Unterschätzt nie den Wert eines gut ausgebauten Netzwerks

Black Forest Snacks: Jerky aus dem Schwarzwald

Stellen Sie sich und das Startup Black Forest Snacks doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Christian Rückert (31) und ich habe im Herbst 2016 gemeinsam mit meinen Freunden Florian Schmitt (29), Björn Saier (29) und Dominik Stegmann (27) die Black Forest Snacks GmbH gegründet. Da ein bisschen weiblicher Input bekanntlich nicht schadet, haben wir uns zum 01. September unsere langjährige Freundin Alexandra Iannotti (30) als zweite Geschäftsführerin mit ins Boot geholt.

Bisher besteht unsere Produktpalette aus Black Forest Jerky (verschiedene Sorten Beef Jerky, Puten Jerky und Pork Jerky). In Kürze werden wir unser Sortiment um edle, an unsere Jerky Sorten angepasste Rubs erweitern. Das sind Trockenmarinaden, mit denen man Zuhause sein Fleisch verfeinern kann, bevor es auf den Grill kommt. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten

Wie ist die Idee zu Black Forest Snacks entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Flo war lange in den USA und hat sich dort hauptsächlich von Beef Jerky ernährt. Zurück in Deutschland konnte er kein Produkt finden, das ihn wirklich überzeugt hat. Ich bin Metzgermeister und da lag es natürlich auf der Hand, seine Sehnsucht mit selbstgemachtem Beef Jerky zu stillen. Der erste Versuch war bereits ein Volltreffer. Wir hatten mit seinem Fleisch-Hunger und meinem Knowhow ein schwarzwälderisch interpretiertes Beef Jerky erschaffen. Was übrig war, haben wir an Freunde und Familie verteilt, und plötzlich wollten alle mehr, also habe ich noch mehr hergestellt. So wurde die Idee geboren. Heute produzieren wir in einer Großmetzgerei, weil ich solche Mengen in meiner kleinen Traditionsmetzgerei nicht mehr stemmen kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben uns bisher weitestgehend selbst finanziert, dabei hat es uns natürlich geholfen, dass wir, ganz anders als die meisten anderen Startups, ab Tag 1 Umsätze gemacht haben. Die haben wir immer wieder zu 100% in unser Jerky gesteckt. Wir hatten außerdem das Glück, anfangs ohne großen Kostenaufwand in der Metzgerei meiner Familie produzieren zu können und vom Wissen meiner Eltern und der Mitarbeiter zu profitieren. Dazu kommt, dass jeder von uns Gesellschaftern Fachwissen aus einem bestimmten Bereich mitbringt, wodurch wir uns optimal ergänzen. So konnten wir beispielsweise unseren Online Shop und sämtliche Marketing Maßnahmen ohne externe Hilfe umsetzen.

Die größte Herausforderung für jeden einzelnen von uns war und ist nach wie vor alles unter einen Hut zu bringen. Bislang haben wir alle noch einen Hauptberuf und versuchen natürlich trotzdem jederzeit erreichbar zu sein, Mails schnell zu beantworten, auf Anrufe zu reagieren und Termine wahrzunehmen. Der Kunde soll nicht darunter leiden und der Hauptjob natürlich auch nicht. Wir bekommen diesen Spagat sehr gut hin, weil wir unsere Freizeit opfern. Das ist es uns definitiv wert.

Wer ist die Zielgruppe von Black Forest Jerky?
Prinzipiell jeder, der kein Vegetarier oder Veganer ist. Das Schöne an unserem Produkt ist, dass wir verschiedenste Zielgruppen bedienen können. Aufgrund der hervorragenden Nährwerte und des hohen Proteingehalts von über 60% passt unser Jerky natürlich hervorragend zum immer stärker werdenden Bewusstsein für gesunde Ernährung und ist gerade unter Sportlern besonders beliebt. Auch für alle, die abends auf der Couch herzhaft naschen, aber auf fettige Chips verzichten möchten, bieten wir die perfekte Alternative.

Was ist das Besondere an Black Forest Jerky?
Unser Jerky wird auf traditionelle, handwerkliche Art und Weise produziert. Wir verzichten auf die Beigabe von unnötigen Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern, Bindemitteln, Konservierungsstoffen und raffiniertem Zucker. Mit unserem Trocknungsverfahren legen wir Maßstäbe, die für ein herkömmlich hergestelltes Jerky kaum zu erreichen sind. Wir haben einen Austrocknungsgrad von 65%. Dadurch erhalten wir einen besonders Intensiven Geschmack und die perfekte Konsistenz. Individuelle Toppings geben jeder Sorte den extra Kick an Geschmack.

Wir lieben unsere Heimat und möchten dieses Gefühl in die Welt hinaus tragen. Deshalb geben wir unserem Jerky noch eine ganz besondere Rauchnote aus Schwarzwälder Hölzern. So können unsere Kunden den Schwarzwald schmecken, egal wo sie wohnen. Unser Anspruch an richtig gutes Jerky ist eben ein ganz anderer, als der von industriellen Herstellern.

Woher stammt das Fleisch?
Anfangs haben wir ausschließlich das Fleisch von Schwarzwälder Weiderindern verwendet, was bei kleineren Produktionen auch noch gut funktioniert hat. Doch schnell wurde klar, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Ganz banal ausgedrückt: Eine Kuh hat nur ein Hinterteil und der Schwarzwald ist nicht allzu groß. Somit haben wir unser Einzugsgebiet erweitert und verwenden jetzt Deutsches Weiderind in einer sehr guten Qualität. Unsere neue Produktionsstätte in der Nähe von Stuttgart ist zertifiziert und überprüfbar, sodass wir jederzeit wissen, woher das Fleisch kommt. Eine nachhaltige, transparente Produktion ist uns sehr wichtig, auch wenn das Fleisch so natürlich teurer ist.

Wo kann man die Produkte von Black Forest Snacks kaufen?
Im Mai haben wir unseren eigenen Black Forest Concept Store in Freiburg eröffnet. Dort gibt es neben unserem Jerky viele weitere tolle Produkte zu kaufen. Auf den ersten Blick wirkt unser Laden wie ein Souvenirshop, mit dem großen Unterschied, dass wir nur wirklich coole, regional und nachhaltig hergestellte Produkte ins Sortiment aufnehmen. Dabei achten wir besonders darauf, dass der Spirit unserer Partner zu uns passt. Die meisten sind selbst Startups oder kleine Traditionsbetriebe. Massenware und große Marken wird man bei uns nicht finden. Damit möchten wir nicht nur Synergien schaffen, sondern auch unter Beweis stellen, dass der Schwarzwald wesentlich mehr hergibt als Kuckucksuhren.

Zusätzlich gibt es in unserem Store einen Coworking Space, in dem junge Unternehmer einen Schreibtisch anmieten können. Man unterstützt sich gegenseitig und profitiert vom Knowhow des jeweils anderen. So wird unser Laden zu einem Ort des Netzwerkens und des kreativen Austauschs.

Selbstverständlich bedienen wir noch weitere Vertriebskanäle, wie unseren Onlineshop blackforestjerky.com, Amazon und Facebook. Darüber hinaus versuchen wir aktuell, den Einzelhandel zu erobern und konnten bereits einige Supermärkte und Tankstellen für uns gewinnen. Alle Verkaufsstellen sind auf unserer Website aufgelistet.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback ist sehr positiv. Wir haben viele Stammkunden und gewinnen täglich neue dazu. Was unsere Kunden besonders schätzen, ist die Kombination aus einem gesunden Produkt und dem einzigartigen Geschmack. Es gibt Jerkys, die sind rein und gesund, schmecken aber fast nach nichts. Und dann gibt es die, die zwar nach etwas schmecken, aber voller Zucker und Geschmacksverstärker sind. Unser Erfolgsrezept liegt ganz klar in der Verarbeitung regionaler, hochwertiger Zutaten und der Herstellung in liebevoller Handarbeit.

Black Forest Snacks, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In den nächsten 5 Jahren möchten wir unser Sortiment um viele tolle neue Produkte erweitern. Die Ideen dazu sprudeln bereits. Wir möchten den nationalen und internationalen Handel erobern und unseren Bekanntheitsgrad deutlich steigern. Ziel ist ganz klar, dass wir bald gut von unserer Arbeit leben und unser Team vergrößern können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Glaubt an euch und euren Traum, auch wenn der Weg zwischendurch holprig wird. Wer bei den ersten Hürden direkt den Kopf in den Sand steckt, schafft es nicht.
2. Unterschätzt nie den Wert eines gut ausgebauten Netzwerks.
3. Schlaf wird überbewertet

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian Rückert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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