Brecht mit den traditionellen Lösungen und geht neue Wege

BIOFABRIK Technologies entwickelt und vermarktet innovative Technologien

Oliver Riedel, Gründer und CEO der Unternehmensgruppe BIOFABRIK Technologies GmbH, wurde für den diesjährigen Preis “Sachsens Unternehmer des Jahres” nominiert, der von hochrangigen Wirtschafts- und Medienvertretern Sachsens wie der Sächsischen Zeitung, der Leipziger Volkszeitung, Volkswagen AG Sachsen, der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft PwC und der LBBW initiiert wurde. Hier steht er dem GründerTalk von Startup Valley Rede und Antwort.

Stellen Sie sich und das Startup BIOFABRIK kurz unseren Lesern vor!
Die BIOFABRIK Technologies GmbH Firmengruppe mit Sitz in Dresden entwickelt und vermarktet innovative Technologien und disruptive Lösungsansätze, die sich mit ganz unterschiedlichen Themengebieten befassen. Von der nachhaltigen Bewältigung von Energie- und Abfallproblemen und der Verringerung des zerstörerischen Abbaus fossiler Rohstoffe bis hin zu Lösungen für Ernährungsfragen und der Gewinnung pflanzlicher Aminosäuren aus nachwachsenden Rohstoffen spannt sich hier der Bogen.

In 2019 wird die BIOFABRIK zwei Technologielösungen zur Verarbeitung von Abfallstoffen auf den Markt bringen, die zum einen Altöl, zum anderen Plastikmüll zu Kraftstoff und Energie umwandeln können.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich habe schon Ende der 90er Jahre erfolgreich mein erstes Unternehmen gegründet, damals den ersten Onlineshop für Lebensmittel, bei dem mehrere tausend Bestellungen täglich abgewickelt und versandt wurden. Nach dem erfolgreichen Exit im Jahr 2009 sollte mit der Biofabrik ein Unternehmen entstehen, das zentrale gesellschaftliche Probleme ganzheitlich löst.

Welche Vision steckt hinter BIOFABRIK?
Ich bin grundsätzlich ein positiv denkender Mensch und glaube an die Lösbarkeit großer gesellschaftlicher Probleme wie Hunger, Umweltverschmutzung oder mangelnde Energieversorgung durch gute Ideen. Mit unserem 30-köpfigen Team aus Ingenieuren, IT-Fachleuten, Biologen und anderen Wissenschaftlern verbinden wir die Ökologie mit der Ökonomie, das heißt wir entwickeln profitable und dabei möglichst klima- und energieneutrale Geschäftsmodelle, mit denen wir traditionelle Modelle, Technologien, Produkte und Dienstleistungen durch innovative Ideen und Ansätze ablösen wollen.

Ziel ist es, in den nächsten Jahren weitere Start-ups zu entwickeln und am liebsten ein internationales Netzwerk aus Tausenden Biofabriken aufzubauen, die die Welt ein kleines Stückchen besser machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wenn man mit Start die Serienreife unserer Lösungen meint, geht es mal schneller, mal ist mehr Zeit und Hirnschmalz nötig. So konnten wir unsere WASTX Oil-Anlage zur Verarbeitung von Altöl zu Kraftstoff innerhalb von nur 15 Monaten umsetzen und haben inzwischen Serienreife erlangt. Bei der Finanzierung werden wir durch eine Beteiligung der sächsischen Innovations-Beteiligungsgesellschaft (SIB) unterstützt.

An unserer Lösung zur dezentralen Verölung von Plastikmüll arbeiten wir dagegen schon seit über sechs Jahren. BIOFABRIK hat jetzt es geschafft, diesen Prozess störungsfrei mit kleinen Anlagen dezentral, von Laien bedienbar und in industriellem Maßstab umzusetzen. Auch andere Projekte sind bereits marktreif, müssen aber noch ausgerollt werden.

Wir können uns aus verständlichen Gründen immer nur auf wenige Projekte konzentrieren, auch wenn wir noch haufenweise gute Ideen haben.

So bieten wir beispielsweise – komplett anderes Thema – mit Ultrafood ein veganes Nahrungsmittel an, das eine ideale Mischung aus ausgewählten, naturbelassenen und schonend verarbeiteten Superfoods in einem Drink bietet. Mit einer Portion deckt man 100% des Tagesbedarfs an wichtigen Nährstoffen und das bei niedriger Kalorienzahl.

Wer ist die Zielgruppe von BIOFABRIK?
Unsere Produkte und Lösungen sind sehr weit aufgefächert und sprechen demnach ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Von Kommunen und der Industrie über Landwirte bis hin zu Endverbrauchern.

Wie funktioniert BIOFABRIK? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Diese Frage lässt sich so nicht beantworten, da wir unterschiedlichste Lösungen für diverse Fragestellungen entwickelt haben und anbieten. Grundsätzlich versuchen wir, zentrale Probleme der Gesellschaft aufzugreifen und dafür disruptive Lösungen anzubieten. Disruptiv meint dabei die Ablösung traditioneller Modelle, Technologien, Produkte und Dienstleistungen durch innovative Ideen und Ansätze.

Das reicht von der Abfallwirtschaft, beispielsweise das Problem des Plastikmülls weltweit, bis zur Ernährung der Menschheit mit pflanzlichen Mitteln.

Wie ist das Feedback?
Wir werden in 2019 Technologielösungen zur Verarbeitung von Abfallstoffen auf den Markt etablieren bzw. neu positionieren. Das Interesse daran ist weltweit groß. Welches Marktpotenzial solche Lösungen bei den enormen Mengen an Plastikmüll und Altölen weltweit haben, braucht man wohl kaum näher auszuführen.

Für das Markteintrittsjahr 2019 erwarten wir einen Gesamtumsatz von 10 Mio. Euro, 2020 soll dann mit erprobten Technologien und dem globalen Rollout aller Anlagen die internationale Expansionsphase beginnen.

BIOFABRIK, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In solchen Zeiträumen planen wir nicht, dafür ist unsere Welt zu dynamisch geworden. Aber wir werden weiter daran arbeiten, für gesellschaftliche Herausforderungen unkonventionelle und profitable Lösungen zu entwickeln, denn nur dann verbreiten sich neue Ideen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch.

2019 wird nach der WASTX Oil auch die WASTX Plastic in Serie gehen. Der weltweite Vertrieb für unsere Plastic to Oil-Raffinerien wird bis 2020 ausgerollt. Der nächste große Meilenstein ist unser erstes Gesamtprojekt, bei welchem wir Sammlung, Sortierung, Vergütung, Verölung und Energetisierung gebündelt an einem Ort installieren und betreiben. Und last but not least: Um die im Plastik gebundenen und in unserem Prozess frei werdenden Treibhausgase zu neutralisieren, stecken wir Energie und Geld in Aufforstungsprojekte, welche diese binden. Unser Primärziel ist klar: jeder Liter Recycling-Treibstoff aus unseren Anlagen soll klimaneutral sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Verfolgt bei Euren Gründungsprojekten disruptive Ideen Ansätze, also brecht mit den traditionellen Lösungen und geht neue Wege.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Oliver Riedel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X
X