Die Vision hinter der Idee muss klar am Horizont zu erkennen sein

Breathing Planet: Nachhaltige Mode auf Basis von Holz

Stellen Sie sich und das Startup Breathing Planet kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Flo und Fabi, zwei Studenten aus Gießen. Uns ist aufgefallen, dass es echt schwer ist, nachhaltige Mode zu finden, die einen nicht direkt „öko“ aussehen lässt. Um das zu verändern, haben wir Breathing Planet gegründet. Nachhaltigkeit ist heutzutage super wichtig – aber eben für alle! Wir verbinden coole, lässige Styles mit echter Nachhaltigkeit! Um das zu erreichen verwenden wir TENCEL, einen ganz besonderen Stoff, der aus Holz hergestellt wird. Die Produktion findet in Portugal statt, da uns kurze Transportwege und faire Arbeitsbedingungen extrem wichtig sind! Für jedes verkaufte Teil pflanzen wir 10 Bäume!

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wenn man in der heutigen Zeit in der Welt etwas bewegt möchte dann ist Gründen eine der besten Möglichkeiten dafür. Man wählt eine Branche, in der Nachhaltigkeit bisher noch keine große Rolle gespielt hat, und bietet eine bessere Alternative an. Jedes Produkt was Kunden später bei uns kaufen, ist ein Produkt welches nicht unter menschenunwürdigen und ökologisch verwerflichen Methoden hergestellt wurde. Das ist eine riesige Motivation!

Welche Vision steckt hinter Breathing Planet?

Breathing Planet steht für eine grüne Zukunft ohne Kompromisse! Die Fashion Industrie ist verantwortlich für 10% der weltweiten CO2- Emissionen. Mit dem Start-up wollen wir den Fashionmarkt revolutionieren und Nachhaltigkeit attraktiv machen! Denn nur so kann das Thema Nachhaltigkeit eine breite Masse erreichen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Hürde war definitiv der Start. Die Idee war geboren, doch wie kommt man als kleines Start-Up an Businesspartner die mit einem zusammen arbeiten wollen? Dazu kam die ganze Bürokratie, welche Neuland für uns beide war. Wie funktioniert das Alles mit den Steuern und welche sonstigen Gesetze müssen beachtet werden. Das sind alles Dinge, die man nicht gerade in der Schule lernt.

Ein weiteres großes Learning dass wir hatten war die Kommunikation mit Partnern aus anderen Kulturen. Wir produzieren in Portugal und die Mentalität dort ist definitiv eine andere als unsere hier in Deutschland. Wir wussten das zwar, haben es dann jedoch noch einmal extrem zu spüren bekommen als es darum ging die ersten Musterteile zu fertigen. Eigentlich dachten wir dass wir bei unserem Besuch im Februar alles besprochen hatten und unsere Muster innerhalb der nächsten 8 Wochen bei uns eintreffen müssten. Weit gefehlt! Es dauerte ein halbes Jahr und etliche E-Mails, bis die Muster wirklich fertig waren. Wir haben daraus gelernt, und werden in Zukunft so präzise wie möglich in der Kommunikation mit unserem Produktionspartner umgehen.

Finanziert haben wir uns bis jetzt aus der eigenen Tasche. Wir haben beide einen 450€ Nebenjob. Das Geld für die Bestellung der ersten Kollektion wird im Moment gecrowdfundet.

Wer ist die Zielgruppe von Breathing Planet?

Wir wollen mit unserer Marke modebewussten, jungen Menschen eine grüne Alternative zu ihren bisherigen Styles bieten. Wir sind davon überzeugt, dass es heutzutage wichtiger denn je ist, Nachhaltigkeit an die erste Stelle zu setzen. Trotzdem sollte der Style nicht darunter leiden, und einen schon gar nicht davon abschrecken in Ökokleidung herum zu laufen.

Was ist das Besondere an den Shirts? Wo liegen die Vorteile?  Woher stammt das Holz?

Breathing Planet mode holz nachhaltigkeit

Die Besonderheit liegt vor allem im Stoff! Der Stoff wird aus Zellulose (Holz) hergestellt. Das dafür verwendete Holz stammt zu 100% aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das ganze findet in einem Kreislaufprozess statt in dem nicht nur das gesamte Wasser wiederverwendet wird, sondern auch das dabei verwendete Lösungsmittel! Dazu kommt, dass wir unsere Shirts frei von Polyester produzieren lassen. Alle Schilder, Tags, etc. sind aus biologisch abbaubaren Stoffen. So gelangt beim Waschen kein Mikroplastik in die Umwelt. Unsere Produkte werden in einer Verpackung aus recyceltem Karton geliefert. 

Unsere Kleidung ist aber nicht nur besonders Nachhaltig, sondern hat auch ganz besondere Eigenschaften. Die Faser fühlt sich super weich auf der Haut an und wirkt zudem antibakteriell, was zu weniger unangenehmen Gerüchen führt. 

Breathing Planet, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir nicht nur Menschen in Deutschland, sondern in ganz Europa mit Breathing Planet Kleidung herumlaufen sehen! Außerdem gehört zu unserem großen Traum, unsere Produktionsstätten zu einhundert Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen, und auch den Transport der Kleidung emissionsfrei zu gestalten. Wie man sieht, haben auch wir noch einiges vor, um noch nachhaltiger zu werden!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Dran bleiben! Ein Start-up bedeutet viel, viel Arbeit. Es gibt Phasen in denen man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht und Phasen in den sich bestimmte Dinge besonders in die Länge ziehen. Die Motivation kann gerade während der Startphase, in der das Geld knapp ist, durch eine Cosinus-Kurve beschrieben werden. Es gibt Höhen, aber ebenso gibt es Tiefen durch die man sich durch zeihen muss! Am Ende steht das große Ziel, das man bei aller Arbeit nicht aus den Augen verlieren darf!

Gerade wenn es mal haarig wird, behalte Dir immer klar im Kopf warum Du machst was Du machst. Die Vision hinter der Idee muss klar am Horizont zu erkennen sein. Dann folgt der Rest von ganz allein!

Sei gerade in der Kommunikation mit Deinen Businesspartnern so präzise wie möglich. Je klarer Du Deine Vision nach außen hin kommunizierst, desto einfacher fällt später die Zusammenarbeit. Klingt trivial, ist aber super wichtig!

Link zum Crowdfunding auf Startnext

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian und Fabian für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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