Zeitig Unterstützung in jenen Disziplinen einholen, wo man selbst nicht wirklich fit drin ist

BooxBe.com: Hamburger Manufaktur für Upcycling-Produkte

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen BooxBe.com doch kurz unseren Lesern vor!
Unter BooxBe.com betreibe ich eine kleine Hamburger Manufaktur für Upcycling-Produkte, die im eigenen Online-Shop vertrieben werden. Dabei werte ich vermeintlich nutz- und wertlose Gebrauchsgegenstände zu beständigen Design-Unikaten auf: von einzigartigen Tischlampen aus Verpackungen bis zu individuell im Auftrag angefertigten Buchstützen. Damit will ich dem Upcycling-Gedanken ganz neue Einsatzorte verschaffen. Und das Ganze wirklich lokal, fair und nachhaltig produziert – also Handmade in Hamburg.

Wie ist die Idee zu BooxBe.com entstanden und wie haben sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Im Zuge einiger Haushaltsauflösungen in der Familie hat sich immer wieder die Diskrepanz zwischen kulturellem und tatsächlichem Marktwert von alten Büchern und Lexika gezeigt, wobei unter den vermeintlich wertlosen immer auch sehr schöne Bände waren. Diese bei endlichem Lagerplatz irgendwann nur noch wegwerfen zu können, widerstrebte mir als ehemaliger Autor und Journalist, der die Arbeit des Bücherschreibens recht gut einschätzen kann -neben dem Erbe meiner schottischen Vorfahren vermutlich. Warum also nicht, als ehemaliger Student der Archäologie, die beständige Hülle des im besten Fall bereits digitalisierten Bücherwissens bewahren, in dem ich ihr eine zeitgemäße und sinnvolle neue Aufgabe verleihe: Als nützliches, bezahlbares Designobjekt für jeden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Tatsächlich war es eine schwierige, aber doch unterhaltsame Aufgabe, aus den Prototypen marktreife Produktkategorien zu entwickeln. Weniger erquicklich für mich als Handwerker war das Webdesign, dessen Werkzeuge ich lediglich rudimentär beherrsche. Eine über die Jahre gewachsene Werkstatteinrichtung war glücklicherweise vorhanden, so dass die persönlichen Ersparnisse für gutes Material und die Produktion verwendet werden konnten.

Wer ist die Zielgruppe von BooxBe.com?
Jeder, der Freude an schönen und durchdachten Dingen hat.Tatsächlich sehe ich es als Herausforderung an, dem Upcycling jene neuen Zielgruppen zu erschließen, die sich bislang keine Holzabfälle als Couchtisch oder Plastikmüll als Geldbörse vorstellen konnten. So bestechend sinnvoll das Prinzip, aus weitgehend wertlosen Abfällen und gebrauchten Materialien mittels einer guten Idee wertvolle Upcycling-Produkte zu schaffen, so begrenzt scheint bislang die Akzeptanz und damit das tatsächliche Marktpotenzial von Produkten aus der Verwertung von Euro-Paletten, Lkw-Planen und PET-Flaschen in der heutigen Konsumgesellschaft. Was aber, wenn aus handverlesenen Upcycling-Objekten ohne Marktwert, die bereits Attraktivität mitbringen, marktfähige, einzigartige Design-Produkte entstehen, die sich neben herkömmlichen Massenwaren behaupten und durch ihre tatsächliche Nachhaltigkeit glänzen können? Das ist das Ziel von BooxBe.com.

Woher stammen die Bücher?
Aus Familienbesitz, Haushaltsauflösungen und von Flohmärkten. Die Rohware für die spiritLights bekomme ich von Großverbrauchern wie Hotels und Bars, die sie sonst wegwerfen würden.

Welche Produkte findet man auf BooxBe.com?
Hauptsächlich Upcycling-Unikate für stilvolle Inneneinrichtung: spiritLights (Leuchten aus Spirituosen-Verpackungen), lexiLights (Tischlampen aus Büchern), baxKisten (Wandregale aus Dia/Zigarrenkisten…), booxBords, standArt Buchstützen -sowie eine Kleinserie feiner Tischlampen aus asiatischen Teedosen, genannt exTee.See. Sämtlich von mir handgefertigt.

Wo werden die Produkte gefertigt?
Tatsächlich in der Garage eines Fans in Hamburg-Harvestehude, die ich nutzen darf.

BooxBe.com, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Nicht mehr alleine in der Garage. Ein konkretes Ziel ist aber, den Kundenkreis der Internationalität der angebotenen Produkte anzupassen – seit kurzem versenden wir Europaweit. Außerdem die Ausweitung der Kooperationen zwecks Materialbeschaffung und Ausstellung. Fünf Jahre im voraus plane ich derzeit nicht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Ein Hobby zum Beruf machen möglicherweise.
Zeitig Unterstützung in jenen Disziplinen einholen, wo man selbst nicht wirklich fit drin ist.
Kostenlose Hilfe, etwa von der Handelskammer o.ä., in Anspruch nehmen.

Wir bedanken uns bei Felix Reid für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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