Blockchain-Technologie wird die Wirtschaft wie wir sie kennen revolutionieren

Cetus Group hilft Startups ihre Strategie zu optimieren und den richtigen Investor zu finden

Stellt euch doch kurz vor!
Unsere Mission ist es, die Blockchain-Revolution voranzutreiben und alles zu tun, um das Thema endlich aus dem Nischen-Dasein zu befreien. Wir glauben fest daran, dass Blockchain das Potential hat – ähnlich dem Internet – unsere Wirtschaft und unser Zusammenleben besser, effizienter und fairer zu gestalten. Dafür arbeiten wir jeden Tag an zwei Enden des Markts: Zum einen arbeiten wir über Cetus Consulting mit Blockchain-StartUps zusammen, um beispielsweise ihre Strategie oder ihre Technologie zu optimieren oder auch schlichtweg um die richtigen Investoren für sie zu finden.

Zum anderen bieten wir mit Cetus Capital Anlegern die Möglichkeit, an unserem Wissen über den Blockchain-Markt teilzuhaben und zu investieren, wo vorher lediglich eine ausgewählte kleine Gruppe an Experten die hohen Renditen des Marktes für sich nutzen konnte.

Da der asiatische Markt im Blockchain-Bereich sehr dynamisch ist, haben wir uns entschieden dort präsent zu sein und haben die Cetus Group in Hongkong Anfang 2018 gegründet.

Wie habt ihr euch als Gründerteam zusammengefunden?
Letztlich sind wir ein Mix aus Studienkollegen, Arbeitskollegen und Freunden – Chris, unser CEO, hat uns alle zusammengeführt und es war sofort klar, dass unser wir ein sehr gutes Team abgeben würden. Nachdem ich selbst dann entschieden hatte, meinen vorherigen Job in der Beratung aufzugeben ging dann alles sehr schnell. Wir alle wollten unbedingt selbst gründen und wir hatten bereits privat Freunden sehr viel Rat gegeben – da machte es einfach Sinn, das Ganze einfach mal zu probieren.

Wann und wie seit ihr mit dem Thema Blockchain in Berührung gekommen?
Das Thema Blockchain fasziniert uns seit längerer Zeit und wir waren auch vor der Gründung der Cetus Group bereits privat seit fast 2 Jahren gemeinsam aktiv und haben uns unzählige Blockchain-Projekte angeschaut und zum Teil investiert. Das „wie“ ist eine gute Frage – für mich persönlich war es wohl eine Mischung aus Presseartikeln zum Thema Bitcoin, Diskussionen mit Freunden und dann schlichtweg Neugier die mich vor einigen Jahren dazu bewegt hat, das Thema genauer im Blick zu behalten.

Was fasziniert euch an der Blockchain Technologie?
Am Anfang war vor allem der Gedanke faszinierend, hier grundlegende Denkmuster in Frage zu stellen, die sich z.T. über Jahrhunderte in unseren Köpfen etabliert haben, wie beispielsweise die simple Tatsache, dass Banken als Mittelmänner notwendig sind.
Es ist einfach an der Zeit, Themen wie Transparenz und Rechenschaftspflicht, Dezentralisierungen, Diversity etc. zu hinterfragen. Es wurde klar, dass die Blockchain nicht nur die Finanzmärkte revolutionieren wird, sondern auch die Supply-Chain Branche, die Gaming Branche, wie wir unsere Verträge handhaben (z.B. als Smart Contracts, die unproblematisch, automatisch und ohne teure Anwälte zum Tragen kommen) – im Grunde alle Industrien.

Wenn man das Ganze jedoch noch einen Schritt weiterdenkt, werden die Implikationen noch viel gravierender und revolutionärer.

Denn bei Blockchains handelt es sich letztlich nicht nur um Transaktionssysteme, sondern um Ökosysteme, die das Potenzial haben, unser Verständnis von „Staat“ grundlegend auf den Kopf zu stellen. Heutzutage ist es so, dass viele Regelungen damit einhergehen, in welchem Staat man lebt – beispielsweise hängt der Wert des Einkommens von der Inflation und dem relativen Wert der Währung ab, die idR staatlich gesteuert wird.

In Zukunft ist es durchaus denkbar, dass man durch die Wahl einer Cryptowährung selbst entscheiden kann, an welchem Währungssystem und mit welchen selbstregulierenden Mechanismen man teilhaben will. Übertragen auf andere Bereiche bedeutet das, dass unser heutiges Konzept von „Staatsangehörigkeit“ zu einem Konzept von Zugehörigkeit zu verschiedenen Ökosystemen werden könnte.

Worin unterscheiden sich die verschiedene Varianten von Blockchains?
Zunächst handelt es sich bei allen Varianten von Blockchains um dezentralisierte Peer-to-Peer Netzwerke mit einem Konsens-Mechanismus – oder für Laien: alle sind Systeme, bei denen an vielen verschiedenen Stellen eine Kette an Informationen gespeichert wird und jede Änderung mit einem speziellen Mechanismus validiert und gegengeprüft werden kann.
Unterscheiden kann man verschiedene Varianten dabei entlang von 3 Dimensionen.

Zum einen unterscheiden sich Blockchains in Ihrer Funktionalität.

Die ursprüngliche Form der Blockchain, gewissermaßen Version 1.0, die dem Bitcoin zugrunde liegt, stellt letztlich eine Kette an unveränderlichen Informationen über Transaktionen dar. Demgegenüber stehen Blockchains der Generation 2.0, wie beispielsweise Ethereum, in denen die Funktionalität der Blockchain um Smart Contracting, also automatisierte Ausführung von vorher festgelegten Regeln, erweitert wurde.

Des weiteren kann man Blockchains nach dem Konsens-Mechanismus klassifizieren, mithilfe dessen innerhalb des Netzwerks überprüft wird, ob eine Information der Wahrheit entspricht oder nicht. Die bekanntesten sind „Proof-of-Work“, den Bitcoin verwendet und „Proof-of-Stake“, der zukünftig bei Ethereum eingesetzt werden soll.

Zu guter Letzt gibt es öffentlich und private Blockchains.

Öffentliche Blockchains sind dabei typischerweise anonym, jeder kann teilhaben, auch auf den Code zugreifen und wenn Information in der Blockchain gespeichert wird ist sie ab diesem Zeitpunkt unveränderbar – nimmt man den ursprünglichen revolutionären Gedanken der Blockchain sehr wörtlich, sind öffentliche Blockchains, wie beispielsweise für Bitcoin, die einzig wahren Blockchain Anwendungen. Demgegenüber gibt es die privaten Blockchains, bei denen idR Unternehmen ein gewisses Maß an Kontrolle üben können, beispielsweise durch die Kontrolle darüber, wer an der Blockchain teilhaben kann und durch eingeschränkte Anonymität.

Welche Vor- und Nachteile bieten Blockchains für Wirtschaft und Industrie im Vergleich zu den gängigen Datenbanksystemen?
Ich bin mir nicht sicher, ob die Vor- und Nachteile für Wirtschaft und Industrie grundsätzlich die richtige Perspektive sind. Ich würde eher darüber nachdenken, welche Vorteile aus gesellschaftlicher Sicht möglich sind. Es wird dann immer Unternehmen geben, die es schaffen, diese Vorteile auch in Vorteile für die Unternehmen zu verwandeln – also quasi ein win-win zu erzeugen. Nehmen wir das Beispiel von AirBnB: das Internet hat einen klaren gesellschaftlichen Mehrwert geschaffen, nämlich die Möglichkeit des Informationsaustauschs auf einem Marktplatz. AirBnB hat dies genutzt, um ein aus meiner Sicht tolles Geschäftskonzept zu machen, von dem AirBnB, aber auch Reisende und natürlich Vermieter profitieren.

Ähnlich sehe ich die Chancen der Blockchain: die klaren Vorteile der Technologie, wie zum Beispiel geringe Transaktionskosten, betrugssichere Vertragsabwicklung, hohe Transparenz und hohe Sicherheit von Daten, werden für Unternehmen zu Vorteilen werden, die diese zu nutzen wissen.

Wer ist die Zielgruppe von der Cetus Group?
Wir arbeiten als Cetus Consulting mit Blockchain-Startups in allen Bereichen zusammen – unter einer wichtigen Voraussetzung: es muss sich um eine Geschäftsidee handeln, die entweder die Blockchain-Technologie im Kern vorantreibt oder einen klaren gesellschaftlichen Mehrwert, beispielsweise durch die Eliminierung ineffizienter Mittelmänner, stiftet. 
Darüber hinaus sind wir mit Cetus Capital offen für alle Arten von Investoren, die in den Markt einsteigen wollen oder auch für etablierte „Crypto-Besitzer“, die sich einfach nicht mehr täglich um die Kurse und das Trading kümmern möchten.

Wo seht ihr euch und die Cetus Group in fünf Jahren?
Der Markt ist natürlich noch in einer sehr jungen Phase und die regulatorische Voraussetzung sind noch nicht ausgereift genug, um breitflächige Adoption zu gewährleisten. Insofern kann niemand mit Sicherheit sagen wann sich Blockchain als Technologie etablieren wird. Wir rechnen jedoch fest damit, dass dies geschehen wird und planen entsprechend langfristig – nicht zuletzt da es viele Anzeichen gibt, dass die regulatorischen Hürden bald fallen könnten und da zahlreiche große Unternehmen das Thema hoch aktiv vorantreiben, allen voran bspw. Google, IBM und Goldman Sachs.

In 5 Jahren wären wir gerne der Ansprechpartner für genau diese Unternehmen, wenn es darum geht, die Blockchain Technologie wirklich massentauglich zu machen und jedem die Vorteile zugänglich zu machen.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründern mit auf den Weg geben?
Es gibt natürlich eine Reihe von Learnings, die wir über die Zeit gemacht haben – von der Wichtigkeit rechtlicher Aspekte bis hin zur Auswahl der Geschäftspartner denen man wirklich vertraut. Ich glaube jedoch, dass ein gutes Team alle diese Punkte lösen kann, wenn es schafft, den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt gut hinzubekommen: die Zusammenarbeit! Hier habe ich für mich persönlich 3 wichtige Dinge gelernt:

Gerade in der Anfangsphase kann es schwer sein, genau zu wissen wie man nun seinen Tag strukturiert und an genau den richtigen und wichtigen Themen arbeitet – unsere Lösung hierfür waren schlichtweg tägliche morgendliche Stand-Ups oder auch Telefonkonferenzen, um gemeinsam zu entscheiden, welche Themen wir an dem Tag vorantreiben wollten und um Fragen zu klären.

Speziell im Blockchain Bereich ist es so, dass nicht nur die Technologie, sondern häufig auch die Teams dezentralisiert sind, ergo an vielen verschiedenen Standorten sitzen. Der Mehrwert von „Co-Location“ darf jedoch nicht unterschätzt werden. Die Möglichkeit als Team zusammen zu sitzen, auch wenn die Technologie es heute ermöglicht alles per Videokonferenz und mit smarten Tools wie „Teamwork“ zu regeln, ist essentiell. Für uns war das in der Anfangsphase ein wichtiges Learning und erst nachdem wir das begriffen hatten, war unser Vorgehen wirklich zielgerichtet und strategisch getrieben.

Die Zusammenarbeit im Team funktioniert nur dann gut, wenn man mit den unterschiedlichen Fähigkeiten der Teammitglieder offen umgeht und sie nutzt.

Gerade am Anfang, wenn das Team klein ist fällt es natürlich schwer, sich wirklich zu „spezialisieren“, aber genau das war einer der Punkte, die uns sehr effektiv gemacht haben. Wir sind von Anfang an sehr offen mit unseren unterschiedlichen Stärken (und Schwächen) umgegangen und dann war sehr schnell klar, wie welche Aufgaben zu verteilen sind. Bei unseren Kunden sehe ich häufig ein unterschiedliches Vorgehen: es herrscht die Tendenz, dass alle in alles involviert sein müssen, weil man ja schließlich gemeinsam verantwortlich ist. Das führt jedoch zu sehr vielen Interaktionen und häufig ist das Endergebnis leider nicht besser.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns Stephan Schäfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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