Sucht euch einen Bereich, für den ihr brennt!

Eine technologiebasierte Idee auch ohne IT-Kenntnisse umsetzen? Die Gründer von bias Interactive erzählen von ihrer Entstehung

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor!

Hallöchen , wir sind Sakander Zirai und Louis Rose. Zusammen haben wir die bias Interactive gegründet und sind seitdem in der Düsseldorfer Techszene unterwegs.

Mit der bias Interactive GmbH helfen wir Unternehmen und Start-ups digitale Produkte zu entwickeln. Gleichzeitig reinvestieren wir in unsere Idee „Cubies“ – eine Plattform, mit der jede Idee mit kleinen Minicomputern und ohne IT-Kenntnissen umgesetzt werden können. Das WordPress für Hardware und IoT-Produkte.

Wie haben Sie sich als Team zusammengefunden und warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir sind seit der Uni befreundet und spätestens als wir zufälligerweise gleichzeitig ein Auslandsjahr in Japan zugesagt bekommen haben, unzertrennlich. Als wir wieder zurück in Deutschland waren sind abends kleine Brainstormings zur Tagesordnung geworden. Was wollen wir programmieren? Ein „rhythm-game“ a là Dance Dance Revolution? Die erste Social Media Plattform nur mit Audio? Einen Roboter der einem die mit der Hand zu schreibenden Hausaufgaben abnimmt? Latenzfreier Skype Klon für Musiker mit perfektem Sound?

Es war schon relativ früh klar, dass wir mal zusammen ein Unternehmen gründen. 2016-2018 haben wir beide neben dem Studium in verschiedenen Firmen, über Versicherungen bis hin zu nationalen Tageszeitungen als ITler gearbeitet und konnten so in verschiedene Branchen schauen. Danach war uns klar: „Das können wir auch.“

Was waren die größten Herausforderungen?

Neben dem deutschen Steuerdschungel macht uns immer noch das stetige auf und ab zu schaffen. Es gibt sehr gute Monate aber auch sehr schlechte Monate. Sich nicht unterkriegen zu lassen ist und bleibt wohl die größte Herausforderung. Unsere Industrie bewegt sich so schnell – Wer langsam ist und zögert fliegt raus. Dabei ist es viel schwerer das Richtige, statt Dinge richtig zu tun. Beispielsweise ist es natürlich nicht einfach die richtige Marketingstrategie zu finden, aber solltest du dich gerade wirklich um Marketing kümmern oder doch lieber den Prototypen weiterentwickeln? Sind wir für die erste Finanzierungsrunde bereit? Gerade in der Startphase kommen so viele verschiedene Aufgaben auf einen zu, dass man schnell überfordert ist.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Irgendwann zwischen 9-10 taumeln alle ins Büro, um 10:15 starten wir mit einem Stand-up gemeinsam in den Tag. Was steht an? Wer macht was? Wie ist die allgemeine Gefühlslage? Uns ist wichtig dass – gerade bei unserem kleinen Team – alle das gleiche Ziel haben und wir gemeinsam darauf hinarbeiten. Kaum nach 5 Minuten haben dann die Programmierer ihre Kopfhörer im Ohr und arbeiten unsere Projekte ab, während die Manager auch meist schon am Hörer sind.

Mittags nimmt sich jeder sein Essen mit in die Küche und es wird zusammen geschmaust, gelacht und die neuesten Technologien diskutiert. Nach einer Runde Rundlauf am Tischtennistisch (ja, wir wissen… Startup Klischee erfüllt)  gehts dann weiter im Büro, bis man nicht mehr kann oder will. Wenn wir dann mal ein Projekt haben wie: „Baut uns bitte einen Escape Room vollgepackt mit Technik“, geht’s für ne Woche auf die Baustelle und es wird rege gebaut und konzipiert. Wir waren auch mal in der Kanalisation um gemeinsam mit einem Düsseldorfer Start-up die Abwasserwirtschaft endlich smarter zu machen. Ab und zu wird auch mal gelötet, wenn wir wieder an DIY-Elektronik und IoT basteln. Die ein oder andere Verbrennung am Finger hat es da schon gegeben. 

Welche Vision steckt hinter Red Bull Basement?

Red Bull Basement ist ein Programm das Innovation vorantreibt, indem es junge Tech-Visionäre weltweit fördert. Der Hintergedanke dabei: Niemand kennt die Probleme am Campus besser, als die Studenten selbst. Allerdings trauen sich viele Studenten (noch) nicht zu, selbst zu gründen oder haben nicht die Mittel dazu. Red Bull Basement unterstützt und ermutigt Studenten dazu, den sozialen und ökologischen Herausforderungen in ihren Städten mit neuen innovativen Ideen zu begegnen.

Wer kann sich für Red Bull Basement bewerben und wie?

Bewerben können sich alle deutschen Studenten jeglicher Fachrichtung. Egal ob Hacker, Programmierer, Architekt, Designer oder Ingenieur. Hauptsache man hat eine innovative Idee, die das Campusleben nachhaltig verbessern kann. Als Bewerbung reicht ein maximal 60-sekündiges Video, das die Idee für eine positive Veränderung beschreibt. Wir haben uns mit der Idee „Edublock“ beworben. Wie anfangs erklärt besteht Edublock aus Sensorblöcken auch „sense cubes“ genannt, welche spielend einfach miteinander verbunden werden können. Gerade für Studenten, welche die neuen technologischen Möglichkeiten selbst erlernen und ausprobieren möchten, ist das ein tolles Tool. Damit haben wir uns in der Sparte: „Enabler“ und „Education“  beworben und darauf Wert gelegt, aus der Masse herauszustechen, indem wir einen Plottwist in unser Video gepackt haben. 

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Am Ende der Bewerbungsphase können deutsche Studenten online für ihre Lieblingsideen abstimmen. Im Anschluss wählt eine Jury aus den Favoriten den deutschen Gewinner. Kriterien sind dabei Durchführbarkeit, Kreativität und Wirkung. Das nationale Gewinnerteam zieht in das globale Finale ein. Insgesamt nehmen 36 Länder an dem Wettbewerb teil. Bei einem Pitch-Finale entscheidet die Jury wer der nationale Gewinner ist. 

Wie geht es dann weiter, wenn man es in das Programm geschafft hat?

Zuerst einmal kommt das Augenreiben, wenn man als Gewinner mit seinem Namen bekannt gemacht wird. Danach folgt das erste Telefonat und natürlich die erste Ladung free RedBull.  Wir haben ein super Pitch-Training in Deutschland bekommen und haben unseren – bis jetzt besten Pitch – kreiert. Noch die letzten Sachen für den Prototypen/Live Demo besorgt und schon geht’s ab zum globalen Workshop – in unserem Fall Toronto, Kanada. Was euch dort erwartet ist dann nochmal ein gänzlich anderes Erlebnis. Inspirierende Menschen aus aller Welt, ein erstaunlich anstrengendes Programm vollgepackt mit high-level Workshops und Talks. Dazu tolle Mentoren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wer wie wir anfangs auch glaubt: „Drei Tage Red Bull Party, geil!“ liegt weit daneben, wobei die Abschlussfeier legendär war. Noch heute haben wir Kontakt zu einigen Mitbewerbern und erinnern uns gern an die Zeit zurück.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen mit einem größeren Team Menschen auf der ganzen Welt helfen, ihre Ideen zu verwirklichen. Ob mit unserer Hardwareidee “Cubies” oder direkt als Dienstleister. Es warten noch viele spannende Projekte darauf, mit neuartigen Technologien umgesetzt zu werden.

Welche Tipps würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?

Sucht euch einen Bereich, für den ihr brennt!  Nur so macht der harte Weg zum Ziel trotzdem Spaß. Versucht außerdem, Weggefährten zu finden, mit denen ihr durch dick und dünn gehen könnt. Habt keine Angst zu Versagen und lasst euch die Motivation und eure Positivität nicht nehmen. Natürlich erleidet man Rückschläge und macht Fehler, aber man darf nie vergessen, daraus zu lernen und den Blick schnell wieder nach vorne zu richten. Das sind schonmal gute Voraussetzungen, um das Ziel zu erreichen und dann kann euch nichts mehr aufhalten. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sakander Zirai und Louis Rose für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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