollen. Eine Online-Plattform über die man viel mehr Menschen erreichen und zusammenbringen kann, erschien mir dabei am sinnvollsten. Nach längerer Suche eines passenden Teams fanden Mary-Anne , Christoph und ich zueinander.

Unser Team ist in den vergangenen drei Jahren auf sechs Personen angewachsen. Außerdem gibt es einige Personen, die uns temporär bei der Umsetzung der Idee aktiv unterstützen. Vor zwei Jahren wurden wir mit unserem Vorhaben durch ein Stipendium vom Social Impact Lab Leipzig gefördert. Das wir dort angenommen wurden, war für uns im Grunde das erste Feedback, ob die Idee überhaupt gründertauglich ist. Unser Projekt bekam in diesen acht Monaten noch mehr Struktur und konnte sich weiterentwickeln.

Welche Vision steckt hinter bring-together?
Unser Ziel ist die Förderung von gemeinschaftlichen Lebens- und Wohnformen – eine Gesellschaft, in der keiner allein leben muss, der das nicht möchte. Mit unserer Plattform unterstützen wir Suchende und gehen damit einen Schritt auf die Gesellschaft zu, in der wir selbst gern leben möchten – mit selbstgewählten Familienstrukturen, Gemeinschaftssinn, Vertrautheit und Selbständigkeit sowie sozialem Rückhalt in einer Gemeinschaft. Wir möchten damit eine Antwort geben auf die beängstigende Entwicklungen wie Vereinsamung, soziale Isolierung, Verunsicherung durch fehlende soziale Strukturen und die Sehnsucht nach Menschen, denen man vertraut und auf die man sich verlassen kann. Das betrifft nicht nur Bewohner von Städten, sondern auch den ländlichen Raum, der durch selbstgewählte Gemeinschaften wieder belebt und neu strukturiert werden kann.

Wer ist die Zielgruppe von bring-together?
Unsere Zielgruppe sind Menschen, die nach gemeinschaftlichem Wohnen und einer Wahlfamilie suchen. Menschen, die nicht allein leben wollen. Wir helfen ihnen, die richtigen Menschen und den passenden Raum für gemeinschaftliche Lebenskonzepte zu finden. Unsere Zielgruppe sind aber natürlich auch Menschen, die diese Idee unterstützen und gemeinschaftliches Miteinander als lebenswerteste Alternative betrachten! Wir sprechen außerdem die Initiatoren gemeinschaftlicher Wohnmodelle an. Sie verbringen oft Jahre damit, eine homogene Gruppe zu finden, weil es unzählige Parameter gibt, nach denen Menschen sich für ein Miteinander entscheiden. Oft scheitern gemeinschaftliche Wohnprojekte schon auf dem Weg der Realisierung. Wir bieten Hilfe für das Finden von Gleichgesinnten und bringen auf unserer Plattform Menschen zueinander, die Teil einer bestehenden Gemeinschaft werden wollen.

Warum haben Sie sich für ein Crowdfunding entschieden?
Seit fast drei Jahren arbeiten wir unermüdlich an der Plattform. Bisher haben wir alles aus eigener Kraft gestemmt und mit eigenen Mitteln finanziert. Als Pioniere stehen wir vor der großen Herausforderung noch viel Aufklärungsarbeit leisten zu müssen. Dies lösen wir zum großen Teil über unser Online-Magazin, mit dem wir vor zwei Jahren ans Netz gegangen und das sehr zeitintensiv ist.

Wir vermitteln bisher bei Anfragen von Interessenten auf der Grundlage persönlicher Kontakte. Die immer höhere Zahl von Suchenden und Wohnprojekten erfordert allerdings ein besseres Handling, so dass Gesuche und Angebote für jeden passend verbunden werden können. Für eine zügige Weiterentwicklung des eigen entwickelten Matchingverfahrens, das genau die Menschen zusammenbringt, die ähnliche Vorstellungen, Wünsche und Lebensphilosophien haben, benötigen wir jetzt dringend Unterstützung von zusätzlichen Entwicklern, die wir durch die Spenden finanzieren können. Erste Entwürfe warten darauf programmiert zu werden.

Nicht zuletzt erhöht eine Crowdfunding Kampagne auch die Sichtbarkeit unseres Projektes. Ein zusätzlicher Gewinn also, den man nicht unterschätzen darf. Seit dem Start der Kampagne tragen sich fast täglich neue Interessenten auf unserer Plattform ein.

Was werden Sie nach erfolgreichem Crowdfunding umsetzen?
Wir setzen das Funding in erster Linie für die Programmierung unseres Matching Algorithmus ein. Ziel ist es, dass sowohl Suchende, als auch existierende Wohnprojekte ein individuelles Charakterprofil anlegen können und auf Basis dessen, passende Mitstreiter vermittelt bekommen. Die Konzeptions- und Gestaltungsphasen dafür sind abgeschlossen und erste Funktionen bereits umgesetzt. Mit dem Crowdfunding wollen wir die Umsetzung einer ersten öffentlich verfügbaren Version finanzieren.

Warum sollte man bring-together unterstützen?
Jeder sollte so leben können wie er möchte. Und wer Gemeinschaft über eine Zweierbeziehung oder Kleinfamilie hinaus sucht, sollte Menschen finden können, die dasselbe wollen, die für die gleichen Werte eintreten und ähnliche Vorstellungen vom Leben haben. Damit wir diese Suche optimal unterstützen können, brauchen wir finanzielle Unterstützung. Die Spenden helfen am Ende auch den Menschen, die sich schon auf unserer Plattform angemeldet haben und darauf warten ihre Wahlfamilie zu finden.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser Ziel ist die Förderung von gemeinschaftlichen Lebens- und Wohnformen – eine Gesellschaft, in der keiner allein leben muss, der das nicht möchte. Nicht nur das Bedürfnis nach Gemeinschaften wächst, sondern auch die Erkenntnis, dass gemeinschaftliche Lebens-und Wohnmodelle, die einzig vernünftige und nachhaltige Lebensform für die Zukunft sein wird. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Nutzung unser Portals, auf der man passende Gemeinschaften finden kann, genauso selbstverständlich sein wird, wie es heute schon die Partnerportale sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Als Pionier hat man das Problem, dass man viel erklären muss, bevor andere verstehen, was man mit seinem Vorhaben bezwecken will. „Vorne“ ist immer da, wo sich keiner auskennt! Insofern sollte man sich nicht gleich beim ersten Gegenwind verunsichern lassen.

Wer allerdings neu denkt und etwas entwickelt, was es so bisher noch nicht gab – ein neues Geschäftsmodell oder auch ein neues Produkt, der sollte trotzdem immer wieder überprüfen, nicht nur, ob es einen Markt dafür gibt, sondern wie er sich nach außen darstellt. Wir haben z.B. lange gebraucht ein klares Profil von unserem Vorhaben zu definieren. Wir wollten viel verändern und am liebsten alles auf einmal und so merkten wir irgendwann, dass Außenstehende unser Projekt nur ansatzweise verstanden haben. Weniger ist bekanntlich mehr. Es ist zwar gut zu wissen, was man alles zu seinem Geschäftsmodell nach und nach dazu packen kann, aber zu Beginn so einfach wie möglich für die zukünftigen Nutzer oder Kunden formulieren.

Der letzte Tipp – bei einem Gründerteam sollten alle die gleiche Motivation haben das Unternehmen nach vorne zu bringen. Ein Ungleichgewicht erzeugt Spannungen im Team, weil sich die einen ausgebremst und die anderen überfordert fühlen. An der Stelle ist eine deutliche Kommunikation das oberste Gebot. Es sollte immer klar sein, dass alle das gleiche wollen und an einem Strang ziehen.

Link zum Crowdfunding

Wir bedanken uns bei Karin Demming für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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