BigBoxBerlin Upcycling von Hochseecontainern

BigBoxBerlin lässt aus alten Seecontainern neue Produkte entstehen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen BigBoxBerlin doch kurz vor!
Mein Name ist Steffen Tröger. Kurz um: nach 11Jahren in der Immobilienwirtschaft, Unternehmensberatung und Wissenschaft, war es Zeit für mein eigenes Wunschprojekt: Upcycling von Hochseecontainern.
Mit BigBoxBerlin wollen wir aus alten Hochseecontainern nützliche neue Produkte entwickeln. Hochseecontainer bieten 15qm bis 30qm Platz für kreative Lösungen und davon haben wir eine ganze Menge: SafeBOXen, PoolBOXen, BühnenBOXen – bald sollen auch die ersten WohnBOXen kommen. Mit unserem ersten Produkt, den SafeBOXen, sind wir in diesem Jahr bereits auf über 20 Festivals unterwegs. Wir bieten euch dort ein mobiles Schließfachsystem mit einer 230V Steckdose zum Aufladen eurer Handy- und Kamera-Akkus.

Wie ist die Idee zu BigBoxBerlin entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee kam, wie sollte es anders sein, beim Bier trinken. Das gesamte BigBoxBerlin-Team kommt aus ganz unterschiedlichen Branchen und Himmelsrichtungen und irgendwie werden es immer mehr Personen, die wir mit unseren Ideen und Projekten begeistern können. Alle vereint der Wunsch, wieder ein echtes Produkt zu haben. Ein Produkt zum Anfassen mit plastischen Herausforderungen für Konstruktion und Material. Ich glaube darin steckt auch die Sehnsucht in einer stark digitalisierten Zeit, an etwas Realem mitwirken zu wollen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Von der Idee bis heute, ist genau ein Jahr vergangen. In dieser Zeit haben wir vier Produkte entwickelt und allesamt auf die Straße gebracht. Der Teufel steckte bei der Verwirklichung sprichwörtlich im Detail. Wir haben in diesem Jahr viel über Normen, Bauverordnungen und Zertifizierungen gelernt. Eine große Herausforderung liegt immer darin, die richtigen Gewerke und Partner zu finden, wenn wir intern ein Projekt starten wollen oder entsprechende Kundenanfragen erhalten.
Wir haben zunächst viel selbst investiert und unsere ersten BOXen mithilfe von privaten Investoren realisiert. Es gab viel positives Feedback zu unseren Konzepten. Trotzdem weiß jeder Gründer: Investoren findet man selten über Nacht. Die Suche benötigt zusätzlich Zeit, die nicht in die Produktentwicklung fließen kann. Am Ende hat jedoch alles geklappt. Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf unsere SafeBOXen und möchten auf den Festivals ein optimales Produkterlebnis bieten.

Wer ist die Zielgruppe von BigBoxBerlin?
Mit den im Einsatz befindlichen SafeBOXen sprechen wir in erster Linie Messen, Veranstalter von Festivals und Großveranstaltungen an – dabei übernehmen wir aber auch die Kommunikation mit den Gästen der Veranstaltung selbst. Insofern bewegen wir uns hier zwischen B2B und B2C. Für uns ist die Vermittlerposition zurzeit sehr wertvoll, da wir viel Feedback von beiden Seiten bekommen und damit unsere Produkte nachschärfen können.
So vielseitig die Einsatzmöglichkeiten sind, so vielseitig sind auch die Märkte und Zielgruppen. Wir verstehen uns als Full-Service-Anbieter und eben nicht nur als Produzent von Hochseecontainern bzw. deren Umbau. Wenn jemand also einen umgebauten Seecontainer haben möchte und die Roadshow durch Deutschland gleich dazu, dann kümmern wir uns auch darum. Für alles rund um unsere BOXen haben wir die „BIA“ ins Leben gerufen – die BOX-Intelligence-Agency.

Warum und wann werden Hochseecontainer aussortiert?
Hochseecontainer sind aufgrund ihrer speziellen Stahllegierungen eigentlich nicht zerstörbar. So bildet der verbaute COR-TEN Stahl bei Lackkratzern eine spezielle Rostschicht, um sich selbst zu schützen. Beim ganz normalen Logistikeinsatz, geht es natürlich rau her. Kein Hafenarbeiter oder Spediteur wird sich die Zeit nehmen penibel drauf zu achten, dass auch ja keine Schrammen und Kratzer an den Container kommen. Die Seetauglichkeit von Hochseecontainern muss anhand einer CSC Plakette (International Conventionfor Safe Containers) nachgewiesen werden. Ist die Seetauglichkeit nicht mehr gewährleistet, wird er verschrottet – oder landet eben bei BigBoxBerlin.

Wie lange dauert der Umbau ?
Das kommt ganz auf die Art des Umbaus und die Wünsche des Kunden an. Für unsere SafeBOXen dauert der reine Umbau vom nackten Seecontainer zum mobilen Schließfachsystem 6 Wochen, nachdem das Projekt kaufmännisch als auch technisch komplett vorbereit war. Für den Prototypen unserer PoolBOX und BühnenBOX haben wir von der Idee bis zum fertigen Produkt 6 bzw. 2,5 Monate gebraucht.

Was war der ungewöhnlichste Umbau ?
Die ersten SafeBOXen hatten es schon ganz schön in sich – hier ging es viel um die Balance zwischen Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes und maximalen Möglichkeiten für den Kunden. Aber auch der Bau eines Pools im Seecontainer, war sehr spannend. Wir hoffen, dass jedes Projekt, das wir auf die Straße bringen ,un- und außergewöhnlich bleibt.

BigBoxBerlin, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In Deutschland soll BigBoxBerlin zu DEM Anbieter für Hochseecontainer-Architektur wachsen. Auf der einen Seite wollen wir ein klares BOX-Sortiment für den B2C und B2B Bereich aufbauen, welches bei äußerlicher Standardisierung eine höchstmögliche Individualisierung im Innenbereich zulässt, z.B. im Wohn- und Freizeitbereich. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich auch den Bereich der Sonderanfertigungen ausbauen und bestimmte BOX-Lösungen selbst betreiben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Ein großes Netzwerk schadet natürlich nie während der Gründung. Viel wichtiger sind jedoch aus unserer Sicht Fokus, Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft. Die wenigsten Dinge klappen von Anfang an. Gleichzeitig gibt es immer noch ein Feature das man selbst gerne für sein Produkt hätte, aber es ist eben doch nur ein „Feature“. Beschränkt euch auf die Kernfunktion und führt diese zur Perfektion. Function over features!

Wir bedanken uns bei Steffen Tröger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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