Freitag, Dezember 9, 2022

Black Friday goes Green – Fünf Tipps für den richtigen Lebensmittelkonsum

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

“Wir kaufen Lebensmittel, als wäre jeden Tag Black Friday” 

Noch vor der Weihnachtszeit steht der Black Friday vor der Tür. Er hat mittlerweile Tradition: Pünktlich wie die Maurer kaufen wir 24 Stunden zu Bestpreisen. Das müssen viele dieses Jahr vielleicht auch, denn durch die Krise können sie sich weniger leisten – sehnsüchtiges Warten auf den Sales-Day. 

Der Black Friday ist einer der stärksten Verkaufstage des Jahres: Verbraucher:innen freuen sich über die Rabatte, Unternehmen über den Umsatz. Mutter Natur hat an diesem Tag meist weniger zu feiern. Die guten Preise laden zu unüberlegten Spontankäufen ein – ein Gegenentwurf zu nachhaltigem Shopping. Kaum jemand vermag es, den Angeboten am besagten Tag zu widerstehen – gekauft wird oft das, was gar nicht gebraucht wird. Selten denken wir dabei daran, dass auch hier umweltschädliche CO2-Emissionen entstehen. 

Manche verzichten deshalb auch ganz auf den Hype. Dabei ist eine andere Frage viel interessanter: Wie können wir auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr der Umwelt und dem Portemonnaie gerecht werden – trotz oder gerade durch Konsum? Dass es funktioniert, sehen wir an geretteten Lebensmitteln oder recycelter Mode, die bezahlbar und dennoch klimafreundlich sind. Damit es wirklich einen Unterschied macht, müssen wir aber die eigenen Routinen aufbrechen – an mehr Tagen im Jahr als an einem. Dominique Ertl, Deutschlandchefin von Lebensmittelretter Motatos, gibt fünf Denkanstöße, wie es mit dem nachhaltigen Konsum klappen kann. 

Gegessen wird das ganze Jahr über 

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Dieser altbekannte Spruch zeigt einmal mehr, dass wir einen Bewusstseinswechsel brauchen. Zum Beispiel landen in Deutschland jährlich Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, allein 78 Kilogramm pro Kopf! Sie sehen: Es ist genug Food Waste für alle da. Das ist auch ungemein belastend fürs Klima: Etwa 8-10 Prozent der globalen Emissionen gehen auf das Konto verschwendeter Lebensmittel. Daraus ergibt sich eine Chance: Wer günstig einkaufen möchte, kann auch bei Lebensmitteln in die “gebraucht”-Kiste gucken. Zum Beispiel via Foodsharing in der Nachbarschaft oder Lebensmittelrettung. Da landen sogar Produkte bekannter Marken wie Unilever oder Coca Cola, die sonst im Müll geendet wären. Der erste große Schritt ist: Umschauen. Wir sind so routiniert, dass wir oft den Blick für neue Wege verlieren. Wo komme ich noch an Artikel des täglichen Bedarfs und wie stark muss ich meine Gewohnheiten dafür tatsächlich ändern? 

Es muss nicht immer Bio sein: Nutzen Sie nachhaltige Alternativen

Das gute Gewissen erarbeitet man sich nur, wenn man auch Bio kauft… Nicht ganz. Die Umwelt dankt es Ihnen auch anders, zum Beispiel wenn Sie nach Bedarf einkaufen, Reste sinnvoll verwerten, regional kaufen oder Lebensmittel vor der Tonne bewahren. Das ist langfristiger gedacht, nachhaltig all year round. Besonders notwendige Basics für jeden Schrank halten meist viel länger, Mindesthaltbarkeitsdatum hin oder her. Und auch viele frische Produkte können aufgepäppelt werden. Tipps und Reste-Rezepte liefert dafür zum Beispiel die Bundesinitiative “Zu Gut für die Tonne”. 

Lebensmittelrettung 365 Tage im Jahr: Sparen geht nicht nur im November

Während bewusster Einkauf gut fürs Klima ist, hat das Wieder- und Weiterverwerten von Ressourcen auch noch einen weiteren Vorteil: Geld sparen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten bis zu 80% Rabatt auf Lebensmittel bekommen – quasi Schnäppchenjagd jeden Tag. Das geht, da die Produkte nicht mehr zum Originalpreis verkauft werden. Sparfaktor meets gutes Gewissen! Und natürlich spart auch der bewusste Umgang Zuhause Geld – wer immer nur die Hälfte aufisst, kann das bei einer Preissteigerung von etwa 20 Prozent schon im Supermarkt mitrechnen. 

Soulfood statt Frustkauf: Kaufen Sie, was Ihnen wirklich gut tut

Wir kennen es alle: wenn wir hungrig in den Supermarkt gehen, laufen wir häufig nicht nur mit einer Packung Pasta heim. Und ärgern uns über die verschwendeten Taler. Was, wenn wir anfangen würden, beides zu verbinden? Uns also trotzdem Leckereien gönnen – ohne schlechtes Gewissen. Es muss nämlich nicht immer das Gesündeste sein (kann es aber), solange es etwas ist, das uns gut tut. Der richtige Lebensmittelkonsum ist also nicht immer an Zurückhaltung gebunden – Es lohnt sich, seinen Blick zu erweitern. und so weiter zu schlemmen. Vielleicht ja auf dem Sofa mit einer Tasse Tee, Schokolade und einem “Bridget-Jones”-Film.

Zu Hause ist es am Schönsten: So hinterfragen Sie Ihre Gewohnheiten

Wussten Sie, dass am meisten Essen in privaten Haushalten verschwendet wird? Das ist sehr belastend für das Klima und das Portemonnaie. Häufig sind wir unsicher, welche Lebensmittel noch verwendbar sind oder wie wir sie richtig lagern. Ein paar Impulse zum Loslegen:

Schreiben Sie eine Einkaufsliste: Sie schlagen dabei auch gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe, denn so sparen Sie auch.

Meal Prep: Wenn Sie bereits am Anfang der Woche planen und Ihr Essen vorbereiten, werfen Sie weniger weg und essen häufig auch gesünder.

Prüfen Sie Angebote und vergleichen Sie: Es muss nicht immer nur der Supermarkt von nebenan sein. Schauen Sie, was es für Alternativen gibt – es lohnt sich.

Bewusste Entscheidungen treffen: Bauchentscheidungen sind nicht immer die besten. Schauen Sie doch mal passend zu unserem ersten Tipp, wann Sie überlegt und bewusst einkaufen – und was immer nur im Korb landet, wenn das Impulskauf-Gehirn mit Ihnen durchgeht. 

Ein Paradox, das keins ist 

Wahrscheinlich haben Sie sich zu Beginn zurecht gefragt: “Wie passen mehr Konsum und Nachhaltigkeit zusammen?” Was zunächst als Paradox erscheint, ist in Wirklichkeit keins. Denn es ist ganz einfach: Es muss raus, was noch da ist. Das, was wir haben, müssen wir besser verwenden und weniger davon wegwerfen. Am besten auf kurzen Wegen, damit helfen wir nicht dem Geldbeutel, sondern eben auch der Umwelt – und das nicht nur am Black Friday. 

Über Motatos

Start-up Motatos rettet Lebensmittel direkt aus der Herstellung, darunter Produkte bekannter Marken wie Unilever oder Coca Cola. Statt im Müll landen sie im Online Shop, wo wir sie bis zu 80 Prozent günstiger nach Hause bestellen können. Gleichzeitig haucht Motatos Nebenprodukten neues Leben ein und verkauft sie unter der Eigenmarke SAVED By Motatos. Spaghettireste werden zu neuen Nudeln, Nussmehl zu leckeren Brotaufstrichen. Die Idee: Essen retten für alle Menschen, einfach und bezahlbar. So konnten schon über 18.000 Tonnen in Deutschland gerettet werden.

Bild Dominique Ertl

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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