BriefButler: elektronisches Postamt

BriefButler Briefe elektronisch empfangen und versenden

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen hpc DUAL und den BriefButler doch kurz vor!
CEO Josef Schneider: Wir arbeiten bereits seit Jahren an einer sicheren, günstigen und schnellen Alternative zum traditionellen Post-Versand und bieten diese seit 2013 in Form unserer innovativen Plattform BriefButler (www.briefbutler.at) an. Der Hintergrund ist schnell erklärt: Österreichweit können bereits mehr als 1.000 Formulare für mehr als 350 Behördenverfahren online angefordert bzw. bearbeitet werden. Täglich kommen neue Gemeinden und Verbände hinzu und bieten Kunden und Bürgern eine digitale Alternative zum traditionellen Post-Versand an. Doch diese Alternative muss vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: sicher sein und beim Kostensparen helfen. Genau das bietet unsere Plattform. Der BriefButler ist Zustellpartner von bereits 50 Prozent aller österreichischen Gemeinden sowie 700 Kunden aus Wirtschaft, Industrie und Verwaltung in Österreich und in der Schweiz. Dazu zählen unter anderem das Österreichische Bundesministerium für Landesverteidigung, acht (von neun) österreichische Landesregierungen, die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Nationalbank oder die Österreichischen Bundesbahnen. Über 30 Millionen sichere Sendungen werden inzwischen jährlich in Österreich und in der Schweiz via BriefButler getätigt – Tendenz steigend!

Wie ist die Idee zu BriefButler entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Josef Schneider: Die Idee entstand, als ich noch für die österreichische Post tätig war. Schon damals gab es erste Ansätze in der Verwaltung für den Online-Versand von Dokumenten. Für die Post war das zu dem Zeitpunkt aber noch viel zu früh. Also haben wir zu viert das Unternehmen hpc DUAL gegründet und mit dem Wissen über Kryptografie, Zertifikaten und klassischen Postprozessen eine Versandlösung programmiert. Fast alle Dokumente sind digitalen Ursprungs! Da ist es schon verwunderlich, dass diese zu Papier gebracht, per Post verschickt und dann gescannt und wieder digitalisiert werden. Der gesamte Postausgangsprozess lässt sich mit unserer Lösung um 50 Prozent reduzieren. Egal ob Mobiltelefon-Rechnungen, Strom-Anbieter- Wechsel oder Verlängerung der Kfz-Versicherung: Was früher Tage gedauert hat, ist heute mit ein paar Klicks erledigt. Bisher geschah das meist über den Versand von EMails samt Anhängen. Doch genau die bergen ein gewisses Sicherheitsrisiko in sich: Kein Empfänger weiß, ob die eingegangene digitale Nachricht tatsächlich vom angeführten Absender stammt oder ob die Nachricht auf dem Weg in das Postfach verändert wurde. Wer hingegen den BriefButler nutzt, kann sich in beiden Fällen sicher sein und Manipulationen ausschließen. Da nur registrierte und authentifizierte User den BriefButler nutzen dürfen, bietet dieser auch Schutz vor Spam- und Phishing-Nachrichten.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Josef Schneider: Da wir mit unserer Idee ein völlig neues Terrain betreten haben, konnten wir nicht auf einer bereits vorhandenen Wissensbasis aufbauen. Das hat vor allem viel Überzeugungsarbeit unsererseits gebraucht, denn das Bewusstsein für ein sicheres Versandsystem war einfach nicht vorhanden. Wir haben den Markt für elektronischen Versand- und elektronische Zustellung generiert. Den Marktaufbau haben wir aus eigenen Mitteln und ohne Fremdkapital finanziert. Vor zwei Jahren waren wir bereits „break even“, jetzt verdienen wir Geld mit unseren Services.
Möglicherweise waren wir mit unserer Idee zwei bis drei Jahre zu früh dran, dafür sind wir aber jetzt Markt- und Themenführer. Der Sicherheitsaspekt war vielen zu Beginn schlichtweg egal, doch das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich zum Positiven verändert. Es gibt kaum jemanden, der noch nie eine E-Mail in seinem Posteingang hatte, die offensichtlich einen – sagen wir es vorsichtig – nicht ganz legalen Hintergrund hat.
Natürlich ist auch die Kostenersparnis ein wichtiger Aspekt: Alleine in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien werden monatlich 1.000.000 behördliche Mitteilungen auf dem Postweg verschickt und das verursacht natürlich auch Kosten für die Allgemeinheit. Haben WienerInnen hingegen ein sicheres, elektronisches Postfach, wie eben den BriefButler, können diese Briefe einfach, schnell und sicher online verschickt werden – denn so gut wie alle städtischen Ämter in Wien sind bereits mit dem BriefButler-Versandsystem ausgestattet. Die Einsparungen beim BriefButler liegen bei bis zu 92 Prozent! Von der Zeitersparnis – drucken, kuvertieren, frankieren, zum Postamt bringen – einmal völlig abgesehen.

Wer ist die Zielgruppe von BriefButler?
Josef Schneider: Unsere Zielgruppe ist nicht nur jeder einzelne Bürger, sondern auch Industrie, kleine und mittlere Unternehmen oder jede Verwaltung eines Landes.

Wie funktioniert der BriefButler?
Josef Schneider: Das Ziel des BriefButlers ist eine medienbruchfreie und dennoch sichere Kommunikation. Das bedeutet nichts anderes, als dass Dokumente vom Versand bis zum Empfang durchgängig elektronisch bearbeitet und verschickt werden können. Im Gegensatz zum herkömmlichen E-Mail-Verkehr ist der Absender eines über den BriefButler versendeten Dokumentes aber immer eindeutig identifizierbar. Weiters garantiert der BriefButler, dass das Dokument auf dem Weg zum Empfänger nicht verändert worden ist. Zusätzlich können beispielsweise Rechnungen gleich direkt aus dem Dokument ganz einfach elektronisch bezahlt werden. Natürlich ist der Zustellprozess auch dual möglich. Darunter ist zu verstehen, dass der BriefButler erkennt, ob der Empfänger überhaupt über ein elektronisches Postfach verfügt oder eben nicht. Ist der Empfänger auf elektronischem Weg nicht erreichbar, wird das zu übermittelnde Dokument automatisch gedruckt und wie üblich per Post zugestellt. Dieser Anteil wird erfreulicherweise aber stetig weniger. Jede Sendung erreicht aber auf jeden Fall den richtigen Absender!

Wie viel kostet der Service von BriefButler?
Josef Schneider: Für Empfänger ist das Service kostenlos. Die Registrierung erfolgt in Österreich unter anderem mit der Handy-Signatur oder in der Schweiz mit der Mobile ID. Diese digitalen Identitäten sind eindeutig einer Person zuordenbar. Da die Handy- Signatur der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt ist, können sämtliche Dokumente damit auch rechtskonform unterzeichnet werden. Der Absender bezahlt für jede Sendung ein elektronisches Porto: Wir orientieren uns bei den BriefButler-Preisen etwa am halben Porto von klassischen Briefsendungen.

BriefButler, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Josef Schneider: hpc DUAL steht für Post 4.0. In Österreich und der Schweiz hat sich unser BriefButler bereits bestens bewährt. Unser Ziel ist eine weitere Expansion innerhalb Europas – auch weil wir schon jetzt länderübergreifend versenden. Kostenersparnis, Sicherheit und Transparenz zählen inzwischen überall zu den wichtigsten Eckpunkten des digitalen Versands. Der BriefButler ist universell einsetzbar und hat einen entscheidenden Vorteil: Er funktioniert einfach und überall!

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Josef Schneider: Wer von seiner Idee wirklich überzeugt ist, sollte sie unbedingt verfolgen. Sonst fragt man sich eines Tages, ob es nicht doch funktioniert hätte. Gebt nie auf, ordnet alles der Idee unter und seid beharrlich.

Foto: Josef Schneider hpcDUAL Fotorechte Fotostudio Wilke

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Josef Schneider für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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