Als Gründer muss man sich komplett aufeinander verlassen können, da bringt es nichts, ein Blatt vor den Mund zu nehmen

brainboost mit Neurofeedback dein Gehirn trainieren

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen brainboost Neurofeedback doch kurz  unseren Lesern vor!
Wir von brainboost wenden eine Technik, die aus der Medizin kommt an, um die Gehirnaktivität erst zu analysieren und dann zu trainieren. Man nennt dieses Verfahren Neurofeedback. Man kann damit viele medizinische Indikationen behandeln, vor allem psychischen Erkrankungen, es ist jedoch auch möglich mithilfe dieses Gehirntrainings eine bessere Selbstwahrnehmung und Leistungsfähigkeit zu erfahren. Zudem kann man die Fähigkeit verbessern, sich auf Knopfdruck in kreative Zustände zu versetzten. Diese Art von Training ist besonders für Manager, Studenten aber auch Sportler interessant.

Wie ist die Idee zu brainboost Neurofeedback entstanden und wie haben sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir sind drei Gründer, Philipp und Tobias Heiler sowie Max Lutz. Wie man sich denken kann sind zwei von uns Brüder, sodass man sowieso viel Zeit miteinander verbringt und sich vertrauen kann. Max ist quasi der dritte Bruder, der von Kindesbeinen an eine enge Freundschaft mit uns pflegt. Wir haben mehr oder weniger unabhängig voneinander von Neurofeedback gehört, Max und Tobi haben beide Sportwissenschaft und BWL studiert und bereits im Sport-Studium erste Erfahrungen mit der Trainingsmethode gemacht. Philipp ist approbierter Arzt und hat wiederum in seinem Studium einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten des Neurofeedbacks erhalten. Als wir einmal im Sommer beim Grillen zusammensaßen, haben wir uns über Neurofeedback unterhalten, waren alle begeistert und dann hieß es, wir sollten das einmal ausprobieren. Wir alle waren und sind natürlich immer noch von den Möglichkeiten dieser Trainingsmethode begeistert, sodass wir uns dazu entschlossen haben, das volle Potenzial auszuschöpfen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Bisher kamen wir ohne Investor aus, haben also komplett ge-bootstrapped. Das hat natürlich von Anfang an einen enormen Druck ausgeübt, macht uns aber unabhängig, sodass wir jederzeit die Projekte verfolgen können, die wir für wichtig halten. Die größte Herausforderung waren die vielen super Ideen, die man mit diesem Verfahren alle hat. Man möchte am liebsten alles machen, muss sich aber eingestehen, dass man sich auf eine Sache fokussieren muss. Das bedeutete zunächst alles zu kategorisieren, dann zu priorisieren und letztendlich eine Entscheidung zu fällen. Hier lag für uns die größte Herausforderung, sich auf eine Zielgruppe/Produkt zu konzentrieren, wo man doch von all den weiteren Möglichkeiten, die Neurofeedback bietet so begeistert ist. Und die zweite große Aufgabe, die wir und bestimmt viele andere meistern mussten und auch immer noch müssen, besteht darin, schnell Entscheidungen zu fällen und einfach mal zu machen. Man neigt gerade am Anfang dazu, sich sehr lange mit Brainstorms von einer ausführlichen Logo- und CI-Findung bis hin zum Website-Aufbau aufzuhalten. All das ist zwar sehr wichtig, aber man muss ab einem bestimmten Stand einfach mal loslegen mit dem, was man hat. Wenn man nach einem Monat einiges ändern will, dann tauscht man eben das Logo aus oder druckt Flyer neu, aber manchmal gilt ganz einfach done is better than perfect.

Wer ist die Zielgruppe von brainboost Neurofeedback?
Da wir bei unserer Dienstleistung zwischen zwei Anwendungsfelder unterscheiden, haben wir somit auch zwei verschiedene Zielgruppen. Einerseits behandeln wir Menschen mit medizinischen Indikationen, hierbei hat sich Neurofeedback schon seit Jahrzehnten besonders gut bei der Behandlung von ADS/ADHS, Epilepsie und Depression bewährt. Diese Behandlungen als Tagesgeschäft laufen bei uns auch schon super, sodass wir hier jeden Tag auch viel über die Anwendung von Neurofeedback lernen können. Andererseits können wir auch eine Steigerung der Leistung, Konzentration und Schlafqualität mit gezielten Neurofeedback-Trainings herbeiführen. Hierbei zielen wir vor allem auf Studenten, Manager aber auch Sportler ab. Doch auch hier gilt, sich gezielt zu fokussieren, daher haben wir vor kurzem einen speziell auf Jura und Medizin Studenten zugeschnittenenTrainingsplan erstellt und damit schon sehr gute Erfolge erzielt.

Welche Trainingsmethoden bieten Sie an?
Wie bereits erwähnt, trainiert jedes Neurofeedback-Training das Gehirn. Letztendlich analysieren wir den Ist-Zustand und arbeiten dann an den „Problemfeldern“, falls vorhanden bzw. optimieren gezielt Gehirnleistung und Lebensqualität unserer Klienten. Bei den oben erwähnten Studenten gibt es beispielsweise altbewährte aber auch speziell von uns und in Zusammenarbeit mit der TU München und LMU entwickelte Trainingsprotokolle, die wie erwähnt ein gesteigertes Konzentrationsvermögen ermöglichen, aber auch den Schlaf verbessern.

Warum sollte man sein Gehirn trainieren?
Das Gehirn ist wie ein Muskel. Trainiert man das Gehirn wird es besser, benutzt man es nicht wird es „fauler“. Das Schöne an unserem Denkorgan ist, dass es süchtig nach Reizen ist und genau das machen wir uns zu Nutze. Denn der Clou bei unserem Neurofeedback-Training besteht darin, dass wir unbewusste Abläufe im Gehirn identifizieren und dann trainieren können. Wir spiegeln dem Gehirn letztlich nur wider, ob es gerade etwas Gutes oder Schlechtes macht. Was genau das ist, das muss es mit der Zeit selbst herausfinden. Wir lassen so das Gehirn also mit unseren Feedbackmethoden (Musik, Film, Töne) ein Spiel spielen, ohne dass das Hirn die Regeln kennt. So etwas kann eine Gehirnjogging-App oder ähnliches nicht leisten. Und das Gehirn ist dankbar für Input und Training, denn wie erwähnt, verbessern sich die Denkleistung und vor allem auch die Selbstwahrnehmung.

brainboost Neurofeedback, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Gerade in der Start-Up-Szene sind fünf Jahre eine lange Zeit, sodass man hier im Trüben fischt. Aber wir alle sehen brainboost definitiv als ein langfristiges Projekt an. Da wir tagtäglich erleben, wie gut Neurofeedback bei psychischen Erkrankungen hilft, möchten wir darauf hinarbeiten, diese Therapieform weiter zu verbreiten, um einerseits Krankheitsbilder zu behandeln, aber andererseits auch präventiv vor zu viel Stress und Burn-Outs zu schützen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Nummer 1
Done is better than perfect. Ich hatte es oben erwähnt, auch wir waren an dem Punkt, wo wir uns vor Ideen und vor allem Verbesserungen gar nicht mehr halten konnten. Schön und gut, aber macht irgendwann einen Cut und nehmt erstmal das, was ihr habt und arbeitet damit, denn Fehler und Verbesserungen wird man immer finden und man kann ja auch immer die Website anpassen oder einen Flyer mit neuer CI drucken.

Nummer 2
Ihr müsst euch vertrauen können. Und das geht nur über Ehrlichkeit, so hart ein Feedback auch sein mag. Als Gründer muss man sich komplett aufeinander verlassen können, da bringt es nichts, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es gilt immer: „No hurt feelings“. Denn denkt daran, wenn ihr euch nicht traut, euch gegenseitig ehrlich ins Gesicht zu sagen, dass eine Idee oder ein Produkt nicht gut ist, dann wird es spätestens der Kunde tun. Entweder durch einen unfreundlichen Anruf oder er wird euer Produkt erst gar nicht kaufen.

Nummer 3
Macht Sachen ordentlich. Ja, done is better than perfect, aber setzt hier die Standards trotzdem hoch. Gebt euch nur mit Sachen zufrieden, die ihr auch nach außen vertreten könnt, ohne euch rechtfertigen zu müssen. Wenn ihr für eure Website ein Bild heraussuchen wollt, kein ordentliches findet und dann sagt, „da hab ich aber nix besseres gefunden…“, dann ist das dem Kunden, der das später auf der Website sieht egal. Vielmehr sieht er nur ein hässliches Bild. Also setzt euch Standards und haltet sie ein, auch wenn das heißt, Sonntagmorgen um 2 Uhr noch am PC zu sitzen; ihr wollt Geschäftsmänner sein, dann müsst ihr euch auch so verhalten.

Wir bedanken uns bei Tobias Heiler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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