Habt Spaß!

Blixt digitale Sicherung von vernetzten Geräten

Stellen Sie sich und das Startup Blixit doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin jetzt seit 20 Jahren Unternehmerin und habe während dieser Zeit verschiedenste Firmen in den Bereichen High-Tech, IKT und der Energiebranche aufgebaut. Ich liebe es, Unternehmerin zu sein, weil ich in dieser Rolle, ständig dazulernen, mich neuen Herausforderungen stellen und sie meistern kann. Am Weltfrauentag wurde ich dafür von der britischen Ratingagentur Earlymetrics zur weiblichen Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet – eine große Ehre, die mir zeigt, dass ich in meinem Beruf absolut richtig bin.

Mein neuestes Unternehmen, Blixt, ist das erste und einzige, das Miniatur-Halbleitersicherungen entwickelt, die den Weg für eine völlig neue Form der Energiewende ebnen. Die Transformation von herkömmlichen, mechanischen Sicherungen in digital vernetzte Geräte ist ein echter Gamechanger und bietet ein enormes Energiesparpotenzial, das die Energiewende vorantreiben wird. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Erst als bereits erfahrene Unternehmerin habe ich begonnen, mich mit dem Klimawandel zu beschäftigen und hatte dabei immer mehr das Gefühl, meine gesammelten Erfahrungen nutzen zu müssen, um etwas zu verändern. Aus dieser Überlegung heraus ist das Unternehmen Blixt entstanden, das mit seiner intelligenten Netz-Integration das Potenzial hat, eine entscheidende Rolle in der Energiewende zu spielen.  

Mit der Möglichkeit, Stromlasten z.B. von Geräten, Heizungen, Kühlungen und Elektrofahrzeugen außerhalb des Zählers zu steuern, können Energieversorger den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix ohne großen Aufwand erhöhen.

Was war bei der Gründung von Blixit die größte Herausforderung?

Die Gründung von Blixt ist bisher insgesamt eine meiner bisher größten persönlichen Herausforderungen, schließlich arbeiten wir hier an der Einleitung eines völlig neuen Energieparadigmas. Eine konkrete Herausforderung besteht sicherlich darin, das Preisniveau zu senken, indem wir das aktuelle Produkt durch einen Siliziumchip ersetzen, was Zeit und Geld kostet. Darüber hinaus werden die lokalen Vorschriften und gesetzlichen Regulierungen nicht im Laufe eines Tages geändert, sondern benötigen Zeit, um sich an neue Technologien anzupassen und so den Paradigmenwechsel zu erleichtern.

Angesichts dieser großen Chancen und Herausforderungen sind wir sehr froh, dass wir uns mit Ulrich Seitz von BayWa r.e. Energy Ventures, unserem Hauptinvestor, zusammengetan haben. Ulrich und sein Team bringen ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse und Anforderungen der Startup-Welt mit und teilen die Vision, an der wir bei Blixt arbeiten. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Natürlich, bei guten Ideen kann man gar nicht früh genug loslegen. Jede Stunde, in der ihr frühzeitig mit potenziellen Kunden sprecht, kann in einem späteren Stadium Monate oder sogar Jahre in der Produktentwicklung einsparen. Genauso haben wir es bei Blixt gehandhabt: Bevor unser erster Prototyp fertiggestellt war, hatten wir schon mit mehreren Hundert Stakeholdern gesprochen, um die Probleme, die wir lösen wollten, vollständig zu durchdringen.

Welche Vision steckt hinter Blixt?

Unsere Vision ist es, bahnbrechende Innovationen mit erheblichen globalen Auswirkungen zu entwickeln und unseren Investoren gleichzeitig attraktive Chancen und Vorteile in der Wertschöpfungskette zu bieten. Gesetzliche Vorschriften wie CO2-Steuern können den Markt zwar kurzfristig in die richtige Richtung bewegen, aber ich bin davon überzeugt, dass langfristige Lösungen marktgesteuert sein müssen. Erfolgreiche Geschäftsmodelle werden deshalb der Ausgangspunkt jeglicher Veränderung in der Energiebranche sein.  

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Meine Mitgründer, Vorstandsmitglieder und ich haben jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Digitalisierung, Innovation, Energiewirtschaft und bei Unternehmensgründungen. Wir denken anders als die derzeitigen etablierten Unternehmen in der Leistungsschalterbranche, die ihre Innovationen immer noch auf mechanische Produkte konzentrieren, während wir vom ersten Tag an mit Halbleitertechnologie gearbeitet haben. Im Wesentlichen kombinieren wir die Funktionen einer Sicherung, mit der einer Fernbedienung und eines Zählers in einem einzigen Gerät.

Blixt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, dass unsere fortschrittlichen, IP-gestützten Sicherungen in Millionen elektrischer Geräte, Sicherungskästen, vernetzten Autos, Industrie 4.0-Anwendungen, Energieerzeugungs-, Speicher- und Ladelösungen weltweit integriert werden. Digitale Sicherungen sollen in diesem Zuge zu einem kostengünstigen Massenmarktprodukt werden, das wir OEM-Herstellern und Energiedienstleistern auf Lizenzbasis anbieten können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Habt Spaß! Gründer und Unternehmer zu sein, ist hart genug. Stellt also sicher, dass ihr den Spaßfaktor immer ganz vorne anstellt. Das gilt auch in Bezug auf Kunden und Investoren: Entscheidend ist nicht, dass sie auf dem Papier vielversprechend aussehen, sondern dass die Chemie stimmt. 

Legt den Fokus auf Customer Development: Sprecht schnellstmöglich mit potenziellen Kunden und berücksichtigt ihre Bedürfnisse. 

Scheitert schnell! Wenn der Weg, den ihr eingeschlagen habt, nicht zielführend ist, gesteht euch euer Scheitern schnell ein und ändert die Richtung. In diesem Zusammenhang auch sehr wichtig: Lasst euch nicht auf die Schmeicheleien großer Unternehmen ein, es sei denn, sie sind bereit für euere Zeit zu bezahlen. Denn Zeit, ist für uns Gründer die wichtigste Ressource, die wir haben. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Charlotta Holmquist für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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