Definiert ein Ziel

Booksana Buchungsplattform für Kur- und Gesundheitsreisen

Stellen Sie sich und das Startup Booksana doch kurz unseren Lesern vor!

Booksana ist eine Buchungsplattform für Kur- und Gesundheitsreisen. Unsere Kunden (Zielgruppe 50+, aber auch jüngere Generationen) können ihre Kurreisen bei uns bequem anhand ihrer Präferenzen finden und direkt online buchen. Aktuell bieten wir über 90 Kurhäuser in Europa an (überwiegen in Polen und Tschechien). Unser Team besteht aus zwei Gründern, die das Unternehmen operativ von Berlin aus führen. Der Rest des Teams arbeitet komplett remote aus vielen Regionen der Welt heraus. Insgesamt arbeitet ein internationales und multikulturelles Team von zehn Personen für Booksana. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Alexander Gross, der CEO und Gründer von Booksana war jahrelang bei einem Kurreiseveranstalter tätig. Der Reiseveranstalter, wie auch andere in diesem Bereich, sind noch sehr stark auf den Offline-Markt fokussiert. Alexander hat den Trend entdeckt, dass inzwischen auch die Zielgruppe 50+ gerne online sucht und auch online buchen möchte. 

Damit war die Idee geboren, im Markt der Gesundheitsreisen ein Unternehmen zu gründen, dass maximal digitalisiert ist und den Kunden die Vorteile bietet, welche die Digitalisierung mit sich bringt: keine Verträge hin und her schicken, keine langen Telefonate, keine Kataloge (um Gottes Willen). Alles digital, alles online. 

Dadurch spart man als Unternehmen einiges an Overhead-Kosten, was sich wiederum vorteilhaft auf den Verkaufspreis für den Kunden auswirkt. So hat Alexander Ende 2017 die ersten Schritte der Gründung von Booksana vorgenommen.

Für mich ist Booksana nicht die erste Gründung. Ich betreibe seit 10 Jahren die Digitalagentur netfame GmbH und habe in der Zeit mehrere andere Startups mitgegründet. Die Agentur wird jetzt überwiegend von meinem Partner und gleichzeitig meinem Bruder geführt. Mein Fokus liegt jetzt bei Booksana, wo meine Schwerpunkte in den Bereichen Produktentwicklung und Marketing liegen. Alexander und ich haben uns 2018 kennengelernt und im September 2019 habe ich mich dazu entschlossen, in das Startup einzusteigen. 

Welche Vision steckt hinter Booksana?

Booksanas Vision besteht darin, für viele Menschen ein besseres Reiseerlebnis zu kreieren, von der Buchung der Reise bis zur Heimfahrt.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war und ist immer noch die Covid19 Pandemie. Am Anfang haben wir einige Schwierigkeiten gehabt, das richtige Team bzw. die passenden Dienstleister für die Entwicklung unseres Produkts zu finden. Die Ressourcenknappheit ist immer ein Thema, aber Schritt für Schritt kamen wir voran.

Anfangs haben wir uns von unserem ersparten finanziert. Im Oktober 2019 kam dann ein Business Angel als Investor an Bord und somit konnten wir innerhalb von acht Monaten unser Portal in der ersten Version launchen. Insgesamt wurden bisher knapp 200.000€ investiert. Aktuell sammeln wir die ersten operativen Zahlen im Betrieb der Plattform, um unseren Plan mit realen Zahlen abzugleichen und zu korrigieren. Anschließend planen wir dann eine weitere größere Finanzierungsrunde, um die Plattform weiter zu entwickeln und in das Marketing zu investieren.    

Wer ist die Zielgruppe von Booksana?

Überwiegend sind es Menschen im Alter zwischen 45-85, die erst jetzt oder schon in der Vergangenheit die Mehrwerte einer Gesundheitsreise für sich entdeckt haben. Wir beobachten aber auch, dass die jüngeren Generationen sich für Kurreisen interessieren, somit steht unsere Plattform natürlich allen Altersgruppen offen. 

In unserem Marketing sprechen wir die ältere Generation an, da sie den Großteil unseres Marktes ausmacht und meist bereits Erfahrung in Sachen Kurreisen mitbringt. Innerhalb der Zielgruppe gibt es aber zahlreiche Personas, die zum Teil komplett unterschiedlich sind. 

Wie funktioniert Booksana? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser erster großer Vorteil ist unsere Positionierung bzw. Spezialisierung: wir sind kein Reiseanbieter für alles Mögliche. Wir haben uns auf Gesundheitsreisen spezialisiert und dementsprechend wird unser Kunde das beste Angebot bei uns finden, wenn er speziell auf der Suche nach einer Gesundheitsreise ist. Wir versuchen unseren Interessenten nicht noch eine Pauschalreise und einen Mietwagen dazu zu verkaufen. Unser Angebot ist Spitz, damit ist unsere Beratung sehr gut, weil wir eben Experten in diesem einen Bereich sind.

Des Weiteren sind wir im Vergleich zu anderen Reiseveranstaltern, die in diesem Segment arbeiten, vollständig digitalisiert und auf allen Endgeräten nutzbar. Unsere Reiseangebote kann man direkt online finden, buchen und bezahlen und nicht erst auf Anfrage wie bei 90% unseres Wettbewerbs. Wir haben unsere Erfahrungen mit Kurreisen aus dem Offline-Geschäft in einfache digitale Prozesse transferiert, um unseren Kunden den Weg zum Ziel so einfach wie möglich zu gestalten.

Die Bedienbarkeit unseres Portals ist aus unserer Sicht optimal für unsere Zielgruppe geeignet und wir arbeiten jeden Tag daran, sie auf allen Endgeräten zu verbessern. Oft sind unsere Preise viel attraktiver. Das liegt zum Teil daran, dass keine Reisebüros dazwischen sitzen und zum Teil auch daran, da wir bessere Konditionen bei den Kur-Hotels haben. Natürlich auch, da wir durch unseren Background in der Lage sind, das Online-Marketing sehr effizient und genau zu betreiben. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Das war für uns, wie für viele Andere auch, eine nicht wirklich vorhersehbare Situation. Wir haben ursprünglich geplant, die Plattform am Jahresanfang zu launchen, es hatte sich jedoch in Richtung März verschoben und dann kam Corona… Einerseits haben wir Glück gehabt, dass wir nicht früher gestartet sind und somit der Katastrophe durch zahlreiche Stornos usw. entgehen konnten, was für uns sehr vorteilhaft war. Andererseits konnten wir natürlich nicht launchen und damit auch keinen Cashflow generieren, was unsere Pläne komplett verändert hat. Rückblickend betrachtet finden wir, dass sich dadurch nicht allzu viel verändert hat. Wir mussten nur natürlich in der Zeit das Tempo der Weiterentwicklung des Produkts einschränken.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben eine Krisensitzung einberufen und uns auf mehrere Szenarien vorbereitet. Wir waren in einer guten Situation, weil wir operativ noch keine Kunden hatten und an dieser Stelle keine Sorgen erzeugt wurden. Andererseits war klar, dass wir in den nächsten drei bis vier Monaten nichts verkaufen und damit das Geld langsam ausgehen würde. 

Wir haben alle Kosten auf das Minimum runtergefahren, die Produktentwicklung komplett pausiert und einen Krisentopf gebildet, der es uns möglich machen sollte 18 Monate auf Sparflamme und ohne operativen Betrieb die Pandemie auszusitzen. Das Ziel war es, diese Zeit durchzustehen, um danach sofort mit Marketing zu starten, sobald die Nachfrage wieder da wäre. Und so kam es dann auch.    

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Erstens hat uns die Krise gezeigt, dass sich wirklich jeder auf solche Situationen vorbereiten muss. Jedes Unternehmen muss über einen Krisentopf und über mehrere Pläne für Krisenszenarios verfügen, das haben wir verstanden. Natürlich ist das für Startups schwierig, jedoch nicht unmöglich.

Zweitens hat sich für uns bestätigt, dass sich in der Tourismus-Branche und insbesondere im Bereich der Kurreisen, vieles nun schnell verändern wird. Vor der Krise hat ein Großteil der Kunden für Gesundheitsreisen ihre Reisen noch immer in einem Reisebüro gebucht. Allerdings stiegen die Nutzerzahlen im Internet, auch insbesondere in unserer Zielgruppe, während der Pandemie sehr stark an. Darauf waren wir nun grundsätzlich von Anfang an vorbereitet, bzw. ist das einer der Gründe, warum wir Booksana gegründet haben, da hier tatsächlich eine Lücke im Angebot zu finden ist. Und der nun immens gewachsene Markt spielt uns förmlich in die Karten.

Die älteren, noch größeren Anbieter im Markt haben nicht unsere Agilität und unsere IT- und Marketing-Kompetenz, um das Tempo des beschleunigten digitalen Wandels zu halten, darin sehen wir auch eine sehr große Chance für uns.  

Booksana, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aus unserer Sicht eindeutig, werden wir spätesten in drei Jahren die größte Plattform für Kur- und Gesundheitsreisen in Deutschland sein. Wir werden omnipräsent für unsere Zielgruppe sein und den Kurreisen-Markt dominieren. Unsere Kunden werden den besten Service und die besten Angebote für alle Kurregionen in Europa bei Booksana finden.

Wir denken, es wird schon früher passieren, aber spätestens in fünf Jahren ist Booksana der Name, an den man zuerst denkt, wenn es um Kur- und Gesundheitsreisen geht.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Das Team ist unserer Meinung nach das wichtigste. Nehmt euch beim Recruiting der Mitarbeiter oder der Outsourcing-Partner genug Zeit, um Menschen zu finden, deren Persönlichkeit und Kompetenz sehr gut in euer Team, zu eurem Mindset und zu euren Anforderungen passen.

2. Definiert ein Ziel, habt das Ziel immer im Visier. Teilt den Weg zum Ziel in kleinere Milestones auf. Dies bringt euch Klarheit bei der Festlegung von Prioritäten im Tagesgeschäft. 

3. Es läuft nicht immer Rund, gebt nicht auf, auch wenn ihr demotiviert seid. Einfach durchhalten, eine Nacht drüber schlafen, die Lösung für aufkommende Probleme werdet ihr schon finden, und die Motivation kommt dann wieder zurück. Es gibt 1000 kleine Schritte bis man ein Projekt launchen kann, diese 1000 Schritte müssen von euch gegangen werden. Der Erfolg stellt sich dann ein.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Gross und Oleg Shmykov für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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