Donnerstag, Dezember 2, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Blue Farm: Oat Base löslicher Haferpulver Extrakt für frische pflanzliche Hafermilch

Stellen Sie sich und das Startup Iconic Drinks doch kurz unseren Lesern vor!

Katia: Mit Blue Farm wollen wir die Zukunft pflanzlicher Milch neu denken – denn pflanzliche Milch ist immer ein Konzentrat (wie Hafer, Mandel) angereichert mit Wasser. Und das geht unserer Meinung wesentlich frischer und nachhaltiger als im abgepackten Milchkarton aus dem Supermarkt: Mein Mitgründer Phil und ich haben das erste lösliche Haferpulver-Extrakt, unsere Oat Base, entwickelt, mit der Verbraucher*innen selbst in nur 10 Sekunden ihre eigene pflanzliche Milch bequem zu Hause anrühren können. Zusammen mit einem sechsköpfigen Team haben wir im Januar aus Berlin heraus die erste vegane Direct-to-Consumer-Milchmarke gelauncht, die den Kund*innen direkt bis zu 8 Liter Hafermilch in den Briefkasten nach Hause liefert.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Phil: Ich hatte schon immer den Unternehmergeist in mir und wollte schon seit dem ersten Uni-Semester gründen. Vor einiger Zeit habe ich dann ein Kaffee-Startup gegründet und bin darüber zum Food-Bereich gekommen. Kaffee ist recht nah am Milchmarkt, und so habe ich aus erster Hand gesehen, wie sich dieser binnen von zwei bis drei Jahren extrem stark in die pflanzliche Richtung entwickelt hat. Dadurch ist dann 2019 die Idee für Blue Farm entstanden und 2020 habe ich dann meine Mitgründerin Katia mit an Bord geholt. 

Welche Vision steckt hinter Blue Farm?

Katia: Wir wollen mit Blue Farm und unseren Produkten die Industrie von pflanzlichen Milchalternativen überzeugen: von der Produktion über die Distribution bis hin zum Konsum. 

Im Vordergrund steht für uns die Vision, dass wir eine pflanzenbasierte Zukunft anstreben, die für alle nicht nur zugänglich, sondern auch schmackhaft ist. Also einfach, frisch und innovativ. Wir brauchen keine stark verarbeiteten Lebensmittel, um einer Wurst oder Kuhmilch nahe zu kommen. Vielmehr wollen wir durch innovative Produktideen den Geschmack und die Konsistenz natürlicher, pflanzlicher Lebensmittel hervorheben und zelebrieren. 

Wir merken, dass es hier noch viele Herausforderungen in den Köpfen der Menschen gibt. Diese Hürden wollen wir senken und unsere Oat Base zum Mainstream machen – wir freuen uns sehr auf diesen Weg und bekommen bereits jetzt viel positive Resonanz. Dadurch ergeben sich auch immer wieder neue Ideen, wie wir das Ziel erreichen wollen. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Katia: Die bisher größte Herausforderung war tatsächlich – wie in so vielen anderen Bereichen auch – die Corona Pandemie. Zum einen war unser Entwicklungslabor für mehrere Monate geschlossen, wodurch die ersten Produktproben verspätet ankamen. Zum anderen hat sich durch die hohe Unsicherheit in den Finanzmärkten im Frühjahr / Sommer 2020 unsere erste Finanzierung bis in den Frühherbst gezogen. Nachdem die Produktproben aber im August 2020 angekommen waren, haben wir dann recht schnell sowohl einen US Fund als auch eine internationale Gruppe von Business Angels für Blue Farm gewinnen können.

Wer ist die Zielgruppe von Blue Farm?

Phil: Die Zielgruppe von Blue Farm ist recht heterogen, was uns freut. Pflanzliche Milchdrinks werden von vielen Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten und Gelegenheiten konsumiert, wodurch wir recht breit aufgestellt sind: Für Familien, die morgens für sich und die Kinder frische Hafermilch zubereiten, steht besonders der „Convenience-Aspekt” und die Natürlichkeit unseres Produktes im Vordergrund. Dann sind da die Kunden, für die der Nachhaltigkeits-Aspekt unseres Produkts wichtig ist. Hier spielt der Müllreduzierungsgedanke (bis zu 90 % im Vergleich zum Milchkarton) eine starke Rolle. Zu guter Letzt gibt es noch diejenigen, die vor allem vom Produkt selbst, also dem Geschmack, der Frische und Natürlichkeit – Stichwort Clean-Label – überzeugt sind, ob beim Kaffee mit Freunden, beim Backen und Kochen oder auch auf Reisen. Aufgrund der Einfachheit und Produktbeschaffenheit ist die Base für viele auch der perfekte Reisebegleiter und lässt sich sehr einfach in den Alltag integrieren.

Unsere Zielgruppen holen wir also unterschiedlich ab. Alle haben aber eins gemeinsam: Für alle steht ein nachhaltiger Lebensstil im Vordergrund, der Gesundheitsbewusstsein und Umweltschutz vereint und zudem noch gut schmeckt.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Katia: Wir sind der erste Anbieter in Deutschland, der pflanzliche Milch im reinen Direct-to-Consumer-Modell anbietet und somit bis zu 8 Liter Hafermilch bequem in den Briefkasten nach Hause liefert (gerne auch mehr – dann kommt es aber im Paket). Das besondere an unserem Produkt ist, dass wir durch die pulverbasierte Form nicht nur 90 % Verpackungsmüll, sondern auch viele unnötige Transportemissionen einsparen können, die durch Milchkartons entstehen, welche mit 90 % Wasseranteil durch die Gegend gefahren werden. Da der Haferdrink zu Hause ganz frisch angerührt wird, können wir auf jegliche Zusatzstoffe verzichten, die normalerweise die lange Haltbarkeit und Konsistenz herkömmlicher Drinks sicherstellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass insgesamt weniger Lebensmittelabfälle entstehen, weil der Haferdrink immer frisch und nach Bedarf angemischt werden kann. Zudem ist die Oat Base vegan, glutenfrei und hat keinen Zusatz von Zucker. 

Blue Farm, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Phil: Unser primäres Ziel ist, dass pflanzliche Milchalternativen auf Pulverbasis in spätestens fünf Jahren weltweit im Mainstream angekommen und eine ernstzunehmende Alternative zu Milch sind.

Wenn wir ein bisschen in die nähere Zukunft gucken, ist uns bewusst, dass es noch sehr viele Menschen gibt, die sich an diese Art des Milchkonsums noch gewöhnen müssen. Daher ist es zunächst unser größtes Anliegen, noch weiter über das Produkt, die Anwendung, die Inhaltsstoffe und die Produktion aufzuklären – und das an ganz unterschiedlichen Stellen. Es gibt uns bereits in ausgewählten Unverpacktläden. Die Resonanz hier ist überwältigend, sodass wir nun auch den Vertrieb im LEH anstreben, um unser Produkt noch mehr zum Mainstream zu machen.

Außerdem stehen weitere Produktentwicklungen an: Ab Juli 2021 wird es unsere Oat Base auch in Bio-Qualität geben, da wir hier eine erhöhte Nachfrage festgestellt haben. Des Weiteren werden wir bald unsere „Oat Base Barista” auf den Markt bringen. Um unseren Kund*innen das Warten zu verkürzen, haben wir in der Zwischenzeit unseren ersten eigenen Kaffee, den „Farmer’s Roast”, gelauncht, der perfekt zu unserer Hafermilch passt. Den Kaffee haben wir zusammen mit der Spezialitäten-Rösterei 19grams aus Berlin entwickelt. Wir haben noch viele weitere Ideen – es bleibt also spannend bei Blue Farm!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Wenn man eine Vision und erste Anhaltspunkte oder ein gutes Bauchgefühl hat, das diese aufgehen könnte, sollte man den Schritt wagen. Dabei nicht zu viel darauf hören, was andere sagen, schließlich ist es nicht ihre Vision und sie haben weniger Einblicke als man selbst.

2. Wichtig ist ein langer Atem. Rückschläge kommen bestimmt und man darf sich davon nicht aus der Bahn werfen lassen. 

3. Wähle die ersten Partner, Mitarbeiter und Investoren gründlich aus. Du wirst eine lange Zeit mit ihnen arbeiten. Ein guter Fit ist wichtig.

Wir bedanken uns bei Katia Helf und Philip von Have für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Iconic Drinks

Kontakt:

Iconic Drinks UG (haftungsbeschränkt)
Sophienstraße 26-27
DE-10178 Berlin

www.bluefarm.co
hey@bluefarm.co

Ansprechpartner: Philip von Have

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